Stand Juli 2010
Mit Freundin hoch hinaus
Mit weniger als Olympia-Gold will er sich nicht abgeben: Hohen Neuendorfs Hoffnung im Stabhochsprung hat sich große Ziele gesetzt – zusammen mit seiner Freundin!
Carlo Paech ist erst 17 Jahre  alt und kann dennoch auf eine beeindruckende Serie von Medaillen verweisen. Er ist Norddeutscher Jugendmeister U18, hat 2009 den zweiten Platz bei den Deuschen
Jugendmeisterschaften U18 gewonnen und sich beim Messen mit den bis zu 20-Jährigen die Bronzemedaille gesichert. Weltweit konnte der Sportler aus den Reihen des SV Electronic Hohen Neuendorf bei den U18, also den unter 18-Jährigen, den zweiten Platz erringen.
Hochsprung „in Familie”
Oft an seiner Seite sieht man die zwei Jahre ältere hübsche Stabhochspringerin Caroline Hasse. Die 19-jährige Sportlerin aus der Baumblütenstadt Werder strebt wie der Hohen Neuendorfer Olympia-Gold an. Sie konnte bereits den Titel als Deutsche A-Jugendmeisterin gewinnen. 2010 stellte sie mit 4,40 Metern einen neuen deutschen Jugend-Rekord in der Halle auf. Gefunkt hatte es zwischen den beiden übrigens bei Wettkämpfen.
Beim Dreiländerkampf Deutschland, Italien, Frankreich im Frühjahr 2010 im
italienischen Ancona gab es Anlass zu einem „Familien-Fest“. Carlo Paech errang Gold mit 5,30 Meter, Freundin Caroline Hasse mit 4,35 Metern Silber.
„Einfach cool!”
Der Hohen Neuendorfer stammt aus einer sportlichen Familie: „Meine Mutter Kerstin Paech hat lange Mehrkampf betrieben. Ich habe ebenfalls mit Leichtathletik angefangen, damals war ich etwa sechs Jahre alt“, erinnert sich Hohen Neuendorfs sportliches Aushängeschild zurück. „Irgendwann sah ich mal beim Stabhochsprung zu. Ich fand es cool, wie die über so große Höhen fliegen.“
Und so begann der ehrgeizige Carlo Paech mit elf Jahren das, was nun wie eine wunderbare Weltkarriere aussieht. „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, wenn man den Stab loslässt und durch die Luft saust“, schwärmt er von seiner relativ seltenen Sportart.
Nur nicht daneben fallen!
„Allerdings erfordert es durchaus Mut, sich so hoch zu schwingen. Beim Sprung
erlebt man totale Spannung: Bekomme ich es hin, im richtigen Moment loszulassen, schaffe ich es über die Latte, bekomme ich ein gute Landung hin?“ Denn die größte Unfallgefahr ist, „aus dieser ja schon beachtlichen Höhe
neben der Matte aufzuschlagen und sich entsprechend zu verletzen.“ Einmal hatte Carlo Paech bereits dieses Pech, zum Glück ist nichts passiert.
Von Anfang an Sieger
Der Hohen Neuendorfer erinnert sich noch gut an den ersten Wettbewerb: „Das war eine Hallenaustragung 2004 in Premnitz. Da konnte ich mit gerade mal 1,80 Meter gleich auf Anhieb den ersten Platz gewinnen!“
Jedes Jahr ging es höher. Heute ist sich Carlo Paech sicher: „Die Höhe von 5,70 Metern kann ich schaffen!“ Seine nächsten Ziele sind die Qualifizierung für die U20 WM in Moncton. „Fernziel sind die olympischen Spiele 2012 in London.“ Dafür sind aber noch etliche Höhenflüge nötig, denn 2008 stellte der Australier Steve Hooker mit 5,96 Meter einen neuen olympischen Rekord auf.
Eingesperrte Elite
Carlo Paech ist ebenso wie seine Freundin Caroline Hasse eine große Hoffnung des Deutschen Sports. Er geht in die „Eliteschule des Sports Friedrich-Ludwig-Jahn“ in Potsdam und wohnt die Woche über im „Haus der Athleten“, dem Internat für die Schüler der Klassen 7 bis 13. Zugleich ist hier der Olympia-Stützpunkt, wo unter anderem Leichtathletik-Hoffnungen wie Paech und Hasse gezieltes Training erfahren. Mit dieser Einrichtung wurde die frühere Eliteförderung der DDR-Spitzensportler am selben Standort wieder aufgenommen.
Offenbar wurde dort noch mehr an „Tradition“ übernommen. So wird selbst ausgewiesenen Journalisten der freie Zutritt zu den Sportler-Wohnungen von einer ganzen Crew ansonsten wenig beschäftiger Portiers-Frauen verweigert, „schließlich
haben wir hier viele Minderjährige“.
Carlo Paech muss sich mit diesem ungewollten „Beschütztwerden“ noch ein wenig abfinden, denn erst am 18. Dezember 2010 wird er „endlich 18“.
Dann hofft er auf weniger Gängelung im Internat. Zudem wird ein Wunschtraum wahr: „Ich fahre leidenschaftlich gerne Auto und habe den Führerschein bereits mit 17 Jahren gemacht. Nun ist es etwas lästig, dass ich nur mit Begleitperson ans Steuer darf.“ So ein Glück, dass die Freundin schon volljährig ist und einspringen kann.
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