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Wenn die Bundeskanzlerin, Minister oder prominente Abgeordnete ins Licht der Öffentlichkeit
treten, ist ein Kleinmachnower oftmals ganz nahe.  
Frank Nürnberger ist Hauptstadtfotograf und dabei, wenn Spitzenpolitiker wie Angela Merkel oder
Siegmar Gabriel gefragt sind. Dabei bannt er sie seltener im Bundestag vor die Linse seiner Kameras,
sondern meist auf Verbandstagungen. „Schnappschüsse kann heute jeder schießen, schließlich sind so
ziemlich alle Mobiltelefone mit einer Kamera ausgerüstet. Mir geht es um Bilder, die Aussagekraft haben.
Ich möchte den Moment einfangen, der etwas über die Person aussagt“, beschreibt der Kleinmachnower
seinen Ansatz.    
Geheimtipp für Promis
Mit der Fotografie verbinden ihn seine Studienfächer. „Ich habe Politik, Philosophie und Medien-
wissenschaft studiert“, berichtet er. Nun blickt er hinter die Kulissen der Politik und schafft Bilder, die
vielfach aus der allgemeinen Flut von visuellen Eindrücken herausragen. Das macht ihn zum Geheimtipp
für Weltkonzerne wie Bertelsmann und mächtige Verbände, für die er mit seiner Kamera im Einsatz ist. Auf
ihn bauen Politiker wie Justizminister Heiko Maas, der sich von ihm porträtieren ließ. Zudem ist Frank
Nürnberger bei Bundestagsabgeordneten gefragt.
Neues Bild von der Macht
Der Kleinmachnower gewinnt mit seinen Bildern oft ein ganz anderes Bild von den Menschen, die Weichen
für unser Leben stellen: „Die öffentliche Meinung über Politiker  ist vielfach sehr verschoben. Ich sehe jeden
Tag, dass die Abgeordneten im Bundestag mit einem enormen Arbeitsaufwand versuchen, im großen
Gefüge sinnvollen Einfluss zu nehmen. Sie müssen im Bundestag, in den Ausschüssen und der Fraktion
präsent sein, sich über oftmals sehr komplizierte Themen auf dem Laufenden halten und in ihren häufig
weit entfernten Heimatwahlkreisen Präsenz beweisen. Die Arbeitsanforderung ist enorm hoch. So habe ich
erlebt, wie beispielsweise
Konstantin von Notz als Datenschutzexperte bei den Grünen gerade mal drei
Tage vor der Entscheidung im Bundestag das neue Datenschutzgesetz in die Hand gedrückt bekam und
vor dem Problem stand, das komplizierte 700 Seiten starke Papier durchzuarbeiten, um dann im Bundestag
fundiert darüber zu sprechen.“ Seine Erfahrungen hat Frank Nürnberger  unter „
www.11011berlin.de
sichtbar gemacht.
Wahlkampf ganz anders
Die Beschäftigung mit den vielfach prominenten Köpfen aus Politik und Wirtschaft brachte Frank
Nürnberger dazu, sich mit lokaler Politik zu beschäftigen. So begleitete er beim letzten Bundestags-
wahlkampf 2013 alle Kandidaten in seinem Heimatwahlkreis über acht Wochen lang mit der Kamera. Das
spannende Ergebnis ist unter „www.direktmandat61.de“ zu sehen.
Aussterbender Beruf?
Übrigens war Frank Nürnberger die ungewöhnliche Fotokarriere nicht vorgezeichnet. „Ich hatte in Bonn mal
die Gelegenheit,
Jupp Darchinger als Ikone der Pressefotografie Arbeiten von mir vorzulegen. Sein Rat
war, dass ich lieber schreiben sollte.“ Heute gehört Frank Nürnberger zu einer aussterbenden
Berufsgruppe: „Die Verlage bauen gerade im Bereich der Fotos erheblich ab, um Geld zu sparen. Die
Tageszeitungen haben in der Regel einen Pauschalvertrag mit den Presseagenturen. Damit finden sich
überall meist die gleichen Bilder. Noch schockierender finde ich, dass mittlerweile sogar Medien, die ‚Bild‘
im Namen führen, gänzlich auf eine Fotoredaktion verzichten, wie es gerade ‚Autobild’ gemacht hat.“
Unauffällig und leise
Der enge Umgang mit der Politik erlaubt dem studierten Politikwissenschaftler Einblicke, wie sie sonst kaum
jemand erlangen kann. Dabei erliegt Frank Nürnberger aber keinesfalls der Versuchung, selbst Politiker
werden zu wollen. Denn im Gegensatz zu den von ihm porträtierten Prominenten, die immer öffentlich
präsent sein müssen, sieht er es als sein Geheimrezept an, möglichst unauffällig zu sein. Dazu gehört eine
angepasste dezente „Anzugsordnung“ und ein möglichst geräuschloses Auftreten. „Wenn ich gar nicht
wahrgenommen werde, kann ich die interessantesten Bilder machen, weil ja niemand sich extra in Pose
bringt“, beschreibt der gelernte Philosoph seine Foto-Philosophie. Sein Bestreben, geräuschlos aufzutreten,
geht so weit, dass ihn sogar das Klicken stört, das der Verschluss seiner Spiegelreflexkamera macht.
Während andere sich immer das neueste Kamera-Modell suchen, um noch mehr Auflösung zu bekommen,
kauft der Kleinmachnower dann eine neue Kamera, wenn diese verspricht, noch weniger Geräusche zu
machen. Wer so leise auftritt, ist sicher ein angenehmer Nachbar, was mit dazu beiträgt, dass sich die
Familie mit den beiden süßen Töchtern in Kleinmachnow sehr wohl fühlt. „Dazu kommt, dass man hier
Abstand vom hektischen Politikbetrieb bekommt, was wieder zu ganz neuen Impulsen führt, um spannende
Bilder, die etwas zu erzählen haben, zu schaffen.“
Infos:
Tel. 01 72/1 01 34 56
www.franknuernberger.de
Stand November 2015
Mit Angela Merkel unterwegs
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