Stand Juli 2012
Cheops-Steine für die Umwelt
Ägypten ist stolz auf seine Cheops-Pyramide, Hohen Neuendorf pflastert mit Cheops-Steinen Straßen!
Bürgermeister Klaus-Dieter Hartung führt gerne zum „Tatort des historischen Frevels“, der sich am Richard Wagner Platz und an der Heinrich Heine Straße versteckt.  
Cheops-Steine ohne Cheops
Dort gibt es dann die große Ernüchterung: Die Cheops-Steine entpuppen sich keineswegs als Bruchstücke der geheimnisumwitterten gut 4500 Jahre alten Pyramide, in der der gleichnamige ägyptische Pharao seine letzte Ruhe fand. Sie sehen stattdessen aus wie schnöde Betonsteine unserer Zeit, und das sind sie auch, einerseits! Der Bürgermeister weiß jedoch mehr: „Diese Straßen sind erst der Anfang, denn mit diesen Steinen verfolgen wir ein neues Konzept des ökologischen Straßenbaus. Das Besondere hier ist, dass das Regenwasser auf ganz natürliche Weise zwischen den Fugen versickert und durch die spezielle Fugenform und Füllung eine Filterung des Niederschlagswassers erfolgt. Das ist gut für die Umwelt und spart zudem Kosten für eine aufwändige Entwässerung.“ Darüber können sich besonders die Anlieger freuen, denn sie sind laut Gesetz an den Baukosten mit 90 Prozent beteiligt.
Hell und sparsam
Weil der Bürgermeister nicht gerne halbe Sachen macht, bekam die Straße als weiteres Modellprojekt gleich noch eine Beleuchtung mit besonders sparsamen und dennoch hellen LED-Straßenlampen. Das soll nun in Hohen Neuendorf überall in der Stadt Schule machen, denn damit sind erhebliche Energieeinsparungen von über 90 Prozent möglich!
„Wir haben bei allen neuen Straßenlaternen in den letzten Jahren bereits darauf geachtet, dass die Umrüstung ohne großen Aufwand möglich ist“, so Klaus-Dieter Hartung. Denn die gesamte Straßenbeleuchtung auf die energiesparenden LEDs umzurüsten ist eines der großen Geld- und CO2-Einsparprojekte in der Stadt, macht doch die Straßenbeleuchtung einen überwiegenden Anteil der gesamten städtischen Stromkosten aus.
Stromvergeuder im Blick
Wie nötig der bewusste Umgang mit Strom ist, ergab die Energiebilanz, die die Stadt erarbeiten ließ. Das Ergebnis war überraschend: „Obwohl wir viel weniger Gewerbe als vergleichbare Städte haben, ist bei uns der CO2-Ausstoß genauso hoch. Das bedeutet, dass in den Bereichen Wohnen und Verkehr in Hohen Neuendorf überdurchschnittlich viel Treibhausgas erzeugt wird!“ Und das, obwohl der Bürgermeister selbst bei Wind und Wetter umweltschonend auf dem Zweirad in die Amtsstube und zu Ortsterminen radelt!
Intelligente Lösungen
„Im nächsten Schritt soll ein Klimaschutzkonzept erarbeitet werden, das im engen Verbund mit den Bürgern umgesetzt werden soll. Dabei werden intelligente Lösungen eine wichtige Rolle spielen“, blickt Klaus-Dieter Hartung in die Zukunft. Man sieht ihm an, dass ihm das Thema sehr wichtig ist, denn „dem Ingenieur ist nichts zu schwör“. Schließlich hat Klaus-Dieter Hartung lange Berufserfahrung als Ingenieur bei der Telekom gesammelt.
Dass er mit seinen Weichenstellungen richtig liegt, beweist die große Aufmerksam für die Plus-Energie-Schule in der Niederheide. Sie brachte Hohen Neuendorf international ins Rampenlicht. „Entgegen manchen Befürchtungen funktioniert die Technik dort bereits jetzt bestens. Wir hatten mit einer längeren Anlaufzeit gerechnet“, freut sich Klaus-Dieter Hartung.
Schwung fürs Internet
Hartung findet Technik wichtig, wenn sie dem Menschen dient. So wie in der Modell-Schule in der Niederheide. Deshalb ist es verständlich, dass es ihm schon lange ein Dorn im Auge war, sein Hohen Neuendorf in vielen Teilen vom schnellen Datenfluss abgekoppelt zu sehen. „Die Telekommunikations-Anbieter waren jahrelang nicht dazu zu bringen, alle Teile von Hohen Neuendorf mit DSL zu versorgen“, blickt der Bürgermeister zurück.
