Kanal-Wanderung ohne nass zu werden

Die grüne Brücke zwischen Potsdam und Berlin

Was verbindet Potsdam und Berlin? Auf jeden Fall der Teltowkanal. Der feierte 2006 seinen 100. Geburtstag. Aufgrund dieses Jubiläums fiel engagierten Bürgern auf, dass man mit dem Kanal doch noch viel mehr machen könnte, als „bloß“ darauf herumzuschippern!
So fand sich die „Interessengemeinschaft Teltowkanalaue“ zusammen. Deren Sprecher ist Dr. Manfred Kühn. Der Neu-Kleinmachnower kam von Hessen an den Rand von Berlin, weil er sein Fachwissen in die Planung von Regionalparks einbringen sollte. Diese waren rund um Berlin vorgesehen. „Allerdings kam es im südlichen Bereich nicht dazu.“ Nun geht es den Aktivisten darum, den Uferbereich am Teltowkanal mit Geh- und Radwegen zu versehen, „wie es in Berlin bereits geschehen ist“, so Dr. Kühn. „Allerdings sind davon drei Gemeinden, nämlich Kleinmachnow, Teltow und Stahnsdorf betroffen. Eine Einigkeit herzustellen ist nicht einfach.“
Dabei müssten ausnahmsweise mal gar nicht die Kosten im Wege stehen: „Die Wasserbauverwaltung hat bereits signalisiert, dass sie sich finanziell beteiligen würde, weil damit zugleich Betriebswege entlang des Kanals entstünden“, so Dr. Kühn. Weitere Geldquellen sehen die Initiatoren in diversen Förderprogrammen und der Möglichkeit, durch diese Maßnahme Ausgleichsflächen für Bauprojekte an anderer Stelle ausweisen zu können.
Zu den Unterstützern des Projekts gehören Gemeindevertreter, Organisationen wie BUND, der SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Jens Klocksin und CDU-Innenminister Jörg Schönbohm, der ja seinen Wohnsitz in Kleinmachnow hat.
Mit dabei ist außerdem der „Förderverein Landschaftsschutzgebiet Bäketal“. Dessen Vorsitzender, der pensionierte Biologe Dr. Gerhard Casperson hat als Grünen-Gemeindevertreter für Projekte wie das Schutzgebiet Bäketal gestritten und weiß aus dieser Erfahrung: „Ein Problem ist, dass oft Grundstücke bis an den Kanal gehen und damit für den geplanten durchgängigen Weg Einvernehmlichkeit mit den Eigentümern nötig ist.“
Dass es dabei zu keinen heißen Schlachten ums kühle Nass wie beim Potsdamer Griebnitzsee kommt, davor bewahrt wohl die Eigenschaft des Kanals, dass er sich aufgrund des starken Schiffverkehrs wohl kaum als privater Erholungsort eignet, zudem sich dort ja weder ein Strand noch ein privater Hafen anlegen lässt.

Infos: Tel. 03 32 03/8 07 50 www.teltowkanalaue.de

Dr. Manfred Kühn (r.) und Dr. Gerhard Casperson wollen mit einem durchgängigen Grünstreifen entlang des Teltowkanals Potsdam und Berlin verbinden.