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Wer erfolgreich sein will, muss früh
aufstehen! In Kleinmachnow heißt es für
die Spitzensportler von morgen schon
heute um sechs Uhr aus den Federn zu
springen, um noch vor dem
Schulunterricht ins Training zu
kommen!  

Obwohl man es durchaus anders vermuten
würde, dieses ungewöhnliche Konzept ist
so gefragt, dass sich die Grundschüler
darum reißen, in eine der Talentgruppen,
die es in der Eigenherd-Schule für fast jede
Sportart gibt, aufgenommen zu werden.
Denn diese hochkarätige Ausbildung ist für
Kleinmachnows junge Sporttalente gedacht.

Bundesweites Aufsehen

Die „ungewöhnlichen Methoden des
Manfred Schüttler“ sind einzigartig und
sensationell erfolgreich. Damit erreichte die
Schule bundesweites Aufsehen. So kamen
die Mädchen seit 2002 fünfmal ins Bundes
finale des Fußball-Nachwuchses. „Wir
erreichten gute Mittelfeld-Plätze, was eine
tolle Leistung ist, denn wir traten gegen
Talentschulen aus ganz Deutschland an.
Das war ein Wettbewerb gegen den
Nachwuchs von Klubs wie Bayern
München oder vom Karlsruher SC“,
erläutert Schüttler.  

Wiege für Star-Athleten

Die Eigenherd-Schule kann auf anhaltende
Erfolge der Judo- und Gymnastik-
Abteilung sowie auf sensationelle elf Siege
hintereinander beim Mini-Marathon der
Mädchen verweisen. „Die Jungs hatten
bisher viermal gewonnen“, blickt der
ungewöhnliche Sportlehrer zurück. Zudem
bringt die Talentschmiede immer wieder
Stars von morgen in der Leichtathletik
hervor. So sieht er in der zwölfjährigen
Leni Wildgrube eine große Hoffnung im
Stabhochsprung. „Die Familie hat noch
fünf weitere Kinder, die alle
außergewöhnliches Talent im Sport haben“,
ist er sich sicher. Leni Wildgrube ist
mittlerweile in der Sportschule in Potsdam,
wo ihre Fähigkeiten systematisch weiter
entwickelt werden.

Stark in allen Disziplinen  

Besonders gerne verweist der 52-Jährige
auf die zwölfjährige Helene Ruf. „So ein
Mädchen habe ich noch nie kennengelernt.
Sie ist in so ziemlich allen Sportarten
talentiert. Leichtathletik gehört ebenso zu
ihren Stärken wie Ballsport.“ Sie wechselte
mit dem sensationellen Notendurchschnitt
von 1,0 auf die siebte Klasse vom
Weinberggymnasium statt auf die
Sportschule. Dort trifft sie dann sicher auf
den nur zwei Jahre älteren Sohn von
Manfred Schüttler. Tonio Schüttler ist 14
Jahre alt und in der Landesauswahl
Brandenburg. Sein Bruder Tobias Schüttler
hat sich ebenfalls von der
Sportbegeisterung anstecken lassen. Der
heute 27-Jährige tritt in die Fußstapfen des
Vaters und möchte Sportlehrer werden.

Jeden Tag Training    

Bevor Manfred Schüttler seine
ungewöhnlichen Trainingsmethoden
entwickelte, war er selbst aktiv. „Ich habe
mehrere Sportarten parallel betrieben. Dazu
gehörten Fußball, Handball, Leichtathletik
und Fechten. Das bedeutete fast jeden Tag
Training.“ Das kleine Talent aus Bernburg
hatte die Talentschmiede fürs Fechten vor
der Haustür und entschied sich deshalb für
diese Sportart. Er wurde an die Sportschule
in Potsdam delegiert, wo er das Abitur
machte.

Gekreuzte Klingen    

Als erfolgreicher Florett-Fechter brachte er
es bis in die Junioren-Nationalmannschaft
und trat für die DDR in internationalen
Turnieren auf. „Innerhalb des Landes kam
ich bis auf den vierten Platz“, erinnert sich
Schüttler. 1985  gab er die aktive Karriere
zugunsten einer Trainer-Tätigkeit auf.
„Dafür wurde uns die Sporthalle der
Eigenherd-Grundschule in Kleinmachnow
zugewiesen. Sehr zum Ärger der Schule
belegten wir sie ganztägig von Montag bis
Freitag. Spitzensport hatte in der DDR nun
mal absoluten Vorrang.“ Zu den späteren
Stars, die ihre Karriere bei ihm begannen,
gehörte Vize-Weltmeisterin Anja Müller,
die heute Anja Schacher heißt. Schüttler hat
sie als „die kleine Linkshänderin“ in bester
Erinnerung.

