Förderverein strebt eine Sanierung de Luxe an

Freibad mit Winternutzung?

Die Steine des Anstoßes befinden sich rund um die Schwimmbecken. Was früher ein schöner Plattenbelag war, sorgt nun für schmerzhafte Füße. Damit nicht genug. „Das Nichtschwimmer-Becken hat keine Umwälzanlage zur Wasserreinigung und die Technik im Schwimmerbecken ist ebenfalls in die Jahre gekommen.“
Mit dieser Einschätzung sind sich Kleinmachnows Bürgermeister Wolfgang Blasig und Schwimmbad-Fan Klaus Wandrei durchaus einig. Wandrei kennt sich auf dem Gelände besonders genau aus: War er doch der Bauleiter, als vor dreißig Jahren die großen Betriebe der Region in einer gemeinsamen Hau-Ruck-Aktion ein großzügiges Freibad am Teltowkanal schufen. „Damals fragte keiner nach Finanzierungskonzept, Baugenehmigung und Betriebskosten“, erinnert sich Wandrei.
Heute ist der Stahnsdorfer mit 64 Jahren eigentlich in Rente. Doch hauptsächlich hat er es sich zur Aufgabe gemacht, das schöne Freibad zu erhalten. Wandrei ist Vorsitzender eines Vereins, der für dieses Ziel in kurzer Zeit 7600 Unterschriften sammeln konnte und damit die Potsdamer Landesregierung auf das Problem aufmerksam machte. Der Verein selbst konnte in einem halben Jahr über 160 Mitglieder aus der ganzen Region finden.
Bei soviel Anklang sieht sich Wandrei gestärkt, ein sehr ehrgeiziges Projekt aus der Taufe zu heben. Während die Gemeinde froh war, in neuen Berechnungen den dringendsten Sanierungsaufwand von ursprünglich über 4,3 Millionen Euro auf „nur“ noch 2,5 Millionen gedrückt zu haben, setzt Wandrei nun noch eins drauf und will gar 4,6 Millionen ausgeben. Dafür erhofft er sich Zuspruch vom Land, das allerdings festgelegt hat, aufgrund der vielen defizitären Spaß-, Gesundheits- und Thermalbäder für diesen Bereich keine Förderung mehr auszugeben. „Jetzt müssen die Gemeinden Kleinmachnow, Stahnsdof und Teltow sich klar zum Bad bekennen. Dann hätten wir Chancen in den Bäderplan des Landes nach 2006 aufgenommen zu werden“, so Wandrei. Das würde Wasser in die Schläuche von Bürgermeister Wolfgang Blasig gießen, der sich genau dies, die Beteiligung der Umlandgemeinden, wünscht. Allerdings möchte Wandrei, und deshalb sind die Kosten so hoch, aus dem Freibad eine regelrechte
„Badelandschaft“ mit Hallenbereich machen.
„Unser Konzept sieht die Überdachung des halben Schwimmbeckens vor. Die Umkleideräume sollen durch überdachte Gänge verbunden werden, so dass das Bad im Winter ebenfalls nutzbar ist. Das würde die Einnahmen erhöhen und auch dem Schul- und Vereinssport zugute kommen!“ Damit würden sich die Kosten für den Betrieb des Bades allerdings zwangsläufig erhöhen. Ob die Kleinmachnower Gemeindevertreter also dafür zu gewinnen sind, ihr klammes Gemeindesäckel für dauerhaft höherere Zuschüsse zu öffnen, bleibt abzuwarten.
Zumal es nun plötzlich Konkurrenz gibt: Ein Investor aus Hamburg möchte mit dem Sportforum das Bad erwerben!

Infos: Tel. 03329/62321

Klaus Wandrei hat als Bauleiter das 1976 eröffnete Freibad mit aus der Taufe gehoben und sitzt nun startbereit parat, um daraus ein kombiniertes Frei- und Hallenbad zu machen.

An dieser Stelle sollen die Umkleideräume per Überdachung mit dem Hallenteil verbunden werden.