Dies ist ein Archiv-Eintrag aus dem Jahre 2017!

Kleinmachnow auf dem Weg zum Freizeit-Paradies

Bürgermeister
Michael Grubert

Rodelbahn und Freibad

Stand: November 2017

Kleinmachnow als Wintersportparadies? Ganz neu kann die ungemein vielseitige Gemeinde jetzt sogar in diesem Bereich punkten!

Schließlich soll es hier im Winter eine wahrhaftige Rodelbahn geben. Sie führt an der Nordwestseite vom Stolper Berg in die Tiefe. „Wir haben einen kleinen Gegenhang als Auslauf, so dass dem winter­lichen Vergnügen nichts mehr im Weg steht. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass es dafür den nötigen Schnee geben wird“, freut sich Bürgermeister Michael Grubert.

Wildschweine lauern!
Möglich wird diese neue Attraktion dadurch, dass die frühere Hausmülldeponie am Stolper Weg nach 20 Jahren der Beobachtung für die Öffentlichkeit freigegeben werden soll. „Es geht dann von dem Areal keinerlei Gefahr mehr aus. Die Deponie wurde vor der Wende ohnehin hauptsächlich für Gartenabfälle genutzt. In der DDR gab es ja mit SERO ein funktionierendes Recycling-System, so dass kaum Müll im eigentlichen Sinne entsorgt wurde. Was dann während der Wende hier angehäuft wurde, ist später konsequent abgetragen worden“, erläutert Dieter Schubert. Das etwa drei Hektar große Areal soll über „Wildschutz­tore“ erreichbar sein.
„Den Zaun ganz wegnehmen können wir wegen der Wildschweingefahr nicht“, erläutert Michael Grubert die Anleihe in der Alpenregion.

Honig als Mangelware?
Während man „in den Bergen“ mit immer weniger Schnee „kämpft“, hofft man in Kleinmachnow also auf die umgekehrte Entwicklung. Bestärkt sieht sich der Bürgermeister in der ungewohnten Rolle als „Wetterfrosch“ durch eigene „feuchte“ Erfahrungen aus diesem Sommer: „Es hat soviel geregnet, dass die Bienen auf dem Rathausbalkon viel weniger Zeit für Ausflüge hatten. Der Honigertrag ging deshalb 2017 um gut 30 Prozent zurück“, resümiert der Bürgermeister. Damit drohen die beliebten „Gast- und Ehrengeschenke“ also knapp zu werden!

Innovationen im Freibad
Andererseits kann schlechtes Wetter durchaus die eine oder andere gute Seite haben: „Wir haben 2017 die Freibadsaison auf Anfang September verkürzt. Da es da kein Badewetter mehr gab, hat das niemand gestört.“
Grund für die Maßnahme: Das beliebte Bad wird jetzt einer Generalsanierung unterzogen. „Die Becken behalten zwar ihre bisherige Größe, werden aber mit Edelstahl ausge­kleidet“, erläutert Bäderchef Markus Schmidt.
Das Freibad „Kiebitzberge“ war 1975 in einer eher spontanen Aktion aus der Taufe gehoben worden. „Nach dieser langen Zeit war so ziemlich alles sanierungsbedürftig“, sind sich Michael Grubert und Markus Schmidt einig.
Nachdem sich Kleinmachnow mit den Nachbargemeinden Teltow und Stahnsdorf für den Betrieb in einer gemeinsamen Gesellschaft zusammen­geschlossen hatte, konnte die Sanierung auf den Weg gebracht werden. Markant ist, dass hier zugleich ein ökologisches Modellprojekt gestartet wird, das vom Bund gefördert ist: „Wir haben ein kombiniertes Solar- und Wärmepumpensystem für die Temperierung des Badewassers und für die Saunen integriert. Dadurch sparen wir Energie und vermindern zugleich den Kohlendioxid-Ausstoß“, zeigt der Gemeindechef, dass er ein „grünes Herz“ hat.

