Gefragt bei Deutschlands Promis

Miss Germany will in die Schule

Sie ist Deutschlands Schönste – für ein Jahr war die junge „Miss Germany“ aus Kleinmachnow der Star.
„Promis“ aus Politik, Film, Show-Business und Fernsehen drängten sich darum, mit ihr aufs Bild zu kommen. Wie geht es nun weiter? .
Noch jettet Nelly Marie Bojahr von Termin zu Termin. Ganz „nebenbei“ macht sie ein Praktikum in der Hauptredaktion des Fernsehsenders Sat1. „Ich habe mir immer gedacht: Wie machen die das beim Frühstücksfernsehen, so früh am Morgen beste Laune zu verbreiten? Das muss doch irgendwie getürkt sein! Nun weiß ich, die sind sogar zu dieser Zeit so gut drauf, obwohl sie teilweise schon morgens um drei Uhr in die Redaktion kommen“, verrät Nelly Bojahr, was sie hinter den Kulissen sah.

Ein Bild mit der Bundeskanzlerin
Und wer durfte bei ihr hinter die Kulissen sehen? „Ich habe in diesem Jahr unheimlich viele bekannte Personen getroffen. Sogar zu einem Bild mit Bundeskanzlerin Angela Merkel kam es“, schmunzelt die Kleinmachnowerin. Zu einem Gespräch allerdings reichte es leider nicht. Die Bodyguards beider Seiten waren von dem spontanen Foto beim Pressefest des Springer-Verlags in Berlin wenig angetan und nahmen ihre Schützlinge gleich wieder unter die Fittiche.

Umringt von Bodyguards
Bewacht zu werden, das war so ziemlich die erste Erfahrung, die die frischgebackene Miss Germany nach der für sie überraschenden Wahl im Europa-Park Rust im Februar 2007 machte. Nicht mal einen Monat vorher war sie schon „Miss T-Online“ geworden. „Zur Vorbereitung auf die Miss Germany Wahl ging es ins Trainings-Camp nach Ägypten“, erinnert sie sich.

Keine Chance zum Knuddeln
Am entscheidenden Abend war natürlich Mutter Anke Bojahr mit dabei. „Ich war schon hin und weg, dass sie unter die ersten zehn kam. Ich weiß ja, dass ich hübsche Töchter habe und freute mich sehr. Als sie dann Miss Germany wurde, war das einfach überwältigend“, erinnert sich Anke Bojahr, die es mit dem guten Aussehen durchaus mit ihren beiden Töchtern aufnehmen kann. „Plötzlich war alles anders: Blitzlichtgewitter, Nelly war auf einmal von Bodyguards umstellt. Ich wollte sie gerne knuddeln, wurde aber nicht auf die Bühne vorgelassen.“
Erst im Hotel gelang es, die Tochter kurz zu sprechen: „Ich konnte die Wachschützer aber nur für wenige Minuten abschütteln“, erinnert sich Kleinmachnows Miss Germany. „Ich konnte in dieser Nacht und die darauffolgenden Abende gerade mal drei Stunden schlafen. Dann ging es schon wieder mit Terminen los.“

Weltweit im Fernsehen
Die Großeltern hätten ohnehin nicht mitfeiern können, sie waren gerade auf Kreuzfahrt im hohen Norden. Als Opa Bojahr gemütlich an der Bar saß und nebenbei der Fernseher lief, glaubte er seinen Augen nicht zu trauen: „Das im Fernsehen ist ja meine Enkelin? Kann das sein, soviel habe ich doch gar nicht getrunken!“ Sogar BBC hatte das schöne Mädchen aus Kleinmachnow zum Thema gemacht. Die Schülerin aus dem Weinberg-Gymnasium hatte nun aber ein Problem: „Wie sollte ich meine Miss-Verpflichtungen mit dem Unterrichtsbesuch vereinbaren?“ Das sah die Schulleitung ebenso und schlug eine Schulpause während des Miss-Jahrs vor. Später machten Zeitungen dann Schlagzeilen, Miss Germany hätte die Schule hingeworfen. „Das hat mich sehr geärgert. Zum einen ist es schlichtweg falsch, zum anderen ist der Miss-Titel ja mit einer gewissen Vorbild-Funktion verbunden. Ich halte Schule und Abitur für sehr wichtig“, so Nelly Marie Bojahr.

