Neues Wohnen in Kleinmachnow

Großzügige Gartengrundstücke, schattige Bäume, verspielte, architektonisch reizvolle Häuser – so kannte man Kleinmachnow jahrzehntelang.

Diese Reize waren es, die in den dreißiger Jahren Prominente wie den Komponisten Kurt Weill vor die Tore Berlins zogen. Heute zeigt die Architektur sehr gut, wie sich dieser Charakter des Ortes teilweise verändert. Straßenweise ist es schon jedes dritte Grundstück, an dem eine Bautafel steht. Ob das ein Fortschritt ist? Immerhin sind die neu entstandenen Wohngebieteüberschaubar, die neuen Bürger scheinen sich dort wohlzufühlen.Dass diese Entwicklung von manch Alteingesessenem mit Wehmut gesehen wird, kann man andererseits nachvollziehen. Was sich hier rächt ist die Liberalisierung des Baurechts. Wo früher jedes Detail am Haus genehmigungspflichtig war, müssen heute viele Bauten nur angezeigt werden. Die Steuerungsmöglichkeiten der Gemeinden sind damit eingeschränkt. Wie will man in ausgewiesenen Baugebieten neue Wohnbauten verhindern? Andererseits: Die uniformen Siedlerhäuser aus den Dreißigern sind heute denkmalgeschützt!

Geometrische Aufteilung, uniforme Bauten – ob Kleinmachnow so auf Dauer dem Anspruch, eine Gartenstadt mit Villencharakter zu sein, nachkommt? Die Diskussion ist jedenfalls nachvollziehbar.