Da kam ein Programm der Landesregierung gerade recht, das bei der Wirtschaftsförderung ansetzt. Nun bekommt tatsächlich sogar das letzte Haus an der entlegensten Straße seinen leistungsfähigen Datenanschluss. „Das ist für viele Betriebe überlebenswichtig. Bei Ausschreibungen beispielsweise läuft vieles übers Internet.“ Die Kosten trägt zu 90 Prozent das Land Brandenburg, Hohen Neuendorf muss also nur einen kleinen Teil beisteuern.
„Ich hoffe, dass Hohen Neuendorf zum Jahresende 2012 mit schnellem Internet flächendeckend versorgt ist“, freut sich der Bürgermeister auf die Rolle als Daten-Weihnachtsmann.
Versenkte Sporthalle
Familie, Sport und Jugend liegen dem Bürgermeister sehr am Herzen. Die Jugend kann sich nun über eine moderne Schullandschaft freuen. Die altehrwürdige Rote Schule, wo Klaus-Dieter Hartung selbst Rechnen und Schreiben geübt hat, wurde zur Dr. Hugo Rosenthal Oberschule.
Die Grundschüler, die dort ursprünglich waren, haben nun in der Niederheide ganz neue Räume. Als nächstes steht die Grundschule in Borgsdorf im Fokus der Aufmerksamkeit. Sie grenzt an den modernen Sportplatz und soll eine neue Zweifeld-Turnhalle bekommen. Schulleiterin Sibyll Pelka-Maywald freut sich auf das behindertenfreundliche und sehr helle Gebäude. „Die Halle hat eine Gesamthöhe von neun Metern. Knapp die Hälfte davon wird in den Boden gebaut, so dass oben ein Baukörper mit vielen Fenstern zu sehen ist. Die Mehrkosten belaufen sich auf rund zehn Prozent. Ich denke, dass sich diese durch Ausnutzung der Erdwärme schnell selbst refinanzieren“, beschreibt Bürgermeister Klaus-Dieter Hartung das wieder mal ungewöhnliche Projekt. Ansonsten hätte die Sporthalle die übrigen Dächer zu sehr überragt.
Ein weiterer positiver Nebenaspekt ist dabei, dass der Lärm im Gebäude gehalten und die Nachbarn geschont werden, denn die Halle soll neben der Schule von Vereinen für spannende Wettkämpfe genutzt werden können. Und: nie war barrierefrei so günstig! Ebenerdige Zugänge in den Zuschauerbereich ersparen teure Rampen und Aufzüge.
Neues Leben am S-Bahnhof
In Bergfelde ist inzwischen ein „Sportfunktionsgebäude to go“ entstanden, denn die Sportplatzfrage ist noch immer in der Diskussion. Das mobile Haus kann nun bequem mit umziehen, wenn der endgültige Platz gefunden ist.
Hohen Neuendorf mausert sich in Sachen Kultur. Die Stadt hat das Bahnhofsgebäude gekauft und möchte darin ein Kulturzentrum mit vielfältigen Funkionen errichten. „Wir stellen uns einen kulturellen und touristischen Kristallisationspunkt mit Stadtinformation, Bibliothek, Gastronomie, vielseitig nutzbarem Veranstaltungssaal, Probenräumen, einem Jugend-Treff und Gewerbe vor. Hier sollen Senioren und der Kulturkreis seinen Sitz haben“, skizziert der Bürgermeister den gemeinsamen Wunsch von Stadtverordneten und Verwaltung.
Bereits 2013 könnte der „Kulturbahnhof“ als Tür zur Stadt Gestalt annehmen.  
Bürger stellen Zukunftsweichen
Ein zentrales Thema in der Stadt ist die Zukunftsentwicklung. Als Vorstufe zum Flächennutzungsplan ist Hohen Neuendorf gerade dabei, eine Verkehrsentwicklungs- und Landschaftsplanung auf den Weg zu bringen. Erstmals wurden die Bürger im Vorfeld aktiv in die Planung einbezogen, während sie früher nur die Möglichkeit hatten, Einwände gegen eine von der Verwaltung festgelegte Planung erheben zu dürfen. „Wir haben dafür eine extra Seite ins Internet gestellt und sechs Bürgerversammlungen durchgeführt. Schließlich geht es unter anderem um die eigene Straße vor dem Grundstück und die Wege, die man täglich benutzt. Nun sind wir dabei, die Anregungen der Bürger in die Planung einzuarbeiten. Bis zum Jahreswechsel wird daraus ein Gesamtkonzept, über das man dann nochmals diskutieren kann“, beschreibt Klaus-Dieter Hartung seinen Weg, zusammen mit den Bürgern die Zukunftsweichen für seine „grüne Stadt vor den Toren Berlins“ zu stellen.
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