Europaweit einmalige Artistik

Einmalig: Fussball-Pyramide

Es ist ein unauffälliges Gartengrundstück am Ende vom Havelländer Weg, idyllisch schon fast im Wald gelegen. Das zurückgesetzte Holzhaus fügt sich harmonisch in die Natur. Nichts weist darauf hin, dass hier die wahrscheinlich europaweit bekannteste Falkenseerin lebt.
Bernadette Deistler ist vom Namen her erst mal nur Insidern ein Begriff. Doch wenn sie ihr Fotoalbum öffnet, man sie hoch oben auf dem Trapez unter der Zirkuskuppel schwingen sieht, dann dämmert es.

Aushängeschild der DDR-Akrobatik
Hier lebt das Aushängeschild der DDR-Akrobatik. Schon als Mädchen machte die Artisten-Tochter, die seit der Geburt die atemberaubende Luft der Manege eingeatmet hatte, Schlagzeilen.
Sie schaffte es quasi aus dem Stand, mit ihrer Truppe von Artistik-Schülern 1988 in Paris den begehrten Nachwuchs-Preis zu erobern. „Ich war das einzige Mädchen unter sieben Jungs“, erinnert sich die zierliche Falkenseerin schmunzelnd zurück.
Der Oscar für Zirkuskünstler hatte nur einen Makel, der den DDR-Oberen die Freude an der Silbermedaille etwas vergällte: „Die Hälfte der Truppe zog es vor im Westen zu bleiben.“

Atemberaubende Trapez-Nummer
Fortan setzte Bernadette auf ihre eigene Überzeugungskraft in der Zirkuskuppel. Sie entwarf atemberaubende Nummern auf dem Washington-Trapez, die sie zur weltweit gefragten Sensation werden ließen. Ihre Kopf- und Handstände in schwindelnder Höhe ließ selbst erfahrenen Zirkus-Gängern den Atem in Sorge um das hübsche Mädchen stocken. Sie war Star bei den Spitzen-Zirkusunternehmen Europas. Die Liste der Engagements liest sich wie das Who is Who der Elite-Zirkuse. Falkensee musste daher lange auf sie verzichten, denn Saison für Saison sammelte sie Applaus von Paris bis Nowosibirsk, von Zürich bis Grönland.
Das Publikum im Süden Europas lag ihr ebenso zu Füßen wie im kalten Skandinavien. Die zirkusbegeisterten Russen liebten Bernadette aus Falkensee nicht weniger wie die sachlichen Schweizer. Dort fand das tägliche Abenteuer sein jähes Ende.
Sturz aus sechs Metern Höhe
Einen Sturz aus sechs Metern Höhe konnte sie zwar gerade noch abfangen, doch die Folgen, Verletzungen am Halswirbel, sorgten erst mal für eine Zwangspause.
Das Kind aus einer erfolgreichen Artistenfamilie, die es von Prenzlauer Berg nach Falkensee verschlug, ließ sich davon nicht klein kriegen. Heute ist Bernadette Deistler europaweit eine einzigartige Sensation mit Jonglierkünsten. Ihre Fußball-Pyramide macht ihr niemand nach.

Vom Zirkuswagen zum Luxus-Hotel
Vor zehn Jahren verordnete sie sich dennoch den Rückzug aus der fahrenden Truppe und tauschte die Wohnwagen-Romantik, mit der sie noch beim Europa-Park Rust Schlagzeilen wegen ihres Gärtchens um den Caravan gemacht hatte, gegen das idyllische Gartengrundstück in Falkensee.
Dort lebt sie nun zusammen mit den Eltern, der ehemaligen Trapezkünstlerin Katharina Deistler und dem bekannten früheren Trampolin-Spezialisten Walter Deistler.
Jetzt ist sie in Varietés, bei festlichen Galas und Veranstaltungen von Weltfirmen wie Mercedes gefragt. Den Zirkuswagen hat sie gegen Flugzeug und Hotelzimmer getauscht.

Luftballett
Zudem unterrichtet sie an der Artistenschule in Berlin und sorgte für viel Aufsehen, als sie zusammen mit ihren Schülern im festlichen Friedrichstadtpalast mit einem selbst-inszenierten Luftballett zur Jubiläumsfeier „50 Jahre Artistenschule“ auftrat.
Zuhause tanzen dagegen die beiden Schoßhündchen Daisy und Tina nach ihrer Pfeife – denn zeit Lebens blieb sie bisher ihrer großen Liebe, der Artistik, treu.

Infos: Tel. 01 70/3 14 14 33

Die Fußball-Pyramide von Bernadette Deistler ist europaweit einzigartig.

Atemberaubende Artistik machte die Falkenseerin Bernadette Deistler in ganz Europa berühmt.

Zuhause tanzen jedenfalls Daisy und Tina nach ihrer Pfeife: denn dem Zirkus als großer Liebe ihres Lebens hielt sie bis heute konsequent die Treue.