Schüttler ging nicht verschütt    

Nach einem Pädagogik-Studium in
Potsdam ging Manfred Schüttler für
Kleinmachnow keineswegs verschütt,
sondern ist nun seit mittlerweile einem
Vierteljahrhundert an der Eigenherd-
Grundschule für Sport zuständig. Seine
neuen Ideen und ungewöhnlichen
Methoden stießen beim damaligen
Schuldirektor Bernd Bültermann, der 2014
wieder zum Gemeindevertreter gewählt
wurde und Vorsitzender der SPD-Fraktion
im Rathaus-Parlament ist, auf offene  
Ohren. Lange bevor man über sportbetonte
Ausrichtung für ganz normale Schulen
sprach, rüttelte Schüttler an seiner Schule
die Vorstellungen von der Stellung des
Sportunterrichts im Schulleben kräftig
durch. „Meistens spielt dieses Fach eine
Außenseiterrolle, schon weil wir dazu in
die Turnhalle müssen und es einfach anders
zugeht als im Klassenraum. Dazu kommt,
dass es immer wieder um Teilnahme an
Wettbewerben geht, was natürlich mit
Unterrichtsausfall in anderen Fächern
verbunden ist und einfach Unruhe ins
normale Schulleben bringt, was erst mal
nicht gerne gesehen wird“, weiß Schüttler.

Kinder wollen Erfolg    

Doch er konnte mit einfachen Argumenten
überzeugen: „Kinder sind von sich aus
leistungsorientiert, sie wollen Erfolge.
Wenn man ihnen klarmacht, dass sie nur
dann zu Wettbewerben mitfahren können,
wenn sie sich in den anderen Fächern
entsprechend anstrengen, erreicht man eine
hohe Motivation.“ Das überzeugte selbst
skeptische Mathe-, Deutsch-, Englisch- und
Musiklehrer! Weiteres Erfolgsrezept sieht
Manfred Schüttler in der Kontinuität: „Wir
sind vier Sportlehrer, die seit langen Jahren
zusammenarbeiten und konnten deshalb
über die Jahre Strukturen aufbauen, die
über den ansonsten wechselvollen
Schulalltag weit hinaus reichen.“ So
verweist der Ex-Fechter mit einem
messerscharfen Argument auf Horst
Heilmann, der seit 25 Jahren ehrenamtlich
die Laufgruppe trainiert. „Dabei ist noch
nie eine Stunde ausgefallen.“

Weibliche Begleitung    

Wenn „die Besten“ zu Turnieren unterwegs
sind oder für „Jugend trainiert für Olympia“
üben, wenn sie ihre Region oder gar das
Land Brandenburg sportlich repräsentieren,
geht es oft um weibliche Begleitung. Dann
springt Ehefrau Manuela Schüttler in die
Bresche. Die beiden hatten sich
kennengelernt, als sie beim Fechten manche
Klingen kreuzten und teilen die Liebe zum
Sport. Das geht sogar so weit, dass
Manuela Schüttler ebenfalls als
Sportlehrerin tätig ist und ganz neu in der
Eigenherd-Grundschule als „Verstärkung“
engagiert wurde. Bei diesem
ungewöhnlichen Blick auf
bewegungsfreudige Kinder ist es fast schon
selbstverständlich, dass die Eigenherd-
Schule öfter im überregionalen Interesse
steht. So wurde sie gleich dreimal
„sportlichste Schule des Landes
Brandenburg“, was wiederum ein Rekord
für sich ist.

Infos:
Tel. 01 62/6 57 30 47

Mit Frühsport zum Top-Athleten

Stand November 2014

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Manfred Schüttler kreuzt gerne die Klinge
für einen hochqualifizierten Sportunterricht.

Die Schüler sorgen für viele bundes- und
landesweite Erfolge.