Die starke Frau von Kleinmachnow

Mit ihr muss sich selbst
der Bürgermeister gut stellen

Die starke Frau von Kleinmachnow sitzt in einem Mini-Büro im Nebengebäude des „Rathauses“. Dennoch geht an ihr keine Entscheidung vorbei. Zumindest keine, die mit der Vergabe neuer Jobs zu tun hat. Dabei würde man der zierlichen Marion-Irene Bischof-Höne die Macht nicht ansehen, die sich mit ihrer Position als Gleichstellungsbeauftragte verbindet. Kann der Bürgermeister als Verwaltungschef doch über ihren Kopf hinweg keinerlei Personalentscheidungen treffen. So ist die 38-jährige gelernte Erzieherin zu Recht ein wenig stolz, dass nunmehr mit der neuen Bauamts-Chefin Barbara Neidel erstmals eine Amtsleiterin die bisherige Männerdomäne in der Führungscrew der Verwaltung durchbricht. „Da war schon etwas Überzeugungsarbeit nötig” erinnert sich Bischof-Höne. Doch die Rechte der Frauen innerhalb der Verwaltung durchzusetzen, das ist nur die halbe Seite ihres Aufgabengebiets. Zudem ist die Gleichstellungsbeauftragte die Ansprechpartnerin für alle im Ort, wenn es um Frauenprobleme geht. Einen wichtigen Stellenwert nimmt in diesem Zusammenhang die Einzelberatung ein, die sie gerne nach Terminvereinbarung durchführt. Dabei ergab sich, dass in Kleinmachnows Familien die Uhren etwas anders als in der restlichen Republik gehen: „Gewalt in der Familie ist bei uns bisher kein Thema gewesen!“ Das größte Problem, das Frauen in Kleinmachnow haben, ist die Betreuung des Nachwuchses: Da trifft es sich gut, dass Marion-Irene Bischof-Höne zugleich für die Tagesbetreuung in der Gemeinde zuständig ist. 17 Tagesmütter und neuerdings ein „Tagesvater“ stehen in der Gemeinde zur Verfügung. „Wir haben ein sehr breites Angebot: Eine Sudanesin ist ebenso mit dabei, wie eine Tagesmutter, die konsequent zweisprachig, also englisch-deutsch betreut. Andere arbeiten nach der Waldorf-Pädagogik. Es ist also für jeden was dabei.“ Trennungsprobleme tauchen ebenfalls häufig auf. Da kann die in zweiter Ehe verheiratete Mutter von zwei Kindern im Alter von 13 und 15 Jahren ebenfalls gut aus eigener Erfahrung beraten. Weitere Aufgaben sind die Zusammenarbeit mit Frauenstammtischen, Engagement in Vereinen und bei Informationsveranstaltungen: „Mein Mann hält mir den Rücken frei, sonst würde ich das gar nicht schaffen.“ Für ihr Hobby, lecker zu kochen, bleibt der Gleichstellungsbeauftragten seit Amtsantritt vor zwei Jahren kaum mehr Zeit.

Muskeln zeigen ist für Marion-Irene Bischof-Höne angesagt, wenn es um Frauenprobleme und Personaleinstellungen geht.