Kurz und leise
Dies bewies er zudem in einem Modellversuch mit Elektro­mobilität. Er ist dafür mit einem batteriebetriebenen Dienstfahrzeug unterwegs: „Das fährt sich superleise, beschleunigt fast wie eine Rakete. Es gibt nur ein klitzekleines Problem: Die Reichweite beträgt leider nur etwa 200 Kilometer. Die Aufladezeit anschließend kann bis zu 14 Stunden dauern.“ Da solche Zwangspausen für ein vielgefragtes Gemeindeoberhaupt ungünstig sind und der Steuerzahler kaum Bürgermeistergehalt für halbtägige Stromtank-Aufenthalte bezahlen möchte, wird Michael Grubert den Selbstversuch erst mal wieder aufgegeben. Der gut 38 000 Euro teure Wagen wechselt somit ins Tiefbauamt. „Die Mitarbeiter sind nur im Ort unterwegs und können die Einsätze so planen, dass Elektromobilität machbar ist. Das gilt ebenso fürs Ordnungsamt, wo wir ein weiteres dieser umweltschonenden Fahrzeuge im Einsatz haben“, resümiert der Bürgermeister. Trotz der eingeschränkten Nutzungsmöglichkeit könnte diese neue Technologie für Bürger, die vorwiegend zum Ein­kaufen oder im begrenzten Umkreis unterwegs sind, interessant sein. Um diesen den Einsatz zu erleichtern, sind fünf öffentliche Stromzapfsäulen in Kleinmachnow in Vorbereitung, die an Knotenpunkten entstehen sollen.

Weiße Streifen
Wesentlich häufiger als mit dem eigenen E-Mobil sind die Bewohner allerdings mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Gerade für Personen, die in der eigenen Mobilität eingeschränkt sind, bilden die Busverbindungen eine wichtige Möglichkeit, unterwegs zu sein. Um ihnen den „Einstieg“ zu erleichtern, werden die häufig genutzten Haltestellen Zug um Zug umgebaut. Auffällig dabei ist unter anderem ein weißer Streifen mit spezieller Pflasterung: „Dieser gibt Sehbehinderten fühlbare Orientierung auf ihrem Weg“, erläutert der Bürgermeister.

Aufwind am Seeberg
Während es am Stolper Berg zukünftig zumindest im Winter rasant abwärts gehen kann, ist es am Seeberg genau anders herum. Dort hat die Gemeinde mit einem Bebauungsplan die Weichen dafür gestellt, dass die Hakeburg, die als ein Wahrzeichen der Gemeinde gilt, zu mondänen Eigentumswohnungen umgebaut werden kann.
„Die Außenansicht steht unter Denkmalschutz und wird erhalten bleiben. Innen wird aber alles für die neue Nutzung entkernt. Zudem entstehen statt früherer Garagen zwei neu Häuser. Der Investor hat für das Gesamtkonzept einen Wett­bewerb ausgeschrieben. Der Siegerentwurf soll umgesetzt werden“, erläutert Bauamtschef Jörg-Arnold Ernsting. Für die etwa 50 neuen Wohnungen könnte bereits 2018 mit den Arbeiten begonnen werden.

Hakeburg ins Museum?
Damit kann man schon bald nur noch im Museum sehen, wie die Hakeburg mal innen aussah. Das ist gerade dabei zu entstehen. Die Frage ist nur, wo es unterbracht werden könnte: „Es böte sich dafür das Gebäude der Auferstehungskirche an, das von der Gemeinde gekauft worden war. Es gibt aber andererseits Bürger, die das kleine Haus in der Karl Marx Straße gerne umgebaut sehen möchten. Es wurde bereits übergangsweise für kleinere Wechselausstellungen genutzt. Es war immerhin das Musterhaus der Sommerfeld-Siedlung, der Kleinmachnow in großen Teilen seine Entwicklung als Vorort­gemeinde im Südwesten von Berlin verdankt. Allerdings war das Gebäude als solches eben ein kleineres Wohnhaus, das sich nur schwer an die heutigen Erfordernisse einer öffentlichen Nutzung anpassen ließe“, beschreibt Michael Grubert die Probleme.
Während also der Stolper Berg gerade dabei ist, sich zu öffnen, sind in der Museums-Diskussion noch die einen oder anderen Berge zu überwinden!