Stand Oktober 2010
Drei für ein Bad
Über die Frage, ob Kleinmachnows Erde nun von Borstentieren aus der Gemeinde oder aus Berlin aufgewühlt wird, lässt sich leidenschaftlich debattieren. Wer da keine große Lust hat mitzureden, ist der Bürgermeister.
„Im Endeffekt spielt es keine Rolle, woher die Wildschweine kommen, die die Gärten und Parks verwüsten. Es geht statt dessen um den Effekt“, postuliert Michael Grubert. So freut er sich nun, dass in Kleinmachnow gleich mehrere Jäger unterwegs sind, um auf Gehwegen, in Parks und Gärten wieder Ruhe und Ordnung einkehren zu lassen.
Braten aus Kleinmachnow
Das neue waidmännische Engagement zeitigt bereits nach wenigen Monaten Erfolge: In nur einem halben Jahr erlegten die Jäger annähernd 100 Störenfriede und zeigen den intelligenten Tieren damit hoffentlich, dass es für sie nun ungemütlich wird in Kleinmachnow.
Michael Grubert hat von
seinem Fenster im Rathaus mittlerweile einen kompletten Rathausmarkt im Blick: „Alle Läden und Wohnungen sind vermietet“, freut er sich.
Unter den Mietern sind sicher viele, die gerne mal einen Abstecher nach Berlin machen.
Neue Verbindung nach Zehlendorf
Das ist nun besonders leicht möglich, denn der Stahnsdorfer Damm erhielt eine durchgängige Teerdecke: „Er endet nahe dem S-Bahnhof Wannsee“, so Michael Grubert.
Allerdings hat die Freude über die neue Verbindung einen kleinen Makel: „Aus der früheren Straße wurde ein Radweg.“
Das allerdings ärgert den
Bürgermeister sichtlich, denn er sieht darin eine Verletzung des Einigungsvertrags: „Dort ist festgelegt, dass die ehemaligen Verbindungen zwischen Berlin und dem Umland wieder herzustellen sind. Das Land Berlin hätte also aus dem Stahnsdorfer Damm wieder die Straße machen müssen, der er früher mal war. Statt dessen wurde er einfach entwidmet.“
Realistisch wie der Bürgermeister ist, weiß er, dass die Chance für ein Aufleben einer richtigen Straßenverbindung gering ist. „Schön wäre es aber, wenn hier wenigstens Busse fahren könnten.“
Busse warten auf Fahrgäste
Was hier noch Wunschgedanken ist, ist an anderer Stelle beschlossene Sache: Ab dem 12. Dezember 2010 soll es
wesentlich bequemer sein, von Kleinmachnow aus den öffentlichen Nahverkehr zu benutzten.
Dann werden die Busse nach Berlin und Potsdam bis Mitternacht rollen und selbst am Sonnabend im 20-Minuten-Takt unterwegs sein. „Dieses Projekt der drei Gemeinden Kleinmachnow, Stahnsdorf und Teltow in Zusammenarbeit mit dem Landkreis und dem regionalen Nahverk‚rei Gemeinden sitzen. Nun steht das Konzept: Es wird keine Überdachung geben. Stattdessen soll eine Solaranlage ermöglichen, dass man selbst an kälteren Tagen in warmem Wasser schwimmen kann“, fasst der Bürgermeister das Ergebnis zusammen. „Nun müssen diesem Konzept alle drei Gemeindevertretungen zustimmen.
Dann kann man die Sanierung des Bads gemeinsam
angehen. Die endgültige Entscheidung soll noch im Herbst 2010 erfolgen.“
Kleinmachnow im Spar-Zwang
Kleinmachnow gilt gemeinhin als „reiche Gemeinde“, doch was Michael Grubert bereits beim Gespräch vor einem Jahr befürchtete, ist nun eingetreten: „Wir haben konjunkturbedingt wie andere Gemeinden in Deutschland auch erhebliche Einnahmeausfälle und müssen deshalb kürzer
treten.“
So ist mittlerweile fraglich, ob es in Sichtweite des Rathauses bald wie geplant hoch hinaus gehen kann: „Es gibt längst einen Beschluss für den Kletterfelsen, doch die Gemeindevertreter zögern, die Mittel frei zu geben.“
Hier geht es um eine Summe von 230 000 Euro. Ob man über Gelder in dieser
Größenordnung früher groß debattiert hätte?
Kleine groß im Aufwind
In jedem Fall freuen können sich die Kleinen: Sie haben in diesem Jahr zwei neue Spielplätze erhalte und zwar an der Straße Hufeisen und am Erlenweg.
Heiß her geht es öfters in der Kita der Freundschaft in der Karl Marx Straße, denn dort sind nicht nur die kleinen Baumeister tätig. Während drinnen mit riesigen Plastik-Ziegeln gearbeitet wird, sind außerhalb die großen Kollegen aktiv: „Die Kita erhielt einen zusätzlichen Neubau, das alte Gebäude wurde saniert. Die neue Heizungsanlage ist effizienter und wird nun durch Solartechnik unterstützt“, beschreibt der Bürgermeister das Engagement der Gemeinde. Ein Teil der Kosten kann aus dem Konjunkturprogramm der Bundesregierung gedeckt werden. „Das betrifft die energetische Sanierung, mit der in Zukunft Heizenergie eingespart und damit die Umwelt entlastet wird“, so Grubert.
Von diesem heißen Engagement aus Berlin profitierten außerdem zwei weitere Kitas und noch zusätzlich die Feuerwehr, die eigentlich dazu da ist, Hitze, zumindest wo sie nicht gewollt ist, zu bekämpfen.
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