Dies ist ein Archiv-Eintrag aus dem Jahre 2016!

Museum
Gabriele Helbig, Bert Krüger
Telefon:0 33 22/2 22 88
Website:www.museum-galerie-falkensee.de

Bardot des Ostens und spannendes Licht

Stand: Juni 2016

Mit „Die Legende von Paul und Paula“ wurde wie mit keinem anderen Film das Lebensgefühl der DDR-Jugend in den 1970-er Jahren transportiert. Doch wer würde denken, dass diese DEFA- Produktion, die zum Publikumsmagnet wurde, etwas mit Falkensee zu tun hat?

Diese ungewöhnliche Spur haben nun Gabriele Helbig und Bert Krüger von „Museum und Galerie Falkensee“ aufgedeckt. Sie fanden heraus, dass ein damaliger Superstar in Falkensee wohnte. Eva Maria Hagen, die Mutter von Nina Hagen, war seit den 1950-er Jahren eine bekannte Schauspielerin. Sie war zu Beginn ihrer Karriere in Falkensee wohnhaft. Darüber berichtet sie in ihrem Buch „Eva jenseits vom Paradies“, das 2005 erschien.

Blutjung zu Bertolt Brecht
Eva Maria Hagen war 1953 als blutjunge Schauspielerin im Alter von nur 19 Jahren von Bertolt Brecht ins legendäre „Berliner Ensemble“ geholt worden. Von Falkensee aus fuhr sie zu den Proben nach Berlin. Später spielte sie in vielen Filmen mit und überzeugte immer wieder auf der Bühne. Sie galt wegen ihres erotischen Aussehens und den blonden Haaren als „Brigitte Bardot des Ostens“. So passt es gut, dass sie als „Die Blonde“ in „Paul und Paula“ besetzt wurde. Die Liebe zur damals eher grauen Mauerstadt hat in ihr wohl einen so tiefen Eindruck hinterlassen, dass sie immer wieder hierherkommt.

Kult für Kinder
Für die Museumsmacher ist dies der Anlass, im Rahmen der „6. Open-Air-Kino-Sommernacht 2016“ den Kultfilm am 27. August um 21 Uhr auf der Festwiese am Gutspark auf die Leinwand zu bringen. Neu ist, dass es zugleich Kinderkino geben wird. Im Sommerfilm zum Ferienstart wird „Ein Kolumbus auf der Havel“ zu sehen sein. Drehort war unter anderem die Schleuse von Schönwalde. Regisseur war Hans Kratzert. Er gehört zu den gefragtesten Kinderfilmern der DEFA und ist in Falkensee beheimatet. Er kommt zur Vorführung, die am 28. Juli um 10 Uhr im Museum stattfindet. Spannung ist also angesagt.

Licht im Museum
Sehr aufregend ist es zudem, hinter die Kulissen des Museums zu sehen. Gabriele Helbig und Bert Krüger macht es viel Freude, durch die „verborgenen Schätze“ aus dem Fundus zu führen. Etliche davon können mittlerweile zu jeder Tages- und Nachtzeit genossen werden. Das Museum betreut den Nachlass des Fotoreporters Heinz Krüger, der während seiner Tätigkeit als Bildreporter im Ostblock und in der DDR unterwegs war. „Von den 27 000 Abzügen sind mittlerweile etwa 3 000 digitalisiert und in einer ersten kleinen Auswahl über das Internetportal ‚Museum-digital‘ einsehbar“, lädt Bert Krüger ein. Die Seite findet man unter „www.museum- digital.de“. Selbstverständlich wartet das rührige Team wie gewohnt mit der interessanten Dauerausstellung auf. Höhepunkte in der Galerie sind unter anderem „Licht Raum Klanginstallationen“ von Rainer Gottemeier. Die Ausstellung des international gefragten Künstlers geht vom 17. Juni 2016 bis zum 11. September. Vom 14. Oktober bis zum 27. November 2016 geht es mit der Ausstellung „Terror in der Provinz Brandenburg - Frühe Konzentrationslager 1933/1934“ um ein ernstes Thema. Unbedingt sehenswert ist die „Märchenhafte Bilderwelt“ von Ludvik Glazer-Naudé, die vom 2. Dezember 2016 an betrachtet werden kann.