Uferschwalben stoppen Bauarbeiter

Die letzte öffentliche Ratssitzung der Stadtverordneten von Falkensee vor der Sommerpause findet alljährlich per Radtour statt.
Bürgermeister Jürgen Bigalke steht dann den Abgeordneten und interessierten Bürgern vor Ort Rede und Antwort. Mit dabei war diesmal auch Thomas Zylla, Leiter des Grünflächenamts und Reporterin Alexandra Golisch.

Treffpunkt am Rathaus
9 Uhr: Von den 32 Abgeordneten erscheinen nur etwa zwei Drittel und von den Einwohnern interessiert die Versammlung ganze vier Mitglieder einer Bürgerinitiative. Mit etwas Verspätung kommen dann die Herren von der CDU. Fraktionsvorsitzender Thomas Fuhl und Parteivorsitzender Horst Hindenberger sitzen auf dem Tandem – ob das auf die Dauer gut geht?

Kantschule
9.15 Uhr: Große Empörung bei allen Stadtverordneten, denn das neue Gebäude wurde bereits mit Graffitis besprüht. „Man sollte denen die Schule gleich wieder wegnehmen,“ findet Thomas Fuhl. Jemand ruft: „Die, die das getan haben, gehen bestimmt nicht mehr zur Schule!” Die Kantschule war ursprünglich als ein Gebäude mit zwei Stockwerken geplant. Während des Baus beschloss die Stadtverordnetenversammlung jedoch, das Gebäude um zwei weitere Geschosse zu erweitern. Für die Farbgestaltung wurden die Lehrer verantwortlich gemacht: Jedes Stockwerk sollte anders aussehen, damit sich Lehrer wie Schüler schneller orientieren können.

Ärgernis: Graffitis an der Kantschule.

Botschaft von Madagaskar
9.20 Uhr: Das afrikanische Land Madagaskar baut neben dem alten Kinderkurheim am Falkenhagener See seine Botschaft. Wer also Madagasse werden will, kann sich ab Frühjahr 2002 hier seinen Paß abholen. FDP-Fraktionsvorsitzender Lothar Porr stört sich ein wenig an der Feuertreppe: „Das sieht ja blöd aus, als wenn sie nachträglich ran geklatscht wurde!“ Frank Barz von der PDS: „Es gibt schlimmeres!“

Uferpromenade am Falkenhagener See
9.40 Uhr: Grünflächen-Chef Thomas Zylla berichtet: „Die Wasserqualität wird hier ständig überprüft und man könnte sogar baden gehen, wenn das nicht verboten wäre!“„Ja, man hat den Eindruck, dass das Wasser vom Falkenhagener- und Neuen See sauberer geworden ist“, ist die Auffassung von Peter Kissing, dem Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung.

Spandauer Straße
9.50 Uhr: An der Spandauer Straße wird für den Bau eines Freizeitzentrums von der Stadt ein Grundstück frei gehalten. Der Investor für dieses Vorhaben ist allerdings noch nicht in Sicht. Auf dem Gelände daneben soll die umstrittene Umgehungsstraße gebaut werden.

Wohnanlage Krefelder Straße
10 Uhr: Diese Wohnanlage soll ein Beispiel für schönes Wohnen in Falkensee sein. Die Wohnungen haben Tiefgaragen, die zusätzlich gemietet werden müssen. Die Autos sollen von der Straße weg. Doch die Bewohner haben wohl andere Vorstellungen, die Tiefgaragen sind leer.

Seegefelder Straße
10.15 Uhr: Der Sandhügel in der Seegefelder Straße dient als Bausand, allerdings haben sich jetzt hier Uferschwalben einquartiert. Erst wenn die ihr Sommergeschäft beendet
haben, kann hier wieder weitergebaggert werden.

Skaterbahn an der Seegefelder Straße
10.15 Uhr: Die Skaterbahn wurde durch Mittel von der Firma Semmelhaack gebaut. „Wir haben bewusst den neutralen Ort in der Seegefelder Straße gewählt, damit sich die gesamte Falkenseer Jugend hier ohne Revierstreitigkeiten treffen kann“, erklärt Kissing. Die Anwohner haben allerdings Klage gegen die Lärmbelästigung eingereicht. Ihnen sind die Kinder und Jugendlichen einfach zu laut. Die Stadtverordneten sind sich aber einig und wollen diesen Treffpunkt für die jungen Falkenseer erhalten.

Zu Laut: Die Skaterbahn

Am Gewerbegebiet „Süd“
10.25 Uhr: Kurze Besichtigung des ersten Teils der Umgehungsstraße, der voraussichtlich im Oktober 2001 fertig gestellt wird. Hier herrscht Einigkeit, dass diese Straße zur Entlastung des Verkehrs in Falkensee notwendig ist. Stolz ist man auf die drei Feuchtbiotope entlang der Straße der Einheit.

Neue Erschließung
10.45 Uhr: Das Gewerbegebiet Süd war bisher nur über die Potterstraße erreichbar. Durch die Erschließung über die Leipziger Straße fällt dieser Umweg nun weg.

Wohnanlage Ravenéstraße
10.55 Uhr: Die Wohnanlage will so recht keinem der anwesenden Stadtverordneten gefallen. Auch Bürgermeister Jürgen Bigalke meint: „Hier würde ich auch nicht wohnen wollen!“

Rosenstraße
11.10 Uhr: Hinter dem Rosentunnel soll eine weitere Skaterbahn entstehen. Die freie Fläche gegenüber gehört schon zum Teil der Stadt und soll eventuell ganz erworben werden.

An den Stadtvillen
11.30 Uhr: Hier soll die Rotkehlchenstraße erweitert werden, damit der Bus dort durch das Wohngebiet fahren kann. Die Wendeschleife für den Bus fällt dann weg.

Neues Hauptpumpwerk
11.50 Uhr: Den Abschluß der Ratsversammlung findet im neuen Abwasserwerk von Falkensee an der Finkenkruger Straße statt. Bürgermeister Bigalke darf als erster den roten Knopf drücken. Unsere Reporterin erlebte nun hautnah, wie anstrengend Politik sein kann – vor allem mit einem geborgten Fahrrad!