Stand Juli 2010
Flotte Mode und Nelken
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Hohen Neuendorf gestern, Hohen Neuendorf heute, dazwischen liegen Welten!
Wer würde heute noch
daran denken, dass von Borgsdorf aus zeitweise sogar der russische Zar mit Nelken versorgt wurde oder eine Bekleidungsfabrik von Bergfelde aus die DDR mit Mode sorgte?
„Die Gefahr, dass unsere Geschichte vergessen wird, wächst mit jedem Tag“, sind sich Petra Schmidt und
Dr. Dietrich Raetzer vom Geschichtskreis einig: „Es ist wichtig, dass die Bürger Gegenstände aus der Vergangenheit nicht wegwerfen. Stattdessen freuen wir uns über diese Erinnerungsstücke. Wir möchten daraus eine Sammlung aufbauen, die in ein richtiges Heimatmuseum münden soll.“
Ariane Fäscher als neue Pressesprecherin der Stadt Hohen Neuendorf hat deshalb im Auftrag von Bürgermeister Klaus-Dieter Hartung die Bürger aufgerufen, interessante Stücke beim Geschichtskreis abzugeben. „Oftmals muss man schnell zugreifen. Uns wurde beispielsweise ein wirklich interessantes Küchenbuffet aus der Gründerzeit angeboten. Weil wir es nicht schafften, schnell genug vor Ort zu sein, landete das schöne Stück schließlich auf dem Sperrmüll“, schildert Petra Schmidt.
Die Freizeit-Historiker gehören zum Kulturkreis Hohen Neuendorf. Sie haben schöne Räume in einem denkmalgeschützten historischen Gebäude in der Karl Marx Straße 24 gleich gegenüber von den Gleisen der Nordbahn.
„Für ein Museum fehlt uns hier aber ganz entschieden der Platz“, so Petra Schmidt.
Also stecken die Geschichtsfreunde in einem ziemlichen Dilemma: Einerseits gilt es zu sammeln, was das Zeug hält. Andererseits fehlt der Platz, um die Exponate vorzuzeigen. „Wir platzen mittlerweile förmlich aus allen Nähten“, so Petra Schmidt weiter. Für ein richtiges Museum dürften die Exponate aber noch zu wenig sein.
Unabhängig vom Museum gehen die Stadt-Historiker ihren unterschiedlichen
Interessensgebieten nach. Petra Schmidt, die über ihre beiden Zwillingssöhne Meik und Sven zum Geschichtskreis kam, engagiert sich besonders für die weitere Erforschung jüdischer Schicksale. Ganz aktuell ging es um das Schicksal der Familie Jacks, an die der erste „Stolperstein“ in Hohen Neuendorf nun dauerhaft erinnert. Weitere Stolpersteine sollen folgen.
Außerdem ist es Petra Schmidt wichtig, dass sich im Geschichtskreis alle Stadtteile zusammenfinden. Schließlich soll das zukünftige Heimatmuseum ja gerade durch die unterschiedlichen Entwicklungen seine besondere Spannung bekommen.
Infos:
Tel. 0 33 03/40 45 28
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