Rock und Rad als Hobby

Rockender Apotheker rennt weltweit

Die Band „Die Ärzte“ kennt jeder, aber auf „Die Apotheker“ warten wir bis heute. Doch fast wäre es dazu gekommen!
Denn in Kleinmachnow gibt es einen rockenden Apotheker, und der stand schon mal kurz vor dem Durchbruch mit seiner Band.
„Z-Pasta“ nannten sich die Jungs. Sie brachten Clubs und Säle zum Toben. „Wir hatten so 80 bis 100 Auftritte im Jahr,“ erinnert sich Gitarrist Frank Ruthe zurück. Sogar eine eigene LP gab es. „Wir wurden von der gleichen Plattenfirma produziert, die auch Inga Humpe heraus brachte. Sie trat damals mit den Neonbabies auf, deren größter Hit ‘Blaue Augen‘ war“, erinnert sich Ruthe zurück.
Heute ist Kollegin Humpe mit ihrer Band „Zweiraumwohnung“ in den Charts. Und Frank Ruthe? Er hat die Gitarre noch längst nicht an die Wand gehängt, aber etwas ruhiger ist es, musikalisch gesehen, schon um ihn geworden. „Die Band fiel auseinander. Einer nach dem anderen gründete eine Familie und hatte dadurch für die Musik immer weniger Zeit.“
Also „sattelte“ Apotheker Ruthe um. Und so beweist er eben als Marathon-Man Durchhaltevermögen. Seit mehr als zehn Jahren macht er damit Furore. Der weltberühmte New-York-Marathon gehört ebenso zu seinen Stamm-Strecken wie die heimatliche Bühne, der Berlin-Marathon. „Am Ziel ankommen ist alles“, schmunzelt Ruthe. „Ich brauche für die über 42 Kilometer etwa vier Stunden und liege damit gut im Mittelfeld!“
Dass das eine tolle Leistung ist, kann man erst ermessen, wenn man weiß, dass viele diesen Sport professionell betreiben. Dabei ist Ruthe alles andere als ein verbissener Sportler. Schließlich war es eine Wette im Freundeskreis, die den Ex-NDW-Musiker zu dem neuen Hobby brachte. „Damals war der Laufsport noch keine Modeerscheinung!“ Von den Tipps, die der laufbegeisterte Fitness-Papst Dr. Ulrich Strunz in seinen Büchern zum besten gibt, hält Frank Ruthe übrigens wenig: „Auf den Vorderfüßen zu laufen ist alles
andere als gesund!“ Wenn die Sonne besonders schön scheint, hat das Laufen allerdings seine „Schattenseite“: „Im Sommer, bei 25 Grad oder mehr, macht es weniger Spaß.“ Und so kam der Familienvater aufs Radfahren als Zweitsport. Dürfen wir also bald einen Kleinmachnower bei der Tour der France erwarten? „Die Bergetappen haben wir dieses Jahr schon mal getestet“, verblüfft er. „Das war im Juni und dennoch lag stellenweise meterhoch Schnee. Schließlich ging es fast 3000 Meter hoch!“
Glück für den aktiven Kleinmachnower ist, dass sich Ehefrau Dr. Ursula Ruthe, die Ärztin ist, und die beiden Kinder Adrian, 5, und Stella, 7, ebenfalls für das Vergnügen auf zwei Rädern begeistern können. Tochter Stella hat außerdem die künstlerische Ader des Beinahe-Rock-Stars geerbt. Sie übt sich als Jung-Ballerina. Sollte es also noch ein Ruthe auf die Bühne schaffen?
Infos Tel. 033203/22263

Kleinmachnows rockender Apotheker hat schon eine LP herausgebracht und beim selben Label wie Zweiraumwohnung-Star Inga Humpe produziert.

Mit 17 hätte Frank Ruthe beinahe Karriere als Musiker gemacht!

Stella, Adrian, Ursula und Frank Ruthe sind die Fahrrad-Familie von Kleinmachnow.

2004 fuhr Marathon-Fan Ruthe die Bergetappen der Tour de France ab.