Falkenseer Band mit Fans in jedem Alter

Immer Ärger mit den Girls!

Musik verbindet, das beweisen fünf junge Falkenseer im Alter von 17 bis 24 Jahren. Mit ihren heißen Rhythmen begeistern die Rocker von Rock‘s Core ein Publikum, das sich von Kindergarten-Kids bis zu Seniorenheim-Bewohnern erstreckt!
In nur sechs Jahren haben es die Musiker um Daniel und Christian Köhler, Marco Paetzel, Robert Bolze, Bulut Hoffmeyer-Zlotnik und dem neuen Schlagzeuger Max Fenner geschafft, aus der Schülerband „Smile“ eine Rock-Truppe zu schmieden, die mittlerweile zu den gefragtesten Formationen in der Region gehört: „Wir haben im Durchschnitt einmal in der Woche einen Auftritt“, berichtet Organisator, Gitarrist und Sänger Robert Bolze. Das Erfolgsrezept der Band war: „Wir haben uns langsam entwickelt, uns nie vom Erfolg blenden lassen. Alle Entscheidungen wurden zusammen getroffen, notfalls per Mehrheitsentscheid. Und das haben dann alle mitgetragen!“
Während die meisten Kids Rap und Hiphop hören, hatten sich die Musiker von Rock‘s Core, wie die Band seit 1999 heißt, in die „Alten Meister“ verhört. So übten sie und übten sie, um Songs von den Beatles, von CCR, Slade und anderen Größen nachzuspielen. Und kamen an, als Coverband!
„Unser erster Auftritt war bei einem Kinderfest im ASB-Heim. Jahrelang traten wir ohne Gage auf, haben uns gefreut, wenn uns am Schluss etwas zugesteckt wurde. Das haben wir dann gespart, um unsere Instrumente und die Anlage zu vervollständigen“, erinnert sich Robert Bolze. „Vor sechs Jahren war nur Daniel Köhler über 18 und hatte ein Auto. Also mussten fünf Personen und die Anlage in und auf seinen kleinen Golf!“
Eine Szene, wie aus einem Beatles Film. „Meistens musste ein Elternteil noch mit der restlichen Ausrüstung hinterherfahren!“
So ein Glück, dass die Köhlers einen rockbegeisterten Vater hatten. Wolfgang „Wolle“ Köhler war Roadie bei „Scirocco“, bevor er sich in Falkensee zur musikalischen Ruhe setzte und bildete lange Zeit das Rückgrat der Gruppe.
Nur wenige Jugendbands schaffen den Sprung zur Erwachsenen-Band, die Falkenseer sind da eine seltene Ausnahme: „Als 16-Jähriger hat man viele Ideen, die sich mit dem Erwachsenwerden ändern“, sinniert Robert Bolze. Es kommt die erste Liebe, eine Freundin, die andere Interessen hat, das Bemühen um eine Ausbildungsstelle. „Auf der Bühne finden einen die Mädchen klasse. Aber in Wirklichkeit gibt es nur ganz wenige, die ein Musikerleben mittragen wollen. Jeder von uns hatte schon eine Freundin, die ihn vor die Wahl stellte: Die Band oder ich“, so Gitarrist Bolze.
Die Jungs entschieden sich für Rock ‘n‘ Roll und haben nun alle Freundinnen gefunden, die ebenfalls Spaß an der Musik haben. „Einfach ist so eine Beziehung nicht. In der Woche heißt es nach Feierabend üben, am Wochenende sind Auftritte, meist kommt man erst Sonntag morgen um vier nach Hause!“
Mittlerweile ist die Anlage komplett, eine GbR organisiert die Geschäfte. Dass das durchaus hilfreich ist, zeigte der Auftritt zum Osterfeuer in Falkensee, wo es soviel Power gab, dass die Anlage qualmte: „Irgendjemand hatte die Kabel vertauscht. Statt 250 Volt waren 400 Volt angelegt. Nun streiten wir mit den Versicherungen!“
Dieses Jahr haben sich die Falkenseer entschieden, verstärkt mit eigenen Songs aufzutreten. Fünf Titel sind bereits im Live-Repertoire – und kommen an. „Viele Fans singen schon an einigen Stellen mit“, freut sich die Band. Dabei kontrastieren nachdenkliche Titel wie „Immer weiter“, „Handvoll Staub“ und „Diese Welt wird sich weiterdrehen“ mit ironischen Liedern wie „Erika“ und „Der Po von J. Lo“, der das Sex-Idol Jennifer Lopez aufs Korn nimmt. Die meisten Lieder entstanden gemeinsam: „Der eine hat einen Text, den anderen fällt dazu die Melodie ein. Erst wenn alle überzeugt sind, treten wir damit auf!“, so Robert Bolze.
Bei allem Erfolg trauen die Falkenseer dem kurzlebigen Show-Business nicht. „Wir sind alle sehr bodenständig. Jeder will erst mal einen richtigen Beruf erlernen.“ Fast alle beweisen, dass sie auch hier hartnäckig sind. So kam Robert Bolze, Sproß einer örtlichen Handwerkerfamilie, durch eine Fernsehbericht auf seinen Traumberuf als Musikpädagoge und unternahm alles inklusive eines Freiwilligen Sozialen Jahrs, um dafür einen Studienplatz zu ergattern. Marco Paetzel, der vom Schlagzeug ans Keyboard wechselte, ist vielen als „rasender Reporter“ für örtliche Medien bekannt. Nun soll ein Germanistik- und Anglistik-Studium den Weg zum Traumberuf Journalismus weiter ebnen.
Daniel Köhler wusste schon immer, dass ihn Radio fasziniert. Er ließ nicht locker, machte kostenlose Praktikas und ist nun Produzent beim Berliner Sender „rs2“. „Was uns als Band allerdings noch nichts genützt hat, die spielen lieber bekanntere Gruppen“, bedauert Robert Bolze. Gitarrist Christian Köhler hingegen hat mit der Welt der Medien wenig am Hut: „Der saß schon mit 16 mit Gesetzbüchern herum und erklärte uns, warum was verboten oder erlaubt ist“, erinnern sich die Bandmitglieder an die ersten juristischen Fußstapfen des zukünftigen rockenden Rechtsanwalts. Übrigens hat die Band musikalische Wurzeln bei einer der erfolgreichsten und zugleich umstrittensten deutschsprachigen Gruppen.
Die Rede ist von „Modern Talking“ mit Thomas
Anders und Dieter Bohlen. Deren Gitarrist Lars Illmer wohnt in Falkensee und hatte Rock‘s Core zeitweise unter seine Fittiche genommen. Er gab den Rat, unbedingt deutsch zu singen, „denn englisch-sprachige Gruppen gibt es genügend“, so Robert Bolze.
Jetzt muss sicher herausstellen, ob dieser Rat wirklich zum weiteren Erfolg führen wird.

Infos Tel. 0 33 22/27 98 55

Robert Bolze steht auf nachdenkliche Songs und ist ein Disko-Muffel.

Rock’s Core überrascht ganz neu mit eigenen Songs.

Der Dauerärger mit der Freundin scheint für die Bandmitglieder überstanden. Bei allen zieht mittlerweile die andere Hälfte mit.