Stand Oktober 2010
Emmy für Kinder-Serie
Kleinmachow ist für  seine Anziehungskraft auf Medienschaffende
bekannt. Nur wenigen allerdings gelingt es, das Publikum in den USA, dem Mutterland von Film und Fernsehen, zu überzeugen.
Einer der ganz wenigen, der das schaffte, ist Carsten Schmelzer. Er war mit im Team, das die Zeichentrick-Serie „I got a rocket!“ produzierte. Dafür bekam die Crew 2008 den begehrten „Emmy“ für die beste neue Kindersendung. Mittlerweile ist die Serie als „Rocket und ich“ auf Kika in Deutschland zu sehen. Sie wird außerdem weltweit in vielen Ländern ausgestahlt und begeistert Millionen von Kinder von Norwegen bis in den Mittleren Osten.
Musik für Spielfilm und Serien
Carsten Schmelzer war bei der Serie mit einem Kollegen für die musikalische Untermalung zuständig. Denn der kinderbegeisterte Kleinmachnower, der selbst drei Kinder hat, ist gefragter Komponist für die Filmbranche. Seine
Töne waren beispielsweise beim Spielfilm „Bridges“, der WDR-Doku-Serie „Menschen hautnah“, bei der ZDF-Serie „Ein starkes Team“ oder beim Kino-Spielfilm „Meins“ von Christian Pfleger gefragt.
Carsten Schmelzer komponiert, produziert und überzeugt. Dabei wäre er fast gar kein Musiker geworden!
Sport statt Klavier  
„Ich habe mit fünf Jahren Klavierunterricht bekommen und mit zehn Jahren wieder aufgehört, weil ich meine Faszination für Sport entdeckt hatte.
Ich war Leistungsschwimmer, spielte Basketball und Volleyball, machte Leichtathletik, spielte Tennis und fuhr Ski. Da war für die Musik keine Zeit mehr, schließlich gab es ja noch ganz nebenbei die Schule zu bewältigen“, erinnert er sich zurück. Das Klavier blieb in der Ecke, doch plötzlich entdeckte Carsten Schmelzer den E-Bass für sich.  
Mit 17 Profi-Musiker
„Mit 14 begann ich mit dem Instrument intensiv zu üben. Mit 17 nahm mich eine renommierte Gala-Band auf. Damals mussten meine Eltern noch die Verträge für mich unterschreiben, da ich ja nicht volljährig war. Aber ich verdiente mit der Musik mein erstes eigenes Geld, und zwar nicht schlecht!“
Dennoch zeigte sich Schmelzer als braver Sohn: „Ich wäre gern Profi-Musiker geworden, doch meine Eltern fanden das weniger gut. Also begann ich nach dem Abitur ein Elektrotechnik-Studium.“
Allerdings wollte der angehende Jung-Star sein Instrument nicht ganz in die Ecke stellen. „Tagsüber Studium, abends Auftritte, das zehrt mit der Zeit sehr an den Nerven. Schließlich machteich den Trennungsstrich und entschied mich für die Musik.“
Studio, Stars, CD
Carsten Schmelzer schaffte es als mittlerweile 23-Jähriger, in der Hollywood-Metropole Los Angeles an einer speziellen Musikhochschule angenommen zu werden um dort in einem einjährigen Crash-Kurs
Perfektion am  E-Bass zu
erlernen. Zurück in Berlin baute sich Schmelzer sein eigenes Studio auf und war plötzlich bei Stars wie Jean-Jacques Kravetz und Frank Dietz, einem Musiker von Peter Maffay gefragt. Inzwischen hat Carsten Schmelzer auf fast 100 CDs Bass gespielt und viele davon produziert. Bei Live-Konzerten liebt Carsten Schmelzer es, eine Verbindung zwischen Musikern, Musik und Publikum zu erzeugen.
Er mag es, sein Publikum bei seinen Auftritten zum Dahinschmelzen zu bringen. „Dann gehe ich mit einem Glücksgefühl aus dem Konzert, darin liegt für mich die Faszination.“ Er tritt mit wechselnder Besetzung auf, „am liebsten in kleinen Clubs.“ Die Musik brachte ihm das ganz private Glück, denn dadurch lernte er seine Frau  Ruth Malburg kennen. Sie ist Musiklehrerin, singt im Neuen Chor Berlin und in einem Jazz-Quintett.
Zum Film der Kinder wegen
Das Paar hat drei Kinder im Alter von zehn und fünf Jahren, darunter Zwillinge. Dieses private Glück brachte die erfolgreichen Musiker nach Kleinmachnow „ins Grüne“.
Und weil ein Haus nun mal abbezahlt werden will, begann der vielseitige Bassist nach „längeren Projekten“ Ausschau zu halten. „Seit 2002 bin ich für die Musik von Filmen, Dokumentationen und Serien tätig.“
Bereits sechs Jahre später war er ganz oben – die Kinderserie „I got a rocket“ gewann den amerikanischen Fernsehpreis „Emmy“.
Dieser Erfolg ist ihm keineswegs zu Kopf gestiegen. Mittlerweile hat er sein
Herz für südamerikanische Rhythmen entdeckt und freut sich auf die Konzerte im Heimatort Kleinmachnow mit seinem Trio Rio: „Da kann ich dann vom
Auftritt nach Hause laufen.“
Gerade in Vorbereitung ist eine Weihnachts-CD.
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