Stand Dezember 2011
Holzkunst für jeden Tag
Eine Skulptur stellt man an ein schönes Plätzchen, aber irgendwann gehört sie einfach dazu und man nimmt sie kaum mehr wahr. Schon ganz anders ist es mit Geschirr und Accessoires, die man immer wieder benützt.
Deshalb hat sich Holzkünstler Eckart Möhlenbeck dafür entschieden, in seinem Atelier schöne Schalen, Teller, Kugelschreiber und Federhalter zu schaffen. Wenn man das
Atelier betritt, wird man fast erschlagen von Schränken, in denen sich halbfertige „Rundgefäße“ türmen. „Ich verwende vor allem einheimische Hölzer. Wenn man eine Form ausgedreht hat, sollte sie erst mal ein bis zwei Jahre trocknen, damit man sie dann so bearbeiten kann, dass sie
dauerhaften Bestand hat“, gibt Möhlenbeck einen Eindruck in seine Arbeit. „Holz lässt sich auch frisch verwenden, dann erlebt man, wie es sich im Lauf der Zeit verändert.“
Arztsohn auf Abwegen
Die Leidenschaft zum „lebendigen Material Holz“ hat Möhlenbeck erst auf den zweiten Anlauf in sich entdeckt. „Ursprünglich hatte ich Erzieher gelernt“, berichtet er. „Doch Holz hat mich schon immer fasziniert, wegen des Geruchs“, gibt er zu. So kam es, dass der Arztsohn aus Lengerich im  Teutoburger Wald mit 25 Jahren dem fertigen Beruf 1984 eine Tischlerlehre folgen ließ. „Meine Eltern hätten zwar gerne gesehen, dass ich in ihre Fußstapfen trete. Sie waren aber tolerant genug, zu akzeptieren, dass ich handwerklich tätig sein wollte anstatt zu studieren.“
Kloster und Großstadt
Die Veränderungen durch die Wende faszinieren den Künstler so sehr, dass er 1991 seinen Wohnort nach Berlin verlegte. 1997 sammelte er Erfahrungen bei der Restaurierung eines alten Klosters auf der Insel Valaam im russischen Karelien. Seit 1999 ist er Lehrausbilder. „Da konnte ich meine beiden Berufe, Erzieher und Tischler bestens zusammenbringen.“
Im Umgang mit den Jugendlichen sah er, dass die besonders am Drechseln Spaß fanden. „Da kann man selbst ohne große Grundkenntnisse schnell zu brauchbaren Ergebnissen kommen.“
Mittlerweile wurde aus dem Hobby Drechseln die Hauptbetätigung. Um sich zu perfektionieren schnupperte er in die Werkstätten berühmter Künstler wie Helga Becker und Jimmy Clewes. „Ich finde es faszinierend, aus einem Stück Holz ein Gefäß herauszudrehen. Das ist jedes Mal ein Erlebnis. Man weiß am Anfang nie was heraus kommt.“ Mit der Zeit wurde es dem heute 49-Jährigen und Ehefrau Ulrike Möhlenbeck, die Leiterin eines Historischen Archivs ist, in Berlin zu laut. Seit 2006 ist die Familie, zu der der vierjährige Sohn Max gehört, in Senzig beheimatet.
Exotische Reize
In der Adventszeit lässt es sich Möhlenbeck nicht nehmen, auf Weihnachtsmärkten seine Kunst zu zeigen und anzubieten. Mit dabei ist immer öfter Sohn Max, der die Faszination des Vaters fürs natürliche Material teilt. Alternativ kann man die Stücke auch direkt über sein Atelier beziehen.
Übrigens ist Eckart Möhlenbeck gerade dabei, „fremd zu gehen“. Der Fan heimischer Materialien ist auf eine exotische Pflanze gestoßen, die ihn nicht mehr loslässt. „Die Banksia aus Australien bildet Zapfen aus, die hart wie Holz sind. Daraus lassen sich wunderbare Schalen oder Teelichter gestalten.“
Neben der Holzkunst ist es die Bemalung, die den einzigartigen Charakter der kunstvollen Gebrauchsgegenstände ausmacht. Eckart Möhlenbeck verleiht dem Holz mit kreativen Dekors sozusagen den letzten Schliff. Dabei kommen neben den Farben oftmals feine Gold-Dekors zum Einsatz. Damit ergänzen die Schalen und Teller ganz harmonisch das sonntägliche Tafelsilber!
Infos: Tel. 01 76/53 20 36 35
www.holzkunst-am-see.de
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