280 Kilometer Strassen laden in Falkensee ein!

Einen Stadtbummel unternimmt man gewöhnlicherweise, um sich einen Überblick über den Ort zu verschaffen, das Eine oder Andere kennenzulernen und dabei etwas zu entspannen. Geht man so in Falkensee an den Start, sollte man schon gut zu Fuß sein. Immerhin erstreckt sich das Straßennetz des „größten Dorfes Deutschlands“, als das Falkensee vor der Verleihung des Stadtrechts 1961 galt, auf über 280 Kilometer Länge.

Aber ganz so doll wollen wir es nicht treiben. Unser kleiner Ausflug soll sich auf die Gegend des Ortsursprunges beschränken und Lust auf eigene Erkundungen wecken. Start ist am Bahnhof Falkensee, ziemlich in der Mitte des Ortes. Seit 1846 halten hier die Züge. Ohne Übertreibung kann man wohl sagen, daß von hier aus wesentliche Impulse, vielleicht sogar die entscheidenden, für die weitere Entwicklung der späteren Stadt Falkensee ausgingen. Die Bahnhofstraße geht es nun entlang durch den Ortsteil Seegefeld. Nach wenigen hundert Metern stehen wir vor der Stadthalle und dem Marktplatz und mithin im Zentrum der Stadt. Die Stadthalle ist seit 1978 in Betrieb und wird für Schul- und Vereinssport sowie für Veranstaltungen genutzt. Auf den beiden Tribünen finden etwa 500 Zuschauer Platz. Gleich im Eingangsbereich hat die Touristinformation ihr Domizil. Hier ist manch Wissenswertes über die Stadt und die Umgebung zu erfahren. In den oberen Räumlichkeiten befindet sich das Beratungs- und Begegnungszentrum, ein Angebot an alle Falkenseer Bürger.

Die Bibliothek hinter der Stadthalle hält für alle großen und kleinen Leseratten genügend „Futter“ bereit. Sogar Videos, CDs und Spiele sind im Angebot. Seit 1997 steht außerdem ein Internetanschluß zur Verfügung. Neben der Stadthalle befindet sich der Marktplatz.

Das gepflasterte Rondell mit Bänken, nostalgischen Straßenlaternen und dem Brunnen in der Mitte lädt zum Verschnaufen ein. An Markttagen bieten fliegende Händler ihre Ware feil. Früher stand an dieser Stelle das Seegefelder Gutshaus.

Direkt daneben inmitten einer kleinen Grünanlage grüßt die Kirche vom ehemaligen Dorfanger.Genauere Unterlagen über ihre Geschichte gibt es offensichtlich nicht. Man geht davon aus, daß die erste urkundliche Erwähnung 1313 mit der Einweihung des Turms zusammenfällt. Die anderen Teile wurden später, im 18. Jahrhundert, angebaut.

Weiter geht es nun die Bahnhofstraße entlang. An der Freimuthstraße biegen wir rechts ein und befinden uns im Ortsteil Falkenhagen, ebenfalls auf dem Anger mit der Kirche. Die stammt von 1680 als Neubau eines abgebrannten Vorläufers. Auf dem Anger findet sich ein imposanter Bau aus roten Backsteinen. Dieses „Haus am Anger“ wurde 1897 gebaut, diente zunächst als Gemeindeschule und beherbergt heute das „Kreative Jugend- und Freizeitzentrum“. An der Falkenhagener Straße angelangt geht es über die Kreuzung an der Bahnhof-/ Schönwalder Straße hinweg bis zum Rathaus der Stadt. Seit über siebzig Jahren steht es hier.Im Laufe der Zeit hat es sein Gesicht durch Um- und vor allem notwendig gewordene Erweiterungsbauten immer wieder verändert.