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Roverauftanken.tif
HG H W Transport von Sachen im Sandloch vor Djanet.tif
W HG Fataili auf dem Gipfel.tif

Afrika ist immer noch einer der
Hauptkrisenherde unserer Welt. Die
Wurzeln dafür liegen vielfach in der
kolonialen Vergangenheit und an den
willkürlichen Grenzen.  

Ein heutiger Kleinmachnower lernte den
Kontinent auf einer abenteuerlichen Fahrt
vom nördlichen Tunis bis zum Südende in
Kapstadt kennen. Nach 40 Jahren lässt er die
Erlebnisse in einem Buch wieder
auferstehen, und zeigt uns in einer
detailreichen und frischen Beschreibung,
wie der Kontinent wenige Jahre nach dem
Ende der Verwaltung durch die Europäer
aussah. Aktueller Anlass, die Zeit
zurückzudrehen, war ein trauriges Ereignis:
„Die Mutter eines meiner damaligen
Freunde war schwer krank geworden. Sie
hatte uns bei unseren waghalsigen Plänen
immer unterstützt, wäre am liebsten selbst
mitgekommen. Ich wollte ihr mit meinen
Aufzeichnungen den Wunsch erfüllen,
unsere damalige Fahrt nochmals vor Augen
zu haben“, schildert Wolfgang Petri.  

Letzter Dienst

Er hatte die Reise minutiös Tag für Tag
aufgezeichnet. „Ich bewahrte in meiner
Schublade vier dicke Tagebücher auf, die
ich vielfach nach anstrengenden Erlebnissen
nachts im Schein einer Taschenlampe oder
im Flackern des Lagerfeuers geschrieben
hatte“, beschreibt er die Aufgabe. „Nach 40
Jahren hatte ich nun allerdings erhebliche
Probleme, meine eigene Handschrift wieder
zu entziffern.“ Zu Hilfe kam Wolfgang Petri
ausgerechnet ein Arztbesuch. „Dabei
erzählte mir Dr. Jörg-Peter Pinnow von
einem Computerprogramm mit
Diktierfunktion, so dass ich nicht alles
mühsam abzutippen brauchte“, gibt Petri
weitere Einblicke in die ebenfalls
abenteuerliche Entstehungsgeschichte seines
Buchs über seine sehr abenteuerliche Reise
zusammen mit seinen  Freunden Michael
Girnth-Weller, Hans-Georg Fick und
Herbert Ernst. „Ich schaffte es, das Buch
zum 13.12.2012 fertig zu stellen und fuhr
damit nach Heidelberg, wo Marie-Luise
Pohrt, die Mutter von Michael Girnth-
Weller, im Krankenhaus lag. Ihr Sohn war
2003 in New York bei einem Verkehrsunfall
ums
Leben gekommen. Sie war schon so
schwach, dass ihr die Familie das Buch
vorlesen musste. Am 11. Januar 2013 ist sie
dann verstorben.“

Der Freundschaftsdienst war damit in letzter
Minute erfüllt worden!

Asien als Test-Reise

Zu der abenteuerlichen Reise war es
gekommen, nachdem Petri aus seiner
Heimatstadt Hamburg 1968 nach München
gekommen war, um Chemie zu studieren.Im
Bierdunst der Kneipe „Mutti-Bräu“ kam die
Idee auf, eine große Reise zu machen.
Damals hatten die Hippies den VW-Bus als
Aussteiger-Fahrzeug entdeckt. Also sollte
dieser als Vehikel dienen, Ziel war die
Türkei. „Doch wenn man schon soweit fährt,
soll es da nicht noch weiter gehen?“, so Petri
über die damalige
Diskussion. „Wir wollten die Welt
kennenlernen. Also beschlossen wir, soweit
zu fahren, wie es geht und einigten uns
schließlich auf den Indus als Ostgrenze.
Allerdings hatten wir kein Geld.“ Zu Hilfe
kam ein unverhoffter Scheck: „Mein Vater
war gestorben, als ich 17 Jahre alt war. Nun
schickte mir die Versicherung völlig
unerwartet 3 500 Mark, ausreichend für ein
Auto und die Reisevorbereitung.“ Die Jungs
durchquerten die Türkei, fuhren durch das
vom Schah beherrschte Persien nach
Afghanistan, das damals ein friedliches von
einem König regiertes Land war und kamen
bis nach Pakistan. „Wir waren völlig vom
Eintauchen in ganz andere Welten
begeistert. Wir sahen Kunstschätze, die
man
bestenfalls aus Büchern kannte, erlebten
unterschiedlichste Menschen und Kulturen.“

