Stand Juli 2010
Kraftwerk mit Lerneffekt
Von der Schule lernen – das können in Hohen Neuendorf natürlich die knapp 300 Kinder, für die gerade neue Räume in der Niederheide entstehen. Von dieser Schule aber sollen noch viel mehr Menschen lernen – nämlich Bauherren in ganz Deutschland!
Denn das Gebäude entsteht als „Plus-Energie-Schule“. Es  erzeugt mehr Energie als verbraucht wird.  „Die Schule ‚verdient‘ ihren Unterhalt also selbst. Die Stadtkasse wird nicht mit Energiekosten belastet“, erklärt Bürgermeister Klaus-Dieter Hartung. „Dabei  liegen die Baukosten im unteren Drittel der Ausgaben, die deutschlandweit für Schulbauten aufgewendet werden.“
Schule macht Strom
Damit ist das „Kraftwerk mit Lerneffekt“ ein Musterprojekt für die Zukunft. Die Wirkung entsteht durch einen Mix aus ausgetüftelter Planung und modernster Umwelttechnik: „Eine Fensterfront zeigt  konsequent nach Süden. Dadurch erwärmt sich das Haus bei Sonneneinwirkung ganz von selbst. Um die Temperatur zu regulieren, verfügen die Fenster über neuartige, im Glas integrierte Beschattungseinrichtungen. So kann man innerhalb der Fenster den Sonneneinfall steuern. Weil die Klassenräume aber von beiden Seiten Fenster haben, braucht man trotzdem kein künstliches Licht“, erklärt
Dr. Harald Glowatzki von der städtischen Bauverwaltung. Sonnenkollektoren auf dem Dach und ein zusätzliches kleines Blockheizkraftwerk im Gebäude sorgen dafür, dass umweltfreundlicher Strom entsteht, während die Kinder im Klassenzimmer geistig „unter Strom“ stehen.
Geld von Minister Brüderle
Der Modell-Charakter des Baus bewog die Fachleute um Wirtschafts- und Technologieminister Rainer Brüderle zu
einem Zuschuss für die technologischen Mehrkosten in Höhe von rund 900 000 Euro. Das gesamte Objekt wird rund zwölf Millionen kosten. Zum Jahresende 2010 soll Kinderlachen die Flure erfüllen. Jede Klasse erhält einen Heimatbereich mit teilbarem Klassenraum, Garderobe und WC. Man kann jeden Gebäudetrakt inklusive der Turnhalle „in Hausschuhen“ erreichen. „Die Schule wird am Anfang zweizügig sein und einen integrierten Hort haben“, so der Bürgermeister.
Natürlich ist Hohen Neuendorf wie andere Gemeinden nicht vor Sparzwängen gefeit. Den Bildungsbereich nimmt der Bürgermeister aber ausdrücklich davon aus. So soll als nächstes die traditionsreiche „Rote Schule“ für ihre neue Bestimmung als Oberschule umgestaltet werden. Die Bergfelder „Sonnenscheinchen“ erhellen die Flure ihres neues Domizils gegenüber der Grundschule bereits seit einigen Wochen. „Rund um die neue Kita- und den Hort entsteht nach dem Abriss des alten Gebäudes ein schönes Außengelände mit Spielgeräten“, berichtet Klaus-Dieter Hartung. Der benachbarte Spielplatz hat sich als gute Idee erwiesen und erfreut sich großen Zuspruchs.
Sport und Spiele
Mit drei Landesleistungsstützpunkten in der Leichtathletik, bei Rugby und Tischtennis, mit rund 3 000 aktiven Vereinssportlern, sehr erfolgreichen Mannschaften und Leichtathleten bewirbt sich Hohen Neuendorf 2010 erstmals um den Titel als Sportstadt. Bereits 2009 wurde die Waldgrundschule „sportlichste Schule Brandenburgs“. Nun ist die Stadt gerade dabei, eine Sportentwicklungskonzeption zu erarbeiten.
