Stand Juli 2012
Lehrerin macht Musik „in Farbe“
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Erst las sie den Kindern die Leviten, nun verführt sie das Publikum in der Region Hohen Neuendorf mit ihrer hellen prägnanten Stimme zum Träumen.
Nadja Felscher fasziniert mit vertonten Gedichten. Gerade hat sie Elke Laske-Schüler für sich entdeckt. Das klingt verstaubt, doch es droht alles andere als altes Liedgut! Denn die Borgsdorferin ist Rockmusik-Fan mit Blues in den Adern.  
Erfolg mit den Beatles
Sie hat durch die Beatles ihre Musikalität entdeckt und dabei schon als Jugendliche dafür Applaus eingeheimst. „Meine Auftritte mit Beatles-Songs waren in meiner Umgebung sehr gefragt“, schmunzelt sie, wenn sie an diese Zeit im damaligen Grenzort Lenzen an der Elbe zurückdenkt. Heute hört sie gerne deutschsprachige Musik, schwärmt von Keimzeit und den fantasievollen Texten von Norbert Leisegang. Sie hat die Pop-Ader im Romantik-Dichter Rainer Maria Rilke entdeckt und daraus  Songs gemacht!
Multi-Künstlerin
Eigentlich heißt Nadja Felscher nicht Felscher sondern Kirchhöfer. „Felscher ist mein Mädchenname, daraus habe ich meinen Künstlernamen gemacht“, klärt sie auf. Für Besucher gut zu wissen, denn am Klingelschild steht weit und breit gar nichts von Felscher!
Dennoch hat sie mehr als ein Anrecht auf einen Künstlernamen, denn sie ist eine ungewöhnlich vielseitige Künstlerin. Zu ihren Metiers gehören Singen, Komponieren, Dichten und Malen. „Ich mag es, wenn man in komprimierter Form viel aussagen kann“, erklärt sie, warum sie Gedichte schreibt. 2011 ist ihr Gedichtband „Ich.Blicke“ erschienen. „Lyrik ist keine Massenkost fürs breite Publikum“, weiß sie. „Aber ich kann mich damit so ausdrücken, wie ich es empfinde. Ich bin ein Gefühlsmensch!“ Der Band enthält übrigens noch mehr als Gedichte. Die Autorin hat ihn mit eigenen Bildern illustriert.
Musik im Blut
Sie schreibt erst seit 2009, ihre erste Begeisterung war für die Musik reserviert. Ihr Talent wurde bereits in der Kindheit entdeckt. Das brachte ihr einen Platz in einem musikbetonten Gymnasium in Schwerin ein. Darauf folgte das Musik- und Geschichtsstudium an der Berliner Humboldt Universität. Das brachte ihr neben dem Abschluss das Glück fürs Leben, denn dort verliebte sie sich in einen netten Geschichtsstudenten, der dann zum Ehemann wurde.
Abschied vom sicheren Beruf
Lehrer sind gefragt, heute mehr denn je. Umso erstaunlicher ist es, dass sich die Mutter von drei Kindern im Alter von sechs, elf und 13 Jahren „über Nacht“ entschloss, dem sicheren Schuldienst den Rücken zu kehren. „Ich hatte dort keinerlei Probleme, aber ich spürte, dass es im Leben noch mehr geben müsste.“ Sie sprang kurz entschlossen ins kalte Wasser der Kunst.
Eigene CD bei Amazon
Als sie dem renommierten Musikproduzenten Helge Krebs aus Birkenwerder ihre Songs vortrug, war der sofort begeistert. Die CD wurde in kurzer Zeit aufgenommen, „das meiste musste maximal einmal wiederholt werden“, berichtet die 40-Jährige. Die Platte fand sogar ein richtiges Label und wird nun ebenso wie ihr Buch über Amazon beziehbar sein.
Das Bild dahinter
Nadja Felscher sagt „Musik ist Farbe“, aber gerade da, wo man Farbe erwartet, bei ihren Bildern, die meisten davon nicht figürlich, fehlt diese größtenteils: „Bei den Bildern soll man neugierig auf das Bild hinterm Bild sein, da würde zuviel Buntheit nur ablenken“, klärt sie diesen scheinbaren Widerspruch auf. Schön ist, dass Nadja Felscher zunehmen in der Region auftritt. Wenn man die Gelegenheit zu einem Konzert mit ihr findet, sollte man diese unbedingt wahrnehmen, denn die ungewöhnliche Mischung aus Blues und Rock macht neugierig, auf die Musik, auf Lieder und auf die Bilder, die sie im übertragenen Sinne und tatsächlich, auf der Leinwand erschafft.
Infos:
Tel. 0 33 03/21 86 68
www.nadja-felscher.de
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