Dies ist ein Archiv-Eintrag aus dem Jahre 2017!

Auf den Spuren früheren Lebens

Fotograf
Mario Wilpert
Telefon:01 51/64 17 29 07
Website:www.mariowilpert.de

Gruseln im Leichenkeller!

Stand: November 2017

Was bleibt vom Leben, überdauert uns eventuell auf lange Zeit? Oftmals ist es Stein, der weiter zeugt, was einstmals war. Während man mit Grabsteinen nur mühsam Erinnerungen wach halten kann, weisen Gebäude sehr anschaulich zurück!

Verständlich, dass wir Menschen von der Faszination und dem Schauer, der von früheren Schauplätzen meist „wichtiger“ Aktivitäten, ausgeht, in Bann genommen werden. „Ich erinnere mich noch gut, wie wir zu zweit in den Kellern des früheren Anatomischen Instituts der FU Berlin in Dahlem unterwegs waren. Die Sezier­tische, wo die Leichen von den Studenten geöffnet wurden, sind so gut erhalten, als würde es gleich weitergehen. Der Raum ist umrahmt von den Kühlkammern für die Toten. Und plötzlich Geräusche über uns, wer würde da nicht im ersten Moment zusammenfahren und an Geister denken“, beschreibt Mario Wilpert eines seiner Erlebnisse.

Manager mit Kamera
Der Manager ist als Hobby in seiner Freizeit an „Geheimnisvollen Orten“ unterwegs, um das „Leben“ früherer Zeiten durch die Wirkung der Architektur einzufangen. Daraus entstehen Bilder in ungewöhnlicher Faszination, die der Verlagskaufmann zu Ausstellungen kombiniert, die mittlerweile in der ganzen Region gefragt sind.
Zu den herausragenden Ein­blicken von Mario Wilpert gehört der „Katastrophenzug der DDR-Reichsbahn“, der als Hospital ausgestattet „an geheimem Ort“ von einem privaten Sammler fernab der Öffentlichkeit bewahrt wird. „Darin ist noch alles original, von den Bettenpritschen übers OP-Besteck bis zu den Medikamenten, die teilweise aus den 1950-er Jahren stammen“, ist der Kleinmachnower erstaunt. „Es dauerte sehr lange, bis ich den Zug ausfindig gemacht und den Eigentümer überzeugt hatte“, blickt er auf sein Meisterstück.

Vergnügen in Ruhestellung
Ebenso stolz ist er darauf, exklusiv den Spreepark fotografiert zu haben: „Wenn man das Riesenrad und die Fahr­geschäfte von Pflanzen überwuchert erlebt, ist das sehr sonderbar. Ich stelle mir vor, wie hier Familien durch­geschlendert sind, sich Paare eng zusammengeschmiegt haben. Sicher haben sich die einen oder anderen gefunden. Kinder haben fasziniert von der Fliehkraft der Karussells gejauchzt. Nun herrscht eine Totenstille, die Natur nimmt sich das Gelände still aber wirkungsvoll zurück!“

Fotografie aus den Kinderschuhen
Mario Wilpert ist heute 48 Jahre alt. Er lebt zusammen mit Ehefrau Alexandra Wilpert und den Kindern Josephine, 8. und Benjamin, 5, seit gerade mal drei Jahren in Kleinmachnow. „Wir wollten, dass unsere Kleinen im Grünen aufwachsen“, begründen er und die Angestellte in einer großen Praxis für Kieferorthopädie. Die Faszination fürs Fotografieren erfasste Wilpert bereits als kleiner Junge. „Ich hatte mit acht Jahren meinen ersten Fotoapparat. Mit 16 ging es mit einer Spiegel­reflexkamera weiter. Ich richtete mir eine Dunkelkammer ein, wo ich mich sogar an die sehr komplizierte Farbfoto-Technik gewagt habe.“ Das wäre eine gute Voraussetzung für den Einstieg in den Journalismus geworden, schließlich bekam Mario Wilpert eine Anstellung beim Axel Springer Verlag. „Ich interessierte mich dort aber mehr für die Kundenbetreuung“, gibt er Einblick.

Menschenleere Sprengkraft
Dass seine Bilder große Sprengkraft haben können, weiß er erst seit Kurzem. Eine Ausstellung in der Bibliothek Steglitz 2015 war ein so großer Erfolg, dass es Anfang 2017 zu einer Schau seiner Bilder im Rathausfoyer Kleinmachnow kam. Dort hatten viele natürlich ein besonderes Auge auf seine Aufnahmen von der Hakeburg. Dabei war der Gruseleffekt bei der Erstellung aber eher klein. Dafür gab es im früheren Armeestützpunkt „Altes Lager“ bei Jüterbog spannende Momente: „Wir durchstreiften die verlassenen Kasernen im Dunkeln. Da sahen wir plötzlich das Licht von zwei Taschenlampen auf uns zukommen. Mein Freund und ich versteckten uns, bis wir dachten, das ist doch albern, wir klauen ja nichts und richten keinen Schaden an. Also traten wir vor, als die Tür zu unserem Raum geöffnet wurde. Die beiden ‚Wachleute‘ bekamen den Schreck ihres Lebens, denn es waren in Wirklichkeit Fotografen-Kollegen aus den Nieder­landen!“

Kinder mit Tele
Nach der Ausstellung von Mario Wilpert in „Altes Lager“ werden seine Bilder ab März 2018 im Neuen Rathaus von Teltow zu sehen sein.
Weiterer Schwerpunkt sind übrigens Kinderfotos: „Wenn man die Kleinen aus der Entfernung mit einem großen Teleobjektiv beobachtet, kommen ungemein spontane Aufnahme heraus!“
Außerdem ist er für Klassenfotos in der Steinweg-Grundschule gefragt, die Töchterchen Josephine besucht.