Gartenstadt im Grünen setzt auf Sport und Jugend

Erholungs-Oase im neuen Zentrum

Frösche quaken, Kinder toben – eine Idylle inmitten von alten Bäumen. Was sich um die runderneuerte Europaschule abspielt ist durchaus symbolhaft für die Gartenstadt Falkensee.
Und das in mehrerlei Hinsicht. „Die Modernisierung der Schulen ist eine wichtige Aufgabe, die die Stadt Jahr für Jahr abarbeitet. Neben der Aufstockung und Sanierung der Europa-Grundschule haben wir den ersten Seitenflügel des Lise Meitner Gymnasiums modernisiert und sind nun am zweiten Bauabschnitt“, berichtet Baustadtrat Harald Höhlig.
Die neue Europaschule weist außerdem auf einen wichtigen Schwerpunkt in der Stadtentwicklung hin: Die Gartenstadt will mit einem grünen Anger vom Bahnhof bis zum Rathaus ihren Charakter für alle sichtbar betonen. Fortschritte können Bürgermeister Jürgen Bigalke und sein Baudezernent täglich beim Blick aus dem Fenster erkennen. Die freie Sicht auf den Dorfteich und das Haus am Anger ist neu und gibt ein Gefühl der Weite, wie es für Falkensee zukünftig bestimmend sein soll. Denn trotz reger Bautätigkeit sollen, so die Vorgabe der Stadtväter, Grundstücke mindestens 600 Quadratmeter groß bleiben.
Während sich die Gemüter noch über die Frage erhitzen, ob die Rathaus-Kreuzung als Schnittpunkt des Ost-West und Süd-Nord-Verkehrs in Zukunft mit Ampeln oder als Kreisverkehr geregelt werden soll, denkt Bürgermeister Bigalke bereits in die Zukunft: „Es wäre doch schön, wenn wir die alten Bauernhäuser mit Kunst und Kultur beleben könnten!“
Während also im Herzen der weiter wachsenden Stadt alles grüner und schöner wird, sorgt unweit der Europaschule die Stadthalle weiterhin für Grübeln. Zwar sprudelt der kleine Brunnen wieder und sein größeres Pendant ist ebenfalls in der festen Vorbereitung, doch das Gebäude selbst strahlt im heute etwas verloren wirkenden Ambiente früherer DDR-Architektur. Dennoch soll darin eventuell bald noch mehr Leben einziehen. An Stelle der bisherigen Gastronomie möchte Bürgermeister Jürgen Bigalke ein Bürgerbüro einrichten. Darin sollen die Falkenseer den Großteil aller kommunalen Behördenkontakte abwickeln können. Und zwar sogar samstags!
Mit Park- und Ride-Abstellflächen und Fahrradparkplatz präsentiert sich der Bahnhof immer mehr als würdiger Abschluss des Zentrums.
Allerdings ist die Freude von Baustadtrat Harald Höhlig sichtbar begrenzt, wenn es um dieses Thema geht: „Wir geben das Geld unserer Bürger für die Kunden der Bahn aus und diese tut alles, um möglichst überall zu blockieren“, ärgert sich der Fachmann über den Fortschritt im Schneckentempo. Und wenn es um den alten Güterbahnhof geht, dann geht ihm ganz die gute Laune verloren. „Aus dem angekündigten Besuch von Bahnchef Hartmut Mehdorn wurde leider wieder mal nichts!“ Bekanntlicherweise bekam Oranienburg den Zuschlag zur Landesgartenschau 2009, doch in Falkensee will man die Planungen für die Bewerbung weiterverfolgen. „Eines der Kernstücke war ein Radweg vom Rathaus Spandau zum Rathaus Falkensee. Dies haben wir nun sogar erweitert, so dass die Zweirad-Freunde quer durch Falkensee bis Brieselang werden fahren können!“, beweist Bürgermeister Bigalke, dass sich Falkenseer niemals unterkriegen lassen. Sportlichkeit ist jetzt schon in vielfacher Hinsicht an der Ringpromenade gefragt.
Soeben erhielt die Skaterbahn eine Ergänzung. Baustadtrat Harald Höhlig ist wenig begeistert, als der die nicht-bestellten Verschönerungen sieht. Doch dann fällt ihm ein, dass sein Sohn Hannes Höhlig ebenfalls ein aktiver Graffiti-Fan ist: „Er hat zur Freude aller mit Freunden legal Wände verschönert, so an der Integrations-Kita.” Wenn da der Wunsch nicht allzu sehr Vater des väterlichen Gedanken ist?
Jedenfalls hat man auf der Skateranlage einen Klasse-Panorama-Blick – über ein verstepptes Gras-Areal. Doch dafür haben sich Bürgermeister Jürgen Bigalke und sein Chef-Planer etwas ganz besonderes ausgedacht: „Falkensee hat nur einen Sportplatz aus den 1930-er Jahren, der längst zu klein ist. Nun haben wir uns mal Gedanken gemacht. Heraus kam eine Idee, hier eine zentrale Sportanlage mit Fußball- und Leichtathletikstadion, Kunstrasenplätzen und Gastronomie entstehen zu lassen.“
Den Bedarf an einer Erweiterung der Sportmöglichkeiten kann der Bau-Dezernent und Beigeordnete allein anhand seiner eigenen Zahlen belegen: „Pro Jahr werden bei uns an die 250 neue Eigenheime gebaut! Viele der neuen Falkenseer sind sportbegeistert oder haben Kinder, die gerne trainieren würden.“

Baustadtrat Harald Höhlig hört das Gras wachsen und die Frösche quaken –zumindest beim Besuch des Biotops im Hof der Europaschule.

Mit der Bahn kann man sich leicht verheben – nun hat der Bahnsteig zumindest ein schützendes Dach.

Ein Stadion soll vielleicht schon bald an der Ringpromenade entstehen.