Was wurde aus dem Gedenkstätten-Architeken?

Ausgerechnet ein Münchner Student sorgte mit viel Feingefühl dafür, daß in Falkensee die Erinnerung an ein sehr dunkles Kapitel auf einfühlsame Art und Weise wach gehalten wird: Denn auf seinem Konzept beruht der Landschaftspark auf dem Gelände des früheren Außenlagers des berüchtigten KZ Sachsenhausen.
In Falkenhagen-Ost waren seit 1943 Häftlinge untergebracht, die im benachbarten Rüstungsbetrieb „Deutsche Maschinen AG“, kurz DEMAG, eingesetzt wurden.

Während man im Heimatmuseum daran erinnert, wurden die damaligen Lagergebäude bereits in den 60er Jahren bis auf wenige Reste abgerissen. Mit der politischen Wende ging das Areal ins Eigentum der Stadt über, die nun vor der brisanten Frage der „Verwertung“ stand. Da kam Michael Heurich, damals 26 Jahre jung und Student am Institut für Landschaftsarchitektur der TU Berlin mit seinen Ideen gerade recht.

Sein Plan: Die Erinnerung sollte im Rahmen eines Landschaftsparks wachgehalten werden. „Es ging darum, historische Spuren im natürlichen Umfeld sichtbar zu machen.“ Nun, fünf Jahre nach der feierliche Einweihung des Projektes am 50. Jahrestag der Befreiung des Lagers 1995, begaben wir uns auf Spurensuche nach dem einstigen Studenten. Wir fanden ihn immer noch in der Universität, jetzt mit der Vorbereitung seiner Doktorarbeit beschäftigt.

„Das Engagement in Falkensee war sicher meine bisher wichtigste Aufgabe. In der Folge konnte ich an Entwürfen für die Gedenkstätte Sachsenhausen und einer Konzeption für das ehemalige Klinkerwerk mitarbeiten. Es ist mir wichtig, die in diesen sensiblen Bereichen gesammelten Erfahrungen an meine Studenten weiterzugeben.“

Übrigens: Der Ex-Münchner fühlt sich in seiner preußischen Wahlheimat so wohl, daß er, obwohl noch Single, von Häuschen und Garten im schönen Brandenburg träumt. Vielleicht gar in Falkensee?