ringel0810a.tif

Viel Spaß mit Ringelnatz!

Stand Juni 2014

dii.gif

In der Jugend macht man vieles anders.
Dazu gehört, dass man unter
Gleichaltrigen auf das vertraute „Du“
setzt. Was spielt da der Nachname für
eine Rolle?

Doch dies kann sich rächen! Diese
Erfahrung machte Uwe Pfauder. Der
gelernte Baufacharbeiter und Hobby-
Psychologe tingelte in jungen Jahren mit
seinem Kumpel durch die DDR. „Es ging
uns darum, Musik und Literatur zu
verbinden“, beschreibt er den damaligen
Ansatz. Damit waren die beiden überaus
erfolgreich: „Wir hatten Engagements in
Jugendclubs, bei Brigadefesten und
Frauentagsfeiern.“

Rätsel um Gerald

Heute, mit 53 Jahren, würde Uwe Pfauder,
der mittlerweile in Falkensee wohnt, gerne
an die damalige Zeit anknüpfen. „Das
Problem ist, dass ich von meinem Kumpel
Gerald den Nachnamen nicht weiß. Ich
suche schon lange nach ihm, doch ich kann
ihn nirgends auftreiben“, ist er fast schon
ein wenig verzweifelt. Denn ihn hat die
Liebe an öffentlichen Auftritten niemals
losgelassen. Fast wäre er sogar Sprecher
im DDR-Radio geworden. Ein
Vorsprechen hatte er erfolgreich absolviert.
„Zur Einstellung kam es aber nicht mehr,
weil gerade da die Wende kam“, blickt
Pfauder zurück. Also ging er einen ganz
anderen Weg: Er schulte zum EDV-
Fachmann um und ist nun als IT-
Beauftragter im Jugendamt Neukölln tätig.

Feiner Humor  

Seit 2009 wohnen er und Ehefrau Annette
Pfauder, die Kita-Leiterin in Lichtenberg
ist, im Eigenheim in Falkensee. „Als die
Tochter mit 22 Jahren auszog, war uns die
Wohnung in Berlin zu groß, deshalb zog es
uns in unser Häuschen im Grünen“, lautet
die angesichts des repräsentativen
Eigenheims in reizvoller Hanglage nicht
ganz nachvollziehbare Begründung. In
Falkensee hatte der verhinderte
Schauspieler und Fast-Radio-Moderator
offenbar die richtige Kulisse, um wieder
ans frühere Leben anzuknüpfen. Nun tritt
er als „Ringelnatz-Vorleser“ auf, der sich
für geringe Aufwandsentschädigung gerne
von Kitas, Seniorenheimen, Kurkliniken
oder für private Feiern engagieren lässt.
„Mich fasziniert der feine Humor von
Joachim Ringelnatz“, begründet er,
warum ihm die Werke von Hans Gustav
Bötticher, wie der 1934 in Berlin
verstorbene Dichter mit bürgerlichem
Namen hieß, so faszinieren. Ringelnatz
wurde, obwohl er unpolitisch war, von den
Nazis verfolgt und mit Auftrittsverbot
belegt. Bekannt ist er vielen durch seine
Kunstfigur „Kuttel Daddeldu“.

Geadelt vom „Profi“

Den aktuellen Durchbruch erzielte der
Computer-Fachmann mit dem „großen
Spaß an der deutschen Sprache“ nach dem
Härtetest durchs Vorsprechen bei einem
„Profi“. Ein Nachbar hatte ihn an den
Schauspieler Hans-Heinrich Hardt weiter
gereicht. Neben seiner Tätigkeit in Film,
TV und Theater macht Hardt immer wieder
eigene Lesungen. „Ich war offenbar sofort
überzeugend und erhielt von Hans-
Heinrich Hardt gleich nach dem ersten
Gedicht das Angebot zu gemeinsamen
Lesungen “, strahlt Pfauder immer noch.
So ein Glück, dass er sich sein Talent so
gut erhalten hat. Mittlerweile tritt Uwe
Pfauder mit mehreren Programmen auf, die
längst den Rahmen eines „Vorlesers“ über
schreiten. So ist er mit „Unter Wasser
Bläschen machen“ zu erleben.

Weihnachten und Urlaub

Zusammen mit Hans-Heinrich Hardt lädt
er je nach Jahreszeit zu „Sommer, Sonne,
Platzregen! Die etwas andere
Urlaubsbegegnung“ oder zu „Weihnachten
und andere Katastrophen“ ein. Die
Vorstellungen in der Galerie von Hardts
Lebensgefährtin Annett Schneeweiß waren
ein voller Erfolg. Das beflügelte nun,
demnächst im  größerem Rahmen vom
„Kulturhaus Johannes R. Becher“
aufzutreten. Dennoch ist Uwe Pfauder vom
Erfolg keineswegs übermütig geworden:
Gerne kommt er nach wie vor zu intimen
Hauslesungen. Dabei hat sich sein „Ruhm“
längst über Falkensee hinaus
herumgesprochen. So ist er in der
Kurklinik Bad Belzig ebenso angesagt wie
im „Haus des Gastes“ im Ostseebad
Karlshagen auf Usedom.

Infos:
Tel. 01 76/ 24 57 27 78
http://ringelnatzfreund.jimdo.com

ringel002.tif
ringel7232.tif
ringel7217.tif