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Es dürfte wohl wenige Vierbeiner geben, die so tolle Geschichten erzählt bekommen wie „Lucky“,
der gutmütige Labrador-Schäferhund-Mix aus Falkensee. Denn ihm vertrauen die Kleinen an, was
sie ganz groß loswerden wollen.  
Damit dies so richtig klappt, geht „Lucky“ sogar in die Schule. Dabei ist er eigentlich mit über zehn Jahren
bereits in einem gediegenen Hundealter, wo sich andere Mitglieder seiner Rasse eher auf den Ruhestand
vorbereiten.  
Hund geht in die Schule
Doch „Lucky“ geht gar nicht zum Lernen in die Europaschule, sondern damit andere sich entwickeln. Denn
er ist der einzige „Lesehund“ von Falkensee, ausgestattet mit einem exklusiven Privileg, als einziger
tierischer Vertreter ganz offiziell den Campus der Europaschule betreten zu dürfen. Die Idee dazu hatte
„Lucky“-Besitzerin
Nadja Lüders. Die 36-Jährige wohnte unter anderem in München, bevor es sie in den
Norden ins schöne Eigenheim in Falkensee verschlug.  
Lesen für Schlappohren
In der Isarmetropole kam sie mit der von der US-Amerikanerin Kimberly Ann Grobholz ins Leben
gerufenen Lesehund-Bewegung in Berührung. „Da geht es darum, dass Kinder im Beisein von Tieren die
anfänglichen Hemmungen beim Lesen verlieren. Wenn sie einem Hund vorlesen, geht das ohne sonst oft
vorhandene Skrupel. Es verliert sich die Scheu, der Leseerfolg verbessert sich sichtbar.“ Als Sohn
Anton
Lüders
 2013 in der Europaschule seine Karriere als „ABC-Schütze“ begann, erinnerte sich die
hauptberufliche Produktdesignerin an die Idee.  
Buchstabensalat im Griff  
„Lucky ist ein ungewöhnlich menschenfreundlicher Hund. Ständig kommen Nachbarkinder und wollen mit
ihm spazieren gehen. Das genießt er sehr. Es mag an den Genen liegen und dass er, seit wir ihn als Welpe
aus dem Tierheim geholt haben, bei uns in einer friedvollen Umgebung und mit Kindern aufgewachsen ist“,
zeigt sich Nadja Lüders über die fehlenden Wachhundinstinkte ihres haarigen Familienmitglieds wenig
traurig. Tatsächlich hat es Lesehund „Lucky“ geschafft, sich die Geschichten einer ganzen Klasse
anzuhören. „Pro Doppelstunde kommen vier bis fünf Kinder zum Zug. Jeder darf, keiner muss, aber es
haben alle 26 Kinder gewollt. Die Lesestunden finden außerhalb vom Klassenzimmer, am liebsten im
Freien statt. Wenn die Kinder scheu und leise lesen, sagen wir ihnen, dass ‚Lucky’ schlecht hört und sie
lauter sein müssen. Das hat bisher immer geholfen!“ Dieses Jahr erfährt der nunmehr gut geübte Vierbeiner
einen neuen Einsatz. Jetzt nämlich kommt Antons Bruder
Edgar Lüders zu Zuckertüte und Lesefibel.
Damit starten „Lucky“ und Nadja Lüders erneut, um Kindern mit viel ehrenamtlichem Engagement Freude
und Spaß am Zusammensetzen der vielen verwirrenden Buchstaben zu vermitteln, die das Alphabet so
anbietet.  
Vorbild für Brandenburg    
Lesehund „Lucky“ kann sich über Interesse weit über Falkensee hinaus erfreuen, ja er sorgt dafür, dass die
Gartenstadt im Havelland zu neuer Berühmtheit kommt, als brandenburger Lesehund-Metropole. Denn seit
sich der Erfolg von „Lucky“ herumspricht, wollen immer mehr tierfreudige Eltern und Lehrer von den guten
Erfahrungen profitieren.
Infos:
Tel. 0 33 22/5 06 89 91
Stand Juni 2015
Tierische Abenteuer  für den Hund!
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