Stand Juli 2011
Roter Bürgermeister liebt es grün
Hohen Neuendorf soll eine für Radfahrer und Fußgänger attraktive Stadt werden. Ökologische Verkehrs-, Bau- und Energiekonzepte nehmen einen hohen Stellenwert ein.
Dabei geht der Bürgermeister, für den „ökologisch“ gleichbedeutend mit „nachhaltig hoher Lebensqualität“ steht, mit gutem Beispiel voran, denn „grün“ steht nicht für die Farbe des Parteibuches, sondern für die Zukunftsperspektive der Stadt im Grünen als Wohnstandort und Lebensmittelpunkt für Menschen
aller Generationen.
So geht es Fahrrad-Fan Klaus-Dieter Hartung darum, Hohen Neuendorf als Stadt im Grünen zu erhalten und bekannter zu machen, ohne dabei in der Modernisierung oder Infrastruktur Abstriche zu machen. Er kommt mit dem umweltfreundlichen Zweirad zur Arbeit ins Rathaus, hat für die Mitarbeiter Dienstfahrräder und erdgasbetriebene Fahrzeuge angeschafft, fördert den Radwegebau, den
naturnahen Sport und hat an Schulen und vor öffentlichen Gebäuden viele zusätzliche Fahrradständer installieren lassen. Er sorgt kontinuierlich dafür, dass Radfahrer, Fußgänger, Senioren mit Gehhilfen und Eltern mit dem
Kinderwagen immer besser durch die Stadt kommen.
Gehwege und Parkbänke
Dafür wurden allein in einem Jahr 17 Kilometer Geh- und Radweg neu gebaut oder befestigt. Wem es auf so einer langen Strecke zu anstrengend wird, der kann auf einer der über 60 neuen Parkbänke eine Ruhepause einlegen.
Wer gerade nicht unterwegs ist, soll sein zu Hause in Ruhe genießen können. Deshalb kämpft die Stadt im Zuge des sechsspurigen Ausbaus der Autobahn A10 für „den Erhalt des Schutzwaldes und den besten Lärmschutz, den es für Geld zu kaufen gibt“, so Klaus-Dieter Hartung.
Grüne Kulturstadt am
blauen Band der Havel
In dem im Jahr 2010 verabschiedeten Leitbild der Stadt schrieben die Bürger Politik und Verwaltung ins Pflichtenheft, Hohen Neuendorfs Charakter als „Grüne Stadt an der Havel“ verstärkt ins Bewusstsein zu rücken. Dazu gehört viel mehr als naturnaher Sport und Bäume. Klaus-Dieter Hartung freut sich über die Aktivitäten der Waldjugend, die am Mauerweg einen Lehrgarten unterhält, der Schulen aus Berlin und Brandenburg zu einem Besuch nach Hohen Neuendorf zieht. Hier gelingt im ehemaligen Grenzturm die Verbindung von Natur und Mauer-Geschichte. Ganz neu ist die Imkerstation, die den Bürgermeister als Bienenfreund aus der Stadt mit dem Bieneninstitut gerade deshalb besonders freut, weil sich hier Tradition und Zukunft der Stadt wunderbar verbinden. Zwei tanzende Bienen begrüßen Besucher und Bürger am Bahnhof in der „Bienenstadt“ Hohen Neuendorf. Die Skulptur ist ein Geschenk der „Freunde des Bieneninstituts“.
In enger Zusammenarbeit wählen Verwaltung, Naturschützer und Bienenfreunde deshalb die zu pflanzenden Gehölze an Straßen, am Mauerweg und in den Grünanlagen nach den Bedürfnissen der Bienen und nach Vielseitigkeit aus. „Mit seinen zahlreichen Arbeiterinnen in den Bienenvölkern ist übrigens das Bieneninstitut der mit Abstand größte Arbeitgeber in Brandenburg“, stellt der Bürgermeister augenzwinkernd fest.
Die tanzenden Bienen zeigen neben Fassadenkunst und einer ansteigenden Zahl von Galerien und Lesungen sowie fünf Bibliotheken, dass hier Kultur groß geschrieben wird. Die Stadt ist schließlich traditionell Wohnsitz namhafter Künstler vieler Genres.
„Münte“ als Baum-Pflanzer
Als sehr attraktiv hat sich die Idee des Hochzeitswaldes auf dem ehemaligen Mauerstreifen erwiesen, wo Brautpaare anlässlich ihrer Vermählung einen Baum pflanzen. Zum Ehrentag nicht ganz rechtzeitig geschafft hatte es der frühere SPD-Chef Franz Müntefering. Dafür holten er und seine Ehefrau Michelle-Jasmin Müntefering dies dann zum ersten Jahrestag ihrer Hochzeit im Dezember 2010 nach. „Seitdem haben wir einen Müntefering-Baum“, schmunzelt Klaus-Dieter Hartung ein wenig stolz.
