Kleinmachnow geht neue Wege

Samstags ins Amt!

Mit dem Umzug ins neue Rathaus soll sich der Kontakt zwischen Verwaltung und Bürgern entscheidend verbessern. Öffnungszeiten bis in den Abend hinein und sogar am Wochenende sollen Behördengänge so unkompliziert wie noch nie machen.
Bürgermeister Wolfgang Blasig: „Die Verwaltung im neuen Ortszentrum ist eingebettet in eine Einzelhandelslandschaft, die ihre Tore momentan bis 20 Uhr offen halten kann. Da geht es nicht an, dass die Verwaltung nicht mitzieht!“
Hartmut Piecha, Büroleiter des Bürgermeisters, ist unter anderem mit der Organisation des neuen Bürgerbüros beschäftigt, das das Verbindungsglied zwischen Bürgern und Verwaltung darstellen soll. Wir sprachen mit ihm über Kleinmachnows bürgerfreundliche Zukunft:

Welche Aufgabe wird das Bürgerbüro haben?
Hartmut Piecha: „Das Bürgerbüro ist generell für alle Belange ansprechbar. Die meisten Bürger kommen in die Verwaltung, weil sie Pass- und Meldeangelegenheiten zu erledigen haben oder Informationen benötigen. Im Bürgerbüro bekommt man alle gängigen Antragsformulare und kann sie abgeben. Wenn Dinge nicht gleich erledigt werden können, weil dafür die Fachabteilungen zuständig sind, sieht die Mitarbeiterin erst mal drauf, ob irgendetwas fehlt. Damit werden die Bearbeitungszeiten verkürzt. Geht es um ganz spezielle Fragen, etwa im Baurecht, kann das Bürgerbüro auch gleich den Kontakt mit den Fachämtern vermitteln.“

Dieser universelle Service stellt an die Mitarbeiter aber doch ganz neue Anforderungen. Sie müssen sich perfekt mit der inneren Struktur auskennen und über so ziemlich alle Verwaltungsaufgaben Bescheid wissen.
Hartmut Piecha: „Unsere Mitarbeiter sind grundsätzlich gut ausgebildet. Wir haben darüberhinaus vertiefende Schulungen durchgeführt, um die Mitarbeiterinnen auf die neue Aufgabe vorzubereiten. Sicher wird am Anfang nicht alles perfekt sein, aber nach einem halben Jahr sollte unser Bürgerbüro bestens funktionieren.“

Im Gespräch sind erweiterte Öffnungszeiten?
Hartmut Piecha: „Die Verwaltung ist für die Bürger da, nicht umgekehrt. Deshalb hat die Verwaltung dann für die Bürger da zu sein, wenn diese Zeit haben. Also werden wir zumindest an zwei Tagen bis 17 Uhr beziehungsweise 19 Uhr erreichbar sein. Jeden 1. Samstag im Monat ist das Bürgerbüro außerdem offen.“

Das klingt für eine Verwaltung schon fast revolutionär. Gibt es dafür Beispiele aus anderen Rathäusern?
Hartmut Piecha: „Das eine oder andere Rathaus kann vielleicht ähnlich verfahren. Es weiß natürlich niemand, wie die Bürger bei uns darauf reagieren. Wir betrachten diese Regelung erst einmal als Angebot und werten dann aus, wie die Kleinmachnower reagieren. Kommt abends oder am Samstag keiner, braucht man auch nicht offen zu halten. Ist der Ansturm groß, wird man über eine Ausweitung entscheiden müssen.“

Was sagen die betroffenen Mitarbeiter?
Hartmut Piecha: „Wir haben die Stellen intern ausgeschrieben und sind auf große Resonanz gestoßen. Das zeigt, dass unsere Mitarbeiter gern flexibel auf den Bürger zugehen.“

Infos Tel. 033203/8773051

Hartmut Piecha und seine charmanten Kolleginnen halten das Bürgerbüro von früh bis spät offen.