Schön klug
Meistens aber verband die Presse mit der Kleinmachnowerin die Attribute „schön und schlau“. Nun zahlte sich das gute Elternhaus aus. Der renommierte Gynäkologe Dr. Bernd Bojahr und Ehefrau Anke Bojahr hatten immer auf gute Manieren, viel Allgemeinbildung und beste Erziehung ihrer beiden Töchter Judith Bojahr und Nelly Marie Bojahr geachtet. So schaffte die neue Miss mit Bravour den Sprung von der unbekannten Schülerin ins Rampenlicht von Presse und Fernsehen. Sie fand sofort den richtigen Ton. Dabei musste sie kritische Fragen von Journalisten bestehen und mit unterschiedlichen Promis zurechtkommen. Dazu gehörten Altstars wie Dieter-Thomas Heck und Heino, Musiker wie Peter Maffay und Jugendidole wie die Erfolgsband „Tokio Hotel“. Sie traf auf Frank Elstner, war in der Talk-Show bei Stefan Raab, traf auf die Schaupielerin Sharon Stone und musste damit leben, ständig im Rampenlicht zu stehen.

Miss World knapp verpasst
Eigentlich hätte sie gute Chancen gehabt, Miss World zu werden. Beim Interview im Dezember 2006, als die „Bürger- und Besucher-Information Kleinmachnow“ die angehende Miss „entdeckt“ hatte, längst bevor sich jemand für sie interessierte, träumte die damals 17-Jährige noch von diesem Titel. Die Einladung zur Wahl in Las Vegas hatte sie schon in der Tasche, doch kurz vor dem Abflug fesselte sie eine Magen-Darm-Grippe ans Bett. Also leider, knapp verpasst!

Zurück auf die harte Schulbank
Heute ist sie darüber gar nicht so traurig. Im Gegensatz zu vielen ihrer Vorgängerinnen strebt sie keine Modellkarriere an, sondern will schon im Januar 2008 wieder ganz bescheiden im Klassenraum des Weinberg-Gymnasiums auftauchen. Den Stundenplan für ihre neue 12. Klasse hat sie sich schon geholt.
Ihre Schwester Judith Bojahr, die wie berichtet bereits Erfahrungen als heißes Titelgirl von Motorradzeitschriften sammeln konnte, hat übrigens leider Kleinmachnow den Rücken gekehrt. Aus einem Sprachaufenthalt im südafrikanischen Kapstadt wurde eine heiße Liebe.

Hübsche Schwester verliebt in Afrika
Nun kümmert sie sich um deutsche Safaritouristen und genießt das schöne Klima. Für Anke Bojahr bedeutete das, ihre beiden Töchter zeitweise nur übers Telefon erreichen zu können. So ein Glück, dass ausgerechnet ein Kleinmachnower Unternehmen beste Kommunikations-Voraussetzungen für derartige Fälle schuf. „Dank Skype bin ich immer im besten Kontakt mit meinen Töchtern“, schmunzelt Anke Bojahr. Dieses System wird von Ebay, der größten Firma des Orts, angeboten.

In Ägypten bereitete sich Nelly Marie Bojahr auf die Miss Germany Wahlen vor.

Verona Pooth war 1990 Miss Germany und hatte gute Tipps.

Götz Alsmann hätte bestimmt ein Zimmer frei.

Endlich zusammen: Nelly Bojahr freut sich, wenn sie mal zuhause bei den Eltern Anke und Dr. Bernd Bojahr ist und Schwester Judith Bojahr ebenfalls gerade da ist.

Miss Germany ist nun dabei, sich wieder auf den harten Schulalltag vorzubereiten.