Stand Oktober 2011
Bücher aus Zelloloid
Um einen tollen Roman zu verfilmen, muss daraus ein Drehbuch gemacht werden. Tag für Tag entstehen unzählige Drehbücher, die den Filmfirmen meist unaufgefordert zugehen.
Dennis Weiler, Chef von „Flamingo Film“ in Kleinmachnow, braucht schon einen großen Briefkasten, damit die ganzen Manuskripte reinpassen. „Die wenigsten davon werden wirklich verfilmt“, weiß er. Weiler ist Filmfan seit Kindheitstagen, hat in London und Berlin Film studiert und sich auf Dokumentationen, die zugleich gute Unterhaltung bieten, spezialisiert.  
Gute Unterhaltung
Er ist seit 1979 für öffentlich-rechtliche Sender wie ARD, SFB, WDR und Deutsche Welle aktiv. 1990 gründete er in Kleinmachnow „Flamingo Film“. Das kleine Unternehmen sammelte Preise ein, wie sonst kaum jemand. So gestand Helmut Baumann, der  langjährige Intendant vom Theater des Westens, in einem Film von Dennis Weiler 1991 erstmals seine Homosexualität. Der Film machte Furore, wurde zum Filmfestival „Max Ophüls Preis“ eingeladen. Das Fernsehspiel „Der letzte Kosmonaut“ bekam sogar den heiß-begehrten Grimme-Preis.
Rat für Hollywood
Heute hat sich Dennis Weiler darauf spezialisiert, Filmfirmen im In- und Ausland bei Projekten beratend zur Seite zu stehen. Der Kleinmachnower prüft Drehbücher, Budgets und Marktchancen. Aktuelles Projekt ist „Sweet Water“, ein ungewöhnlicher Western mitFrauen in den Hauptrollen. Dennis Weiler ist Filmfreak und liebt zugleich Literatur. Deshalb tat es ihm besonders leid, dass er gar manches Drehbuch schon allein deshalb ablehnen musste, weil es weniger eine „Gebrauchsanleitung für die Produktion“ als ein eigenständiges literarisches Werk war.  
Filme zwischen Buchdeckeln
Das brachte ihn nun auf die Idee, aus Drehbüchern richtige Romane entwickeln zu lassen. Sein Motto: „Filme entstehen im Kopf“.
Das neue Unternehmen „Flamingo-Books“ hat als Hausautorin Ute Engel, von der mittlerweile zwei Romane herausgekommen sind. Die beiden Bände „Eine Nacht im Ritz“ und „John Lennon lebt“ kann man normal im Buchhandel, über Amazon oder die Seite des neuen Kleinmachnower Verlags kaufen und dort seine Meinung dazu präsentieren. Es gibt außerdem Bücher für Mädchen, Abenteuer und Kurzgeschichten, Krimis und Biografien. Und fast täglich wird die
Palette breiter, denn für Dennis Weiler ist seine Arbeit „Hobby“. Er sagt von sich: „Arbeit ist Leben, ich werde niemals in Rente gehen, weil das Leben dann für mich zu Ende wäre. Ich bin jeden Tag auf der Suche nach dem wirklich Tollen, dem man bestenfalls ein- bis zweimal im Leben begegnet.“
Klassiker ganz neu
Neben gedruckter Literatur möchte Dennis Weiler vermehrt eBooks zum Download bereit stellen. „Ich habe an meinem eigenen Sohn festgestellt, dass die Jugendlichen kaum noch lesen. Ich kann das zum Teil verstehen, denn viele unserer Klassiker werden heute immer noch in einer Sprache und in Übersetzungen herausgegeben, die kaum mehr zu lesen sind. Außerdem sollten Bücher, die heute erscheinen, die aktuelle Rechtschreibung beherzigen.“
Zeitlose Botschaften
Deshalb möchte Dennis Weiler Werke der Weltliteratur von Leo Tolstoj bis Karl May zeitgemäß umarbeiten und eventuell neu übersetzen lassen um sie dann kostenlos oder für geringe Beträge im Internet zur Verfügung stellen. „Bücher wie Oliver Twist vermitteln zeitlose Botschaften, die man aber so präsentieren muss, dass sie sich heute so spannend lesen wie zur Entstehungszeit.“
Pater Brown
Schon in Planung sind „Pater Brown“ von Gilbert Keith Chesterton und „Eine  Weihnachtsgeschichte“ von Charles Dickens sowie Werke von Arthur Schnitzler.
Denn „gute Unterhaltung“ kann viele Formen haben, sie muss aber toll präsentiert werden.
Dennis Weiler schafft nun, was bisher fehlte: Er bringt Film, Information und Literatur auf eine ganz natürliche und damit geniale Weise zusammen.
Genau dies könnte der Anfang einer fantastischen Erfolgsgeschichte sein, ganz so wie man das immer wieder aus dem Kino oder dem Roman kennt!
Infos:  
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