Problem am Brenner

Das war zuhause nicht so einfach zu
verarbeiten und stachelte die Abenteurer zu
mehr an: „Per Zufall waren wir drauf
gekommen, dass man den afrikanischen
Kontinent mit dem Auto durchqueren kann.
Aber es war klar, dass dies ein sehr
schwieriges Unterfangen ist!“ Die vier
Afghanistan-Fahrer wollten es wagen. „Als
Fahrzeug kam nur ein Landrover in Frage.“
Das Fahrzeug wurde unter ebenfalls
abenteuerlichen Umständen in London
gekauft, in Bayern auseinandergenommen
und für die Reise fit gemacht. Doch die hätte
fast schon am Brenner geendet: „Dort wollte
uns der Zöllner nicht weiter fahren lassen,
weil das Gefährt nicht versichert war. Nur
der Schichtwechsel rettete uns“, blickt Petri
zurück.

Raumschiff Erde

Sein „Afrikanisches Tagebuch“ liest sich
von der ersten bis zur letzte Seite spannend
und macht uns einen geheimnisumwitterten
Kontinent verständlicher. Es lässt erkennen,
welche Faszination der Wechsel von
unendlich scheinender Wüste und
überreicher Natur mit enormem
Pflanzenwachstum ausübt. „Alles wirkt dort
viel intensiver als bei uns. Wir fühlten uns
als Mensch auf dem Raumschiff Erde.“ Petri
berichtet von gefährlichen Begegnungen mit
Söldnern aus dem Kongo, von der
Schwierigkeit, das überlebenswichtige Auto
immer wieder flott zu bekommen. „Doch in
Lebensgefahr waren wir dabei nie. Das
passierte erst am Ende unserer Reise, als wir
in Kapstadt baden gingen und das Meer
falsch einschätzen. Der Atlantik entwickelte
Wellen, die bis zu vier Meter hoch waren.
Sie drohten, uns gegen eine scharfkantige
muschelübersäte Küste zu spülen. Da
konnten wir uns nur durch einen gewagten
Sprung im richtigen Moment retten!“

Erfolgreicher Chemie-Manager

Nach dem glücklichen Ausgang der 19 000
Kilometer Reise gab Wolfgang Petri das
Abenteuerleben erst mal auf. Er wurde
Manager beim Chemiekonzern Ciba-Geigy.
Der ließ ihn Niederlassungen in den USA
leiten, setzte ihn als „Vice-President“ für
Nord- und Südamerika ein. Später war er am
Konzernstandort in der Schweiz gefragt.
Bilder zeigen sein ansehnliches Haus mit
Blick auf den Genfer See. Doch Ehefrau
Ingrid Petri hatte zunehmend Heimweh nach
Deutschland. „Berlin sollte
es sein“, so Wolfgang Petri. Per Zufall kam
das Paar mit Ute Doss zusammen, die
Fremdenführerin aus Kleinmachnow ist.
„Sie wollte uns bei der Suche nach einem
Haus behilflich sein, natürlich wurde sie
insbesondere in Kleinmachnow fündig.“

Glücklich im Norden

Wolfgang Petri ist seit 2004 selbstständiger
„Unternehmensberater für Effizienz in
industriellen Produktionsabläufen“. Seit
2008 wohnt die Familie in Kleinmachnow.
Das Fernweh haben sie hinter sich gelassen.
„1975 war ich mit meiner Frau nochmals in
Persien, im VW-Bus. 1977 bis 1979 waren
wir in Australien, wo unser Sohn Patrick
geboren wurde. Als ich in den USA
arbeitete, haben wir zusammen die gesamte
Ostküste und den Südwesten abgefahren.
Nun genießen wir in Kleinmachnow den
Charme des nördlichen Himmels, die hohen
Laubwälder, das viele Grün. Wir erfüllen
uns den Haveltraum. Meine Mutter war in
Caputh
aufgewachsen, das hat sich
weitervererbt.“ Seine Afrika-Abenteuer
haben Wolfgang Petri das ganze Berufsleben
geprägt und ihm in seiner Karriere geholfen:
„Wir haben erfahren, wieviel Kraft entsteht,
wenn ein Team gegen alle Widerstände
zusammensteht. Damit kann man selbst
unlösbar erscheinende Situationen in den
Griff  bekommen! Diese Erfahrung hat mir
immer geholfen.“

Infos:

www.epubli.de/shop/autor/Wolfgang-R-
Petri/5312

Tel. 03 32 03/ 88 45 95

Spannendes Afrikanisches Tagebuch

Stand November 2013

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