Rote Schulen
Als Komplementärfarbe zu Grün sind in Hohen Neuendorf die Schulen und Horte rot. In Bergfelde strahlen nun die Gebäude von Kita und Hort in frischer Farbe und wirken mit der aufgelockerten Bauweise sehr einladend.
Allerdings, einen kleinen Wermutstropfen für den grün-denkenden Bürgermeister mit dem roten Parteibuch gab es schon: „Die beiden alten Eichen an der Grundstücksecke hätte ich sehr gerne erhalten wollen. Doch dann hätte man den Bau verändern müssen, das war leider nicht vermittelbar.“
Wenn man in Hohen Neuendorf von der „Roten Schule“ spricht, meint man allerdings nicht den Neubau in Bergfelde sondern das historische ziegelrote Bauwerk mit der langen Geschichte im Herzen der Stadt. An das hat Klaus-Dieter Hartung so manche eigene gute Erinnerung, drückte er hier doch über sechs Jahre selbst die Schulbank.
Schule mit Power!
Das Gebäude wird nun schnell zur Oberschule umgebaut, denn die Grundschüler bekommen mit der bundesweit aufsehenerregenden „Energie-Plus-Schule“ in der Niederheide ein neues, solargedecktes Dach über dem Kopf. „Hier wurde zusätzlich etwa eine Million
Euro weitgehend aus den Mitteln des Bundesforschungsministeriums investiert, um zu zeigen, dass selbst ein so großes öffentliches Gebäude letztlich mehr Energie erzeugen kann als es verbraucht“, ist Klaus-Dieter Hartung zu Recht stolz auf einen Bau, der der Stadt schon viel nationale und
internationale Aufmerksamkeit beschert hat. Es ist ein bundesweites Modellprojekt, das Mut und auch Geduld erfordert: „Ich denke, dass es etwa zwei Jahre dauert, bis alles so austariert ist, dass wir wirklich Energie im Überschuss erzeugen und ein ideales Energiemanagement entwickelt ist“, lautet seine Einschätzung.
Über 540 Messstellen werden dafür von universitären Forschungseinrichtungen überwacht, ausgewertet und justiert.
Sport im Wort
Die neue Schule ist in Nachbarschaft des aufwändig modernisierten Sportplatzes, an dem gut zu erkennen ist, dass es den Stadtverordneten und der Verwaltung ernst damit ist, ihren Ort als Sportstadt zu sehen. Der Erfolg der Fußball-Frauen, die fast den Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga geschafft hätten und stolz den Berliner Landespokal nach Hohen Neuendorf holten, gibt diesem Engagement recht. Im Rugby, beim Tischtennis und in der Leichtathletik darf sich die Stadt „Landesleistungsstützpunkt“ nennen. Die Handballer des FSV Forst Borgsdorf erklimmen Klasse um Klasse.
Des Bürgermeisters Engagement für den Sport zeigt sich außerdem momentan gleich in Nachbarschaft des Rathauses, wo jüngst ein neuer Beach-Volleyballplatz entstand und mit einem Freundschaftsturnier eröffnet wurde.
Der Platz soll besonders der Trainingsunterstützung der erfolgreichen Rugby- und Volleyball-Spieler dienen. Beide Vereine hatten das Areal gemeinsam mit der Stadt gebaut.
In Bergfelde entstand ein Boule-Platz, wo besonders die Senioren gerne eine
gesellige Kugel schieben. Der Sportplatz erhält ein neues Funktionsgebäude, das später einmal an den neuen Standort mit umziehen kann. Beim Ringen um einen neuen Standort für den Sportplatz in Bergfelde fühlen sich viele an die
unendliche Geschichte erinnert. Nach der Prüfung von weit mehr als 20 Varianten für einen neuen Standort, scheint allerdings nun ein Platz gefunden. Letzte Klarheit muss der Bebauungsplan bringen.
Mit rund 100 Vereinen ist Hohen Neuendorf eine gesellige und sportbegeisterte Stadt, die aus der Breite der Jugendförderung regelmäßig Nachwuchstalente von internationalem Spitzenniveau entwickelt. Mit der Waldgrundschule hat sich die Stadt in der Nachwuchsförderung noch besser aufgestellt: Zwei der drei Züge laufen mit Sportbetonung. Ein Sportentwicklungskonzept hilft ferner dabei, die Kapazitäten bedarfsgerecht weiter auszubauen. Schließlich will Hohen Neuendorf auch in Zukunft in vielen Bereichen auf dem Sprung an die Spitze sein!
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