Stand Juli 2011
Mit Blaulicht auf die Leinwand
Ordnung muss sein, das gilt insbesondere für Kinofilm und TV. Wo Unterhaltung drauf steht, ist oft die Polizei in irgendeiner Art und Weise drin. Häufig kommt die aus Hohen Neuendorf.
Von hier aus betreibt ein kleiner Kreis ehemaliger Polizisten einen ganz besonderen Service für Filmproduktionen aller Art. Sie verleihen Original-Polizeiausstattung.
Die „Polizeiagentur“ der Blue White GmbH um Maximilian Kraft und Sascha Bieseke sorgt für Authentizität in Krimis und Spielfilmen, in Serien und manchem Werbespot.  
Polizei-Flotte auf dem Hof
Von vorne würde man kaum vermuten, dass sich mitten in Hohen Neuendorf alles das „versteckt“, was im echten Streifendienst, bei SEK-Einsätzen oder der Kriminalpolizei zum Einsatz kommt. Doch hat man erst den Hinterhof
betreten, reibt man sich die Augen: hier stehen Einsatzwagen, vom Jeep bis zur feinen BMW- und Mercedes-Limousine. Sie sind grün-weiß oder blau-silber lackiert und mit Blaulicht, Sprechfunk und allen polizeitypischen Details
ausgerüstet. Sascha Bieseke lässt sich nicht lange bitten, setzt die Mütze auf und zeigt die Kelle...
Die Polizeiagentur gibt es gerade mal zwei Jahre. Doch ihre Arsenale können sich sehen lassen. In der Kleiderkammer finden sich mehrere Regalmeter an Hemden und Uniformen. Die SEK-Kammer beinhaltet alles, was die geheimnisumwitterte Spezialabteilung an Ausrüstung hat. Sogar die High-Tec Helme sind da. Wer die zu tragen hat, ist nicht zu beneiden, denn sie sind so schwer, dass man sie kaum mit einer Hand balancieren kann.
Alles Originale
Im Arsenal finden sich die unterschiedlichsten Mützen, „aktuell sind vier im Gebrauch“, so Sascha Bieseke. Der Film-Polizist lässt sich in Hohen Neuendorf von Kopf bis Fuß ausrüsten, von Schuhen und Socken bis zum Schlagstock fehlt nichts. „Alles bei uns ist original, nur die Waffen sind Attrappen“, so Maximilian Kraft.
Die Polizeiagentur ist offenbar in eine Marktlücke gestoßen, denn ihre Ausrüstung ist weltweit gefragt. „Immer wenn es um deutsche Polizei geht,
können wir helfen“, so Sascha Bieseke. Dass die Hohen Neuendorfer so gut im Geschäft sind, liegt sicher mit daran, dass sie einen kaum zu überbietenden Service offerieren.
600 Beamte in Bereitschaft
„Wir können auf bundesweit an die 600 Polizeibeamte zurückgreifen, die gerne und natürlich mit offizieller Genehmigung ihrer Arbeitgeber für Filme zur Verfügung stehen. Oftmals kommen Regisseure und Drehbuchautoren gleich am Anfang eines Projekts zu uns. Wir können dann fundiert beraten, welche Abläufe realistisch wären. Haben wir darüber selbst nicht das Fachwissen, weil es beispielsweise ein ganz besonderes Gebiet ist, so können wir auf Spezialisten zurückgreifen, die in der Materie drin sind“, beschreibt Maximilian Kraft, wie sie gerne für Authentizität auf der Leinwand sorgen.
Kino und TV
Die Liste der Filme, in denen die Hohen Neuendorfer für echt-wirkende Polizei sorgten, ist kaum zu überblicken.
Natürlich sind die gewohnten Krimi-Serien wie Tatort, K11 und SOKO Leipzig dabei.
Gerade soeben haben sie beim Kinofilm „Oma in Roma“ mit Marianne Sägebrecht mitgewirkt. Beim Drama „Die verlorene Zeit“ waren sie für die Fachberatung verantwortlich. Xavier Naidoo griff in seinem Musikvideo zu „Halte durch“ auf die Hohen Neuendorfer zurück. Für den Kinofilm „Tatanka Skatenato“, der im Boxermilieu spielt, waren sie neben der Ausrüstung der Polizisten für die Ausstattung der SEK-Beamten tätig. Polizeitechnik aus Hohen Neuendorf war für „Unser Charly“ ebenso wie für „Lasko – Die Faust Gottes“ im Einsatz. RTL-Explosiv bediente sich aus dem Arsenal, Werbespots von Nissan, Dacia und dem Sender „13th Street“ entstanden durch Unterstützung aus
Hohen Neuendorf. Insgesamt weit über 100 Produktionen umfasst die Referenzliste des Unternehmens, das es erst seit 2009 überhaupt gibt.
Als ehemalige Polizisten wissen die Polizeiagentur-Chefs natürlich ganz genau, dass ihre Arbeit einen sehr sensiblen Bereich betrifft. Deshalb gehört ein Rechtsanwalt fest zur Crew. Wer nun meint, mal mit einem ausgeliehenen Polizeifahrzeug so richtig Spaß haben zu können, der irrt: „Unsere Fahrzeuge werden nur von echten Polizisten gefahren.“ Selbst wer hofft, als Privatmann mal eine Uniform ausleihen zu können, hat, leider, ebenfalls Pech!
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