Stand November 2012
Blühende Beete und fleißige Bienen
Zusammenhalt macht stark, das erleben die Bürger von Kleinmachnow an vielen Stellen. Seit Kleinmachnow, Teltow und Stahnsdorf sichtbar an einem Strick ziehen, werden viele lange diskutierten Probleme einer Lösung nahe gebracht.
Jüngstes Zeichen ist eine gemeinsame Sitzung der Kommunalparlamente aller drei Orte, um die gemeinsame Betreibergesellschaft für das Freibad Kiebitzberge aus der Taufe zu heben. Es steht in Kleinmachnow, ist aber logischerweise für alle wichtig. „Insbesondere wird es gerne von Kindern und Jugendlichen sowie Senioren genutzt, für die es wichtig ist, in der Nähe ausspannen zu können“, weiß Bürgermeister Michael Grubert.  
Drei Orte halten zusammen Ab 2013 soll die gemeinsame Freibad-Gesellschaft dann in Aktion treten. Vorher schon haben die Orte zusammen gestanden, um den öffentlichen Nahverkehr durch geringere Taktzeiten und bessere Linienführung attraktiver zu machen. „Das war ebenfalls ein Erfolg. Es sind sichtbar viele Bürger auf den Bus umgestiegen und lassen zunehmend das Auto in der Garage“, liest Michael Grubert aus den Statistiken.
Besucher-Magnet
Der historische Straßenbahn-Triebwagen an der Schleuse ist ein weiteres gutes Beispiel für Zusammenarbeit.
Er dient als Informationszentrum und ist ein beliebter Besuchermagnet, wo man bereits 10 000 Personen begrüßen konnte. Er soll nun im Verbund der Gemeinden Kleinmachnow und Stahnsdorf mit Unterstützung des Landkreises saniert werden. Triebfeder ist eine Interessensgemeinschaft, die von den Heimatvereinen gegründet wurde.
Neues Leben für Museen
Ebenfalls gemeinsam wurde die Museumslandschaft voran gebracht. Das bisher in Kleinmachnow provisorisch untergebrachte Industriemuseum fand seinen Standort in der Industriestadt Teltow, dessen Geschichte sich darin ja vielfach wiederfindet. Nun ist Kleinmachnow dabei, für die Sammlung des langjährigen Ortschronisten Günter Käbelmann und des Heimatvereins  „museumsfähige“ Räumlichkeiten zu finden. Man kann sich sicher sein, dass ein Kleinmachnow-Museum viel zu sagen hätte und ein überregionaler Anziehungspunkt wäre.
Naturnahe Kita
Die neue Waldorf-Kita mit ihrer naturnahen Bauweise mit viel Holz dürfte ebenfalls über Kleinmachnow hinaus Anziehungskraft beweisen. Hier allerdings bezahlte keine andere Gemeinde mit, denn für die Kita ist der Ort zuständig, wo sie steht.
„Als Gemeinde sind wir gehalten, Kitas freier Träger gleichberechtigt zu fördern. Schließlich geht es um eine generelle Versorgung der Gemeinde mit ausreichend Plätzen“, erklärt Kleinmachnows Bürgermeister, warum der örtliche Steuerzahler für eine private Einrichtung die Kasse aufhalten soll. Angrenzend an die neue Kita mit 90 Plätzen befindet sich die Waldorf-Schule. Ihr Garten ist ein Prunkstück, das manchen Skeptiker für die Waldorf-Ideen einnehmen könnte. Jedenfalls würde man gerne das Erfolgsgeheimnis erfahren, das für ein so vielfältiges Leben aus Stauden und Bäumen, Blühpflanzen, Gemüse, Beeren und Kräutern sorgt!
Grüner Daumen
Dass man in der Gemeinde ebenfalls einen grünen Daumen vorweisen kann, zeigt die neue Grünanlage Hohe Kiefer gegenüber der Einmündung Förster Funke Allee.
Hier entstand auf dem Areal eines früheren Gebrauchtwaren-Handel, eine zauberhafte Grünanlage. In der Mitte prangt eine mit viel gärtnerischem Sinn zusammengestellte Blumeninsel: „Das Besondere ist, dass sie bis zum ersten Frost mit Blüten überrascht“, so Bürgermeister  Michael Grubert.
Wählerische Bienen
Das ist aber nur ein Teil der Wahrheit: „Es handelt sich hier zum großen Teil um alte Blumensorten, die bienenfreundlich sind.“
Das ist deswegen wichtig, weil hier der Imkerverein mit seinem Vorsitzenden Bodo Wackrow eine Schauwabe aufgestellt hat, in der sich ein Bienenvolk mit 2 500 fleißigen Honig-Macherinnen befindet.
„Bienen gehen aber nur an bestimmte Blüten. Viele der neuen hochgezüchteten Sorten meiden sie“, hat der Bürgermeister herausgefunden. Gerne kommt Bodo Wackrow, um Interessierte, darunter viele Schulkinder, in die Geheimnisse der Bienen einzuführen. „In Brandenburg haben wir das Problem, dass immer weniger Bienen kultiviert werden. Dadurch ist die Bestäubung unserer Obstbäume in Gefahr“, so Bodo Wackrow.
Kleinmachnow und seine Bürger haben also sichtbar ein großes Herz für die Natur, schließlich sind viele wegen des Grüns aus der Großstadt hierher gezogen.
Fledermäuse und Bürokraten
Doch manchmal kann die Liebe zur Natur sonderbare Blüten treiben. Diesen Eindruck kann man im alten Dorf gewinnen, wo die Evangelische Kirche im ersten Anlauf mit ihrem Plan eines Gemeindezentrums an Bedenken der Naturschützer gescheitert ist.
Die sahen nämlich die Sichtachse zum Machnower See gestört. Diese allerdings gibt es nur auf dem Papier, denn in Wirklichkeit hat sich die Natur längst ihr Recht genommen und dort alles überwuchert, wo Kleinmachnow seinen Anfang  mit dem früheren Gut nahm. „Ein weiterer Punkt war dann, dass die Fledermäuse in ihrem angestammten Flug gestört werden würden“, berichtet Michael Grubert. Ob die Schreibtisch-Naturschützer da die schlauen Nachtflieger nicht total unterschätzen!
Eine Möglichkeit wäre, parallel zur Straße zu bauen, sozusagen auf den „Grundmauern“ eines früheren Wirtschaftsgebäudes.
„Allerdings müsste das Gemeindezentrum etwas mehr ins Gelände versetzt werden“, so der Bürgermeister. Ansonsten bliebe als Alternative, dass die gemeindliche Wohnungsbaugesellschaft einen Teil ihres Areals hinterm Rathaus abgibt. „Das würde die Kirche aber relativ teuer kommen.
Außerdem würden wir hier gerne neue Wohnungen bauen, die im Ort ja dringend gebraucht werden“, nennt der Bürgermeister die Nachteile.
Bewegung für die Jugend
Während der Bewegungsraum für die Fledermäuse nun also behördlich zementiert ist, wurde er für die Kinder und Jugendlichen erfolgreich erweitert: Dafür sorgt die neue „Zweifeld-Sporthalle mit Dreifach-Nutzung“ auf dem Gelände der Maxim-Gorki-Gesamtschule.
Die steht neben deren Schülern zugleich der Grundschule auf dem Seeberg, der Waldorfschule und den Vereinen zur Verfügung. Schließlich wollen sich in Kleinmachnow alle aktiv bewegen!
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