Bürgermeister hat Sorgen mit der Länderehe

„Was wird aus unseren Schülern?“

Kleinmachnows Bürgermeister gehört nicht zu den Leuten, die sich ungefragt in die große Politik einmischen. Doch manchmal mischt sich die große Politik ganz entschieden in die Zukunft seines Ortes ein. Etwa wenn es um die Länderehe geht...
„Wir liegen genau an der Grenze zu Berlin und haben viele Berührungspunkte. So gehen Schüler von uns in Berlin in die Schule. Was auf den ersten Blick unproblematisch klingt, ist eine äußerst komplizierte Sache. Denn an sich ist es kaum möglich, über die Grenzen von Bundesländern hinweg Einrichtungen zu nutzen,“ schildert Wolfgang Blasig die Situation. Der Hintergrund: Kleinmachnow hat als beliebtes Zuzugsgebiet von jungen Familien besonders viele Kinder. Dafür werden Schul- und Kitaplätze benötigt. Die könnten natürlich teuer gebaut werden. Doch schnell werden Kinder größer – und dann? „Dann hätten wir eine Riesen-Überkapazität!“ Dazu kommt, dass viele Eltern durch spezialisierte Schulen gezielt die Begabung ihrer Kinder fördern möchten.
Bisher halfen sich die Nachbarn augenzwinkernd aus, „mit der Perspektive, dass mit der Länderehe ohnehin alles eins ist“, so Bürgermeister Wolfgang Blasig. Doch wenn es nun nicht zur schnellen Vereinigung von Berlin und Brandenburg kommt? „Dann müssten wir für alles komplizierte Verträge schnüren“, sorgt sich Blasig.
Grenzübergreifendes Engagement wünscht sich der Bürgermeister auch, wenn es um ein weiteres Sorgenkind geht: „Unser Freibad muss dringend saniert werden, sonst droht die Schließung!“ Wolfgang Blasig gibt gerne zu, ein Fan der in einem parkähnlichen Gelände gelegenen Anlage am Teltowkanal zu sein, doch die Kosten in Millionenhöhe kann die Gemeinde Kleinmachnow nicht alleine tragen. Schließlich müssen schon die Betriebskosten mit jährlich etwa 250000 Euro bezuschusst werden.
„Ins Freibad kommen neben den Kleinmachnowern Besucher aus der ganzen Region. Wir sind das einzige Freibad weit und breit. Also wäre es wünschenswert, dass sich unsere Nachbargemeinden Teltow und Stahnsdorf an den Sanierungskosten beteiligen.“ Doch da scheint die Bereitschaft angesichts ebenfalls leerer Kassen eher gedämpft. Und das, obwohl Stahnsdorf nun wieder ganz nahe rückt. Denn endlich verbindet eine neue Schleusenbrücke wieder beide Orte auf kurzem Weg. Mit dem Herbst 2004 ist die neue Brücke offiziell für Fußgänger und Radfahrer geöffnet. „Ab Frühjahr 2005 können dann Autos darüber rollen. Damit entsteht für viele Kleinmachnower eine völlig neue Situation. Bürger, die nach der Wende in den Ort gezogen sind, haben diese Verbindung ja noch nie in Funktion erleben können. Denn als 1992 ein Schiff die Schleusenbrücke beschädigte, durften schon bald aus Sicherheitsgründen keine Autos mehr darüber rollen!“
Neben diesem Lichtblick freut sich der Bürgermeister besonders auf das neue Rathaus. Sein Büroleiter Hartmut Piecha hatte im Vorfeld alle Hände voll zu tun und manche schlaflose Nacht: Sollte der Umzug zum Dezember 2004 doch wie am Schnürchen klappen. „Mit Jahresbeginn 2005 sollte dann bei uns alles funktionieren“, so Bürgermeister Wolfgang Blasig. Da man sich aber keine Pannen und Pleiten leisten möchte, fährt die Verwaltung erst mal zweigleisig. „Im bisherigen Verwaltungsgebäude bleibt alles solange erhalten, bis wir im neuen Rathaus volle Funktionsgarantie haben!“
Dann aber werden neue Zeiten für die Bürger anbrechen: Das Rathaus soll so lange wie noch nie geöffnet haben und damit bundesweit eine wichtige Vorreiterrolle spielen.
Damit die alten Zeiten nicht völlig in der Vergangenheit versinken, hat Bürgermeister Wolfgang Blasig erst mal antike Bürogeräte gesichert. Beim Rundgang durch die Büros kam eine ansehnliche Sammlung schon historisch zu nennender Schreibmaschinen zusammen, die im futuristischen Rathaus sicher einen interessanten Ehrenplatz bekommen werden.
Noch einen Grund zur Freude hat Bürgermeister Blasig. Soeben wurde das neue Kinderhaus an der Rudolf Breitscheid Straße fertig. „Wegen der großen Nachfrage wird es erstmal als Hort genutzt. Ändert sich die Situation, kann darin eine vielfältige Kinderbetreuung unterkommen.“ Im lichtdurchfluteten Erdgeschoss zieht ein amphietheater-ähnlicher Raum den Blick auf sich. Man kann sich vorstellen, dass die Kleinen hier ganz groß herumtollen können. „Außerdem können darin Veranstaltungen durchgeführt werden“, so Wolfgang Blasig weiter.

Weitere aktuelle Informationen gibts unter:
www.Kleinmachnow.de

Nachdem die Länder-Ehe von Berlin und Brandenburg auf die lange Bank geschoben wurde, hat Kleinmachnow Sorgen mit Schulplätzen.

Bürgermeister Blasig hat den Rathausmarkt fest im Blick.

Es dauert nicht mehr lange, und Stahnsdorf ist ganz nah!

Wolfgang Blasig steht schon bereit, um das Freibad zu sanieren. Nun müssen nur noch die anderen mitmachen.

Der Hort lädt zu Veranstaltungen ein.

Wolfgang Blasig freut sich wenn eine neue Brücke ensteht, wie hier an der Schleuse.