Natur und Kultur laden ein

Gar nicht weit von Birkenwerder und Hohen Neuendorf liegt Hennigsdorf. Für einen Einkaufsbummel ist die Stadt allemal ein lohnendes Ziel. Architekturfans werden sicher dem denkmalgeschützten Ensemble des Rathenauviertels einen Besuch abstatten.

Ist man schon einmal hier, lohnt auf jeden Fall ein Besuch in der Nachbarstadt Velten, die sich ganz stolz den Beinamen „Ofenstadt“ gegeben hat.

Das Schloß Oranienburg mit
Museum lädt zum Kulturbummel ein.

Einst qualmten hier die Schlote von 38 Ofenfabriken. So mancher Berliner Ofen hat seine Kacheln von hier erhalten. Heute hat sich das Bild zwar grundlegend gewandelt, das Ofenmuseum ist aber noch immer eine interessante Sehenswürdigkeit. Zur warmen Jahreszeit ist ein erfrischendes Bad im Bernsteinsee, direkt an der Autobahnabfahrt Velten, empfehlenswert.

In Oranienburg hat das Schloß als Teil der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten seine Pforten den Besuchern seit 1999 wieder geöffnet und lädt zum Bummel auf den Spuren von Kurfürstin Louise Henriette ein, die als Gründerin der Stadt gilt. Im Ortsteil Sachsenhausen befinden sich die Reste des ehemaligen NS-Konzentrationslagers, das nun als Gedenkstätte an die Verbrechen dieser Zeit erinnert.

Zur Erholung lädt der Lehnitzsee mit seinen Badestellen ein. Das Briesetal ist ein prima Tipp für Naturliebhaber. Botaniker werden von dem Artenreichtum der Region begeistert sein. Leuten, die einen eher straffen Wanderschritt bevorzugen sei eine Tour entlang der Briese, von der Mündung in die Havel bis zum Ursprung am Wandlitzsee empfohlen. Südlich von Hohen Neuendorf lädt die Stolper Heide zu ausgedehnten Ausflügen ins Grüne. Nicht weit ist das Naturschutzgebiet rund um den Hubertussee in Berlin Frohnau. Ebenfalls in Frohnau befindet sich das Buddhistische Haus. Der Besuch hier ist ein Tipp für alle, die sich für fremde Kulturen interessieren oder aber durch eine Teilnahme an den Meditationen zu sich selbst finden möchten oder für alle die, die einfach nur neugierig sind.

Für Freunde alter Städte und Gemäuer ist ein Ausflug nach Gransee, dem Tor zum Ruppiner Land, sehr reizvoll. Das prächtige Ruppiner Tor, durch das man in die Stadt gelangt, zeugt wie auch die fast vollständig erhaltene Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert von der einstigen Wehrhaftigkeit. Ein überdachter Sarkophag auf dem Schinkelplatz erinnert als Luisendenkmal an Luise, die Königin von Preußen, deren Leichnam im Zuge der Überführung nach Berlin in der Nacht vom 25. zum 26. Juli 1810 an diesem Platz aufgebahrt war. Das Denkmal wurde nach Entwürfen von Karl Friedrich Schinkel geschaffen.

Wen es weiter Richtung Kyritz treibt, der sollte bei einer Tour durch die Dörfer die Augen offen halten und hin und wieder einen Stopp einlegen. So beispielsweise im nahezu unbekannten Dörfchen Gantikow mit seinem Deutsch-Historischen Lügenmuseum. Sehenswert, wenn man verrückt genug für ein solch verrücktes Museum ist und so wenig ernstzunehmen wie die Geschichten, die man hier erfährt. Die Gegend hier ist schon etwas seltsam, was sich auch in den Sehenswürdigkeiten ausdrückt. In Kampehl ist der olle Ritter Kahlbutz, der 1702 verstarb, besser seine Mumie, zu sehen. Keiner weiß, warum sie nicht verwest. Seine Geschichte würde allerdings auch ins Lügenmuseum passen. Oder doch nicht?

In Stölln begegnet man der Interflug in Form einer ausgedienten IL 62. Die wiederum beherbergt das Otto Lilienthal Museum. Gewidmet ist es dem Flugpionier Otto Lilienthal, der hier am Gollenberg seine Flugversuche unternahm und 1896 tödlich verunglückte.