Natürlich ist der Bürgermeister wie die meisten Hohen Neuendorfer etwas traurig, dass die Fußballerinnen den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga diesmal nicht geschafft haben. „Ich war bei vielen Spielen dabei und habe gesehen, dass da unheimlich viel Pech im Spiel war. Andererseits ist es natürlich für uns schwer, in der Profi-Liga gegen große Vereine mit einer entsprechenden finanziellen Ausstattung zu konkurrieren. Ich denke aber, dass ein erneuter Aufstieg möglich ist.“
Die räumlichen Bedingungen dafür sind nun optimal. Der Platz erhielt die gewünschten modernen Mannschaftsräume. Die Borgsdorfer Sportler haben inzwischen ebenfalls ein neues Sportfunktionsgebäude. „Bergfelde steht bereits auf dem Plan“, so der Bürgermeister.
Aber bitte mit Helm!
Für die Jugendlichen wurde in Borgsdorf ein neuer Fahrradparcours errichtet, was das Stadtoberhaupt als bekennenden Zweirad-Fan ganz besonders freut. „Aber bitte nur mit Helm“, empfiehlt er. Der Ortsteil trägt zum kontinuierlichen Wachstum von Hohen Neuendorf bei, und das seit Jahren. Allerdings wird der Raum dafür nun ein wenig knapp, zumindest auf dem Areal der früheren Nelkenzuchtanlage: „Da werden jetzt die letzten verbliebenen Grundstücke bebaut.“
In Hohen Neuendorf selbst soll in Nachbarschaft zum Rathaus durch die Vereine ein neuer Beach-Volleyballplatz entstehen.
An der Planung einer Skateranlage, die sehr wahrscheinlich in unmittelbarer Nähe des HDZ in Bergfelde entsteht, sind die künftigen Nutzer unter der Leitung von Jugendsozialarbeiter Andreas Witt unmittelbar beteiligt.
„Obwohl uns die Fördermittel leider gestrichen wurden, kämpft die Verwaltung für eine schnelle Umsetzung und hat private Sponsoren gefunden“, skizziert der Bürgermeister. „Wir wollen, dass die Jugendlichen schnelle Ergebnisse sehen und ihre Beteiligung als Erfolg in demokratischer Mitwirkung erleben“.
Pfiffige Lösungen
Klaus-Dieter Hartung setzt sichtbar Akzente. Während viele Bürgermeister, wenn sie neu an die Spitze kommen, sich erst mal mit viel Liebe, Akribie und Aufwand um die Neugliederung ihrer Verwaltung kümmern, engagiert sich Hartung lieber für die Wünsche der Bürger. Dabei stehen die unbefestigten oder mangelhaften Straßen oftmals im Brennpunkt der Diskussionen.
„Da schlagen bei den Bürgern häufig zwei Herzen in einer Brust. Natürlich will man eine schöne Straße statt einer
Holperpiste. Andererseits ist niemand über die gesetzlich vorgeschriebenen Eigenanteile glücklich.“
Hartung wagt den Spagat: „Wenn Straßenneubau, dann nur, wenn die Anwohner das wirklich wollen. Allerdings muss es nicht immer die teuerste Lösung sein. So haben wir bereits etliche Anliegerstraßen mit nur einem Fußweg auf einer Seite ausgebaut. Das ist günstiger als andere Lösungen und erfüllt oftmals eben so gut den Zweck.“
Bei der Rudolf Breitscheid Straße fand Hartung eine sehr ungewöhnliche Lösung, indem er dafür Mittel aus dem Konjunkturprogramm der Bundesregierung in Anspruch nimmt. Nun hat die Straße in der Mitte einen Asphaltbelag erhalten. „Bis zu dieser Maßnahme war das die lauteste Straße in Hohen Neuendorf.“
Neue Kulturoase
Die Stadtbibliothek hat nun an der Schönfließer Straße ein neues Domizil. Regelmäßige Ausstellungen im Rathaus, eine neue Förderrichtlinie und der Wegweiser „Künstlerpfad“ zeigen ebenfalls, dass Kultur in der Stadt einen wichtigen Stellenwert hat.
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