Frank Lüdecke: Vom Klassenclown zum Star-Kabarettisten

„Distel“, „Scheibenwischer“ und das Haus in Kleinmachnow

Selbst ausgemachte Fernseh-Muffel lassen sich die Kult-Kabarett-Sendung „Scheibenwischer“ in der ARD kaum entgehen. Flotte Sprüche, scharfsinniger Spott und beste Unterhaltung kommen – aus Kleinmachnow.
Der Star-Kabarettist Frank Lüdecke ist in jeder zweiten Scheibenwischer-Sendung gefragter Gast. Die Sprüche, die Millionen Fernsehzuschauer im gesamten deutschsprachigen Raum begeistern, kommen ihm in der Regel im Eigenheim in Kleinmachnow. Mit Frank Lüdecke beweist die Gemeinde umso mehr, dass sie eine besondere Anziehung auf Künstler mit Humor hat.

Humor-Oase
Wie „Witze-König“ Harald Effenberg, über den wir in der letzten Ausgabe der „Bürger- und Besucher-Information Kleinmachnow“ berichteten, sammelte Frank Lüdecke an der Seite von „Blödel-As“ Dieter Hallervorden Medienerfahrung. Bereits 1992, Lüdecke war damals gerade 31 Jahre jung, wurde er von Hallervorden für „Spott-Light“ entdeckt. Lüdecke schrieb für die Sendung Texte und trat zehn Jahre lang als Mitspieler von Hallervorden auf. 1996/97 gehörte er zum Team von „Verstehen Sie Spaß?“.

Ideen für Zebralla
Im Jahr 2000 machte Frank Lüdecke mit Dieter Hallervorden „Zebralla“. Er schrieb sämtliche zwölf Folgen und war als Gegenpart an der Seite von Hallervorden zu sehen. „Didi“ hatte übrigens 1960 in Berlin das Kabarett „Wühlmäuse“ gegründet, weil ihn die „Stachelschweine“ nicht genommen hatten. Frank Lüdecke steht nun ganz neu als Künstlerischer Leiter dem Ostberliner Pendant der „Stachelschweine“, der „Distel“ vor!

Spaßiger ABC-Schütze
Die Komik liegt Frank Lüdecke wohl im Blut. Der im Jahre des Mauerbaus in Charlottenburg geborene Junge einer bürgerlichen Familie bekam schon als ABC-Schütze ins Zeugnis geschrieben: „Frank ist ein lebhafter, stets zu einem Späßchen aufgelegter Schüler.” Vom Klassenclown zum Kabarettisten war es für ihn nur ein kurzer Weg. Das Schülerkabarett „Phrasenmäher” wurde zum Studentenkabarett, weil Lüdecke ab 1980 an der FU Germanistik und Geschichte studierte. Seine Magisterarbeit schrieb er über Kurt Tucholsky. „Seitdem nie wieder eine Zeile von ihm gelesen!“

Auszeichnungen für die „Phrasenmäher“
Die „Phrasenmäher“ mit Frank Lüdecke und Achim Ballert starteten 1991 ihre erste Deutschland-Tournee und wurden drei Jahre später mit Preisen überschüttet. Sie erhielten den „Deutschen Kabarettpreis“, traten im „Düsseldorfer Kom(m)ödchen“ und bei der Münchner „Lach- und Schießgesellschaft“ auf. Sie waren in der ARD zu sehen und wurden als „Kabarett der Zukunft“ gehandelt. Trotz der Erfolge löste sich die Truppe auf: „Wir waren zu lange zusammen, hatten uns heillos zerstritten“, gibt Frank Lüdecke heute zu.
Nach Kleinmachnow kam die Familie mit heute vier Kindern, weil sie auf der Suche nach einem berlinnahen Ort mit Garten im Grünen war. Ehefrau Caroline Lüdecke ist studierte Kulturmanagerin und hat damit die besten Voraussetzungen, den Tagesablauf von Kleinmachnows bekanntestem Kabarett-Star zu planen. Dabei ist Frank Lüdecke sicher einer der
vielseitigsten und fleißigsten Vertreter seiner Zunft. 120 Auftritte im Jahr und die künstlerische Leitung der „Distel“ seit 2006 würden für ein erfülltes Arbeitsleben durchaus reichen.

Spaß am Schreiben
Doch Lüdecke kann die Finger nicht von der Feder lassen und schreibt und schreibt. Aus seiner Feder stammten die Programme für die Distel „Zwischen den Polen“ und „Hotel Heimat“, die er zugleich erfolgreich inszenierte. Zusätzlich ist er mit Soloprogrammen zu erleben. Um „Elite für Alle!“ noch zu genießen, muss man sich allerdings schnell entscheiden: „Es gibt noch ein Gastspiel in der Distel am 9. Dezember 2007. Weitere Auftritte sind am 25. und 26. Dezember 2007 in den Wühlmäusen, dann ist damit endgültig Schluss!“
Ein bisschen Lampenfieber hat er kurz vor den Auftritten immer, am meisten aber vor dem „Scheibenwischer“, obwohl er dort bereits seit 2004 mit von der Partie ist. „Das ist eine Livesendung vor zwei Millionen Zuschauern. Da kann man sich keinen Patzer leisten.“
Die Anregungen für seine Programme holt sich Frank Lüdecke als aufmerksamer Betrachter: „Manch einer, dem ich bei ganz normalen Kontakten, vielleicht im Restaurant, beim Einkaufen oder beim Spazierengehen begegne, kann sich im Kabarett wieder finden“, schmunzelt er.

Kinder im Mittelpunkt
Kaum einer ist so unumstritten wie Frank Lüdecke. Schlechte Kritiken hat er kaum zu befürchten. Doch mit den Jahren ist er dickhäutiger geworden. Das führt er auf seine Familie zurück. Ehefrau Caroline und die Kinder Florentine, 6, Linus, 9, Emily, 11, und Carlotta, 13, sind in seinem Leben der Mittelpunkt: „Dass mit ihnen alles in Ordnung ist, das ist das Wichtigste!“

Infos: www.frank-lüdecke.de

Der Kleinmachnower Frank Lüdecke ist als Kabarettist ein Multi-Talent: Er schreibt, tritt auf und führt Regie.

Die TV-Serie Zebralla mit Dieter Hallervorden entstammt der Feder von Frank Lüdecke (l.), der in allen Folgen mit aufgetreten ist.

Familie Lüdecke fühlt sich im Eigenheim in Kleinmachnow pudelwohl.