Stand: August 2008
 
Atemberaubende Sport-Karriere:
Fußball-Profi schon als Minderjährige
Mit acht Jahren am Ball, mit 13 Jahren Spitzen-Training in der Sportschule, als junges Mädchen Fußball-Profi – diese Karriere brachte zusammen mit ihren persönlichen Qualitäten Hohen Neuendorfs Star-Spielerin nun sogar den Titel der „Berliner Amateur-Fußballerin des Jahres“ ein.
Eva-Maria Gesang freut sich ungemein über diese unerwartete Ehrung. Sie brachte als Kapitän die Hohen Neuendorfer Frauenmannschaft in die 2. Bundesliga, also ins Profi-Lager. Nun will sie für den Klassenerhalt kämpfen.

Die Thüringerin aus Suhl hat damit den Aufstieg von ganz unten geschafft. Sie stammt aus einem großen Elternhaus mit vielen Geschwistern. Ihre Brüder nahmen sie zum Fußball mit, als sie acht Jahre war. Seitdem blieb sie diesem Sport treu. „Damals war es ziemlich ungewöhnlich, dass Mädchen Fußball spielen“, erinnert sie sich zurück. Doch die Lehrer erkannten das Talent und vermittelten ihr einen Platz an der Sportschule in Jena. Sie spielte in der Mannschaft des „Universitätsportvereins Jena“, der mit der Sportschule verbunden ist. Schon als Minderjährige gehörte sie zu den Profis – die Mannschaft war damals in der Südstaffel in der 2. Bundesliga.

Schnell und kämpferisch
Die kleine Eva-Maria zeigte ungewöhnliche Schnelligkeit, Kampfgeist und Reaktionsvermögen. Sie sorgte als „legendäre Mittelfeldspielerin“  für zahlreiche Tore und Erfolge der Mannschaft. Dennoch kriselte es. „Meine Sportlehrerin war zugleich die Haupttrainerin und behandelte mich zunehmend auf dem Platz unfair, weil sie von der Schule her auf mich sauer war!“

Umzug per Eisenbahn
Es hatte sich herumgesprochen, dass die unbezähmbare Thüringerin eine Spitzen-Fußballerin ist. Als die Probleme in Jena bekannt wurden, warteten schon etliche Vereine mit Angeboten. Und so wechselte die noch minderjährige Spielerin Ende 2005 nach Neubrandenburg. „Den Umzug machte ich alleine, mit dem Zug“, erinnert sie sich zurück.
Sie war Star in der Mannschaft, doch als es darum ging, das zu honorieren, kam es zu Differenzen. „Mit 150 Euro im Monat kann man aber nicht mal in Neubrandenburg leben“, so die damalige Schülerin, die mittlerweile ihr Abitur in der Tasche hat.

Als sie nach Hohen Neuendorf wechselte, war das der „Beginn einer wunderbaren Beziehung“, schmunzelt sie. „Die Mannschaft ist klasse, der Verein ist toll und wird professionell geführt“, singt Eva-Maria Gesang ein Loblied auf ihre neue Heimat. Mit ihr als Kapitän schaffte die Mannschaft gleich das Wunder: Sie stieg 2008 in die 2. Bundesliga auf. „Ziel muss nun sein, dass wir diese Klasse halten“, setzt Eva-Maria Gesang nun die nächste Zielmarke.

Neuer Start
Die Vereinsführung um Lutz Kiehne und die Erfolgstrainer Martin Schalow und Christian Schalow haben sich schon auf die mit dem Aufstieg verbundenen neuen Anforderungen eingestellt. So wurde das Trainer-Team zur neuen Saison um Florian Hoyzer erweitert und Juliane Guhr wechselte von Lok Leipzig zu Blau Weiß Hohen Neuendorf. „Außerdem sind bauliche Veränderungen am Platz nötig. So soll das Vereinshaus erweitert werden, um neue Umkleidemöglichkeiten zu schaffen. „Erfreulicherweise geht Frauenfußball immer friedlich ab, so dass wir in die Sicherheitsvorkehrungen nicht so viel investieren müssen“, so Schalow. Allerdings bedeutet der Wechsel ins Profilager, dass nun entsprechende Vorgaben des DFB zu erfüllen sind.
Die neuen Anforderungen haben sich bis in die Stadtverwaltung herumgesprochen. Der neue Bürgermeister Klaus-Dieter Hartung ist selbst Fan und zur Unterstützung bereit. Schließlich hat die Stadt mit den ebenso erfolgreichen wie hübschen Fußballerinnen ein denkbar attraktives „Aushängeschild“.
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