com0235.tif
com0245.tif
Lachen ist gesund, das gilt als
anerkannte Weisheit. Ein Autor aus
Hohen Neuendorf sorgt Tag für Tag
dafür, dass inbesondere Radiohörer und
Fernsehzuschauer in ganz Deutschland
sich vor Lachen kugeln.

Michael Maak, 48, stammt aus einer
Pädagogenfamilie und wuchs im feinen
Düsseldorf auf. Im Gegensatz zu den
Eltern faszinierte ihn mehr die schnöde
Technik als die Geisteswissenschaft.
Nach dem Elektrotechnik-Studium fand er
Arbeit als Toningenieur bei „Radio NRW“,
das flächendeckend in Deutschlands
größtem Bundesland sendete.    
Mischpult und Gags
Dort sah es für ihn erst wenig nach einer
großen Karriere aus: „Ich wurde
vorwiegend im ungeliebten Nachtdienst
eingesetzt“, erinnert er sich zurück. Doch
genau das sollte ihm als ungeahntes
Sprungbrett zu einer Karriere dienen, wie
er sie sich niemals selbst vorgestellt hatte:
„Um die Sache in der Zeit, wo es ohnehin
wenig Hörer gibt, aufzulockern, wurde ich
aufgefordert, mir Gags auszudenken, die
man in die Moderationen einbauen kann!“
Der Toningenieur traf spontan den
richtigen Ton und die Lachnerven der
Zuhörer. Das führte schließlich dazu, dass
er bereits 1995 endgültig das Mischpult
gegen die Computertastatur eintauschen
konnte.  
Aktiv für Harald Schmidt
Denn sehr schnell hatte sich sein
Ideenreichtum in der Comedy-Szene
herumgesprochen: „Ich hatte mich bei
Harald Schmidt beworben und war prompt
von ihm als Autor für die ‚Harald Schmidt
Show‘ engagiert worden. Das bedeutet,
dass bei mir nun bis mittags von der
Redaktion ausgesuchte Nachrichten per
Fax eingingen und ich mir dazu Gags
ausdenken konnte, die dann in der Sendung
verwendet wurden.“ Maak erinnert sich
noch gut: „Das war eine gute Schule, es
gab wenig Geld, gerade mal 175 Mark für
einen Gag und musste immer schnell
gehen. Aber man war stets am
Tagesgeschehen dran und lernte, die
aktuellen Ereignisse mit der Comedy-Brille
zu reflektieren.“
Immer hinter den Kulissen
Seit 2004 fühlt sich der Mann mit dem
ungewöhnlichen Beruf „Comedy-Autor“ in
Borgsdorf am idyllischen Seeufer wohl.
Wer nun erwartet, dass Michael Maak im
Gespräch von Gag zu Gag hüpfen
würde, wird enttäuscht: „Was später lustig
wirkt, ist harte Gedankenarbeit, die
konzentriertes Arbeiten erfordert“,
beschreibt er seine Tätigkeit. Von ihm
selbst sind die „Witze“ ohnehin kaum zu
hören: „Ich halte meine Stimme nicht für
Mikrofon geeignet und
trete deshalb niemals auf“, enttäuscht er
manche Erwartungen. Damit gehört er zu
den ganz wenigen Comedians, die nur im
Hintergrund wirken!
Kanzler WG und Queen Angie
Dabei gehört der Hohen Neuendorfer zu
den herausragenden Gag-Erfindern. So trat
seine „Kanzler WG“, die Gerhard Schröder
mit Helmut Kohl  „verband“, einen
stürmischen Siegeszug an. Sie entstand
ursprünglich für einen Lokalsender in
NRW. Bald schon wurde sie von weiteren  
Radiostationen adaptiert, die jeden Tag
eine Folge sendeten. Über 900 Folgen
begeisterten bundesweit die Zuhörer.
Ähnlich erfolgreich wurde „Angie – die
Queen von Berlin“, die täglich Zuhörer von
Dresden bis Köln, von den Alpen bis zur
Küste begeistert.  
Telefon-Spaß
Ein weiterer Erfolg wurde die
„Beschwerde-Hotline“, die für 104,6 rtl
entstand und jeden Tag die Hörer in Berlin
und anderen Großstädten in Deutschland
begeistert. Dort geht es um fingierte
Anrufe bei Hörern, die mit aktuellen
Ärgernissen wie Reduzierung der DSL-
Geschwindigkeit aufs Glatteis geführt
werden. „Dabei gilt es aber immer darauf
zu achten, dass man nicht gerade eine
Rentnerin anruft, die sich wirklich
erschreckt“, nennt Michael Maak die
Gefahren. „Edno Bommel – der Tiger von
Glauchau“ sorgt mit sächsischem Akzent,
DDR-Touch und kuriosen Erlebnissen für
Begeisterung.
Aktiv für die Stars
Auf der Bühne ist Michael Maak ebenfalls
präsent, durch den „Mund“ von
angesagten Comedians wie Atze Schröder,
Harald Schmidt und Gaby Köster, für die
er regelmäßig Gags schreibt. „Von denen
bin ich selbst ebenfalls begeistert, denn die
sind immer authentisch. Das kann man
beispielsweise von Mario Barth nicht
sagen, der auf der Bühne gerne die sozialen
Verwerfungen kritisiert und selbst in seiner
Garage in Düsseldorf neun Ferrari zu
stehen hat!“
Sein Geheimrezept für gute Gags: „Beim
Ausdenken darf man das niemals als Arbeit
ansehen, sonst verliert man die Kreativität.
Auf der Bühne kommt es auf das exakte
Timing an.“
Seine Lieblingscomedy-Sendung? „Neben
Harald Schmidt fasziniert mich die ‚heute-
show“, das ist Satire vom Feinsten!“
Gags aus der Idylle
Vom idyllischen Borgsdorf lässt er sich
gerne in seiner Arbeit beflügeln: Dort, von
der Terrasse aus mit Blick über den weiten
naturnahen Garten und den kleinen See hat
er die richtige Distanz, um die
Aufgeregtheit des Tagesgeschehens mal
aus einer ganz anderen Brille zu sehen, was
dann wenige Stunden später Radiofans,
Comedy-Freunde und Fernsehzuschauer in
ganz Deutschland zum Lachen und ab und
an Nachdenken bringt. Gerne gibt er sein
Wissen weiter: So lieferte er mit dem Buch
„Comedy – 1000 Wege zum guten Gag“
ein Standardwerk.
Infos: Tel. 0 33 03/50 62 21
www.sehr-komisch.de
Täglich Gags für Deutschland
Stand August 2013
dii.gif