Stand Dezember 2012
Bürgerhaus aus zarter Hand
Frauen-Power sorgt für Bewegung im Neubaugebiet von Königs Wusterhausen. Das Quartiersmanagement ganz in zarten Händen hat sich fürs Jahr 2013 ein besonderes „Weihnachtsgeschenk“ für die Bewohner rund um den Fontane-Platz ausgedacht: Dann soll das neue Bürgerzentrum einzugsbereit sein. 
„Mit etwa 13 000 Bewohnern lebt mehr als ein Drittel der insgesamt 34 000 Bürger unserer Stadt im Neubaugebiet“, lesen Birgitt Klunk und Anke Gerth aus der Statistik. Für ihr Quartier wird ab 2013 ein nagelneuer Treffpunkt hinter dem Fontanecenter an zentraler Stelle zur Verfügung stehen. Dafür musste ein früherer Einkaufsmarkt weichen, der über Jahre als Schandfleck Bewohnern und Stadtplanern ein Dorn im Auge war. „Eine Renovierung wäre teurer gekommen als der Neubau“, begründen die beiden engagierten Quartiersmanagerinnen, wie es zu dem neuen Projekt kam.  
Gläserne Vielfalt
In dem Bürgertreff soll es dann vielfältige
Möglichkeiten geben. Herz wird eine „Kommunikationsküche“ sein. Vielfältigkeit wird groß geschrieben, von Gymnastik und Turnen bis zu Festen und kreativen Tätigkeiten soll alles möglich sein. „Für Vereine und Gruppen wird es mobile Büros geben“, nennen Birgitt Klunk und Anke Gerth weitere Besonderheiten.
Optischer Anziehungspunkt wird die große Glasfront darstellen. „Das Gebäude wird damit einladende Transparenz ausstrahlen, sozusagen jeden mit einbeziehen“, nennen die beiden den Hintergedanken. Ein attraktiver Außenbereich soll die Anziehungskraft ebenfalls verstärken.
Aktiv für den Kiez  
Der Bürgertreff ist das bald weithin sichtbare Herzstück der Tätigkeit des Quartiersmanagements. Vorangegangen waren Veranstaltungen, zu denen Bewohner, Firmen vor Ort und die Vertreter der Wohnungsgesellschaften eingeladen waren. Der 20-köpfige Quartiersrat tauscht sich regelmäßig zu aktuellen Themen aus. Er ist allerdings nicht gewählt, sondern setzt sich aus Personen zusammen, die sich
bereit erklären, an der Entwicklung ihres Stadtteils aktiv mitzuwirken.
Schnell am Drücker
Mit dem entstehenden neuen Bürgertreff
haben die „Macherinnen“ bewiesen, dass sie aufs Tempo drücken können. Denn das Quartiersmanagement gibt es erst seit Oktober 2011. In gerade mal einem Jahr wurden also die
Betroffenen an einen Tisch gebracht. Zusätzlich kümmerte sich das Quartiersmanagement mit diversen Festen wie Kiez-Weihnacht und Osterfest darum, dass die Bewohner zusammen
kommen und Gemeinschaftsgefühl entsteht.  
Frauen-Power
Wie war das zu schaffen? Anke Gerth ist in
Königs Wusterhausen geboren und hat als Fraktionsvorsitzende der Linken in der Stadtverordneten-Versammlung das richtige Fingerspitzengefühl und die nötige Nähe zur Verwaltung. Von Beruf ist sie Psychotherapeutin und hat damit gelernt, mit Ängsten und Bedenken umzugehen. Als Mutter von zwei frechen Jungs im Alter von zwölf und 17 Jahren weiß die Neu-Senzigerin zudem, wo bei der Jugend der Schuh drückt.
Birgitt Klunk hat an der FU in den heißen Jahren von 1972 bis 1976 studiert und wohnt seit 1997 in Eichwalde. Dort ist sie seit 2001 für Die Grünen in der Gemeindevertretung und zugleich deren Fraktionsvorsitzende. „Mein besonderes Ineresse gilt der Kultur“, sagt sie. Ihre beiden Töchter sind 24 und 37 Jahre alt.
Schattenseiten des Erfolgs
Während andere vom Erfolg profitieren, fällt dieser den beiden Quartiersmanagerinnen, die trotz unterschiedlichem persönlichen Hintergrund und gegensätzlicher politischer Ausrichtung so toll an einem Strick gezogen haben, „auf die Füße“. Ihre Aktivitäten finden im Rahmen eines Förderprogramms der EU statt, das auf drei Jahre begrenzt ist und von Jahr zu Jahr
weniger Mittel beinhaltet. „Zu Beginn wurden 30 Wochenstunden gefördert, mit jedem Jahr werden es zehn weniger“, so die erfolgreichen Managerinnen. Damit ihre Arbeit nicht eines schönen Tages im Sande verläuft, denken sie nun daran, einen Verein ins Leben zu rufen, der für eine „Verstetigung“ sorgt. Wäre ja schade, wenn ansonsten den schönen Bürgertreff
irgendwann das selbe Schicksal ereilen würde wie seinen Vorgängerbau, der als Kaufhalle
ursprünglich ebenfalls ein „Lieblingskind“ von Bewohnern und Stadtplanern war.
Infos:
 Tel. 0 30/67 54 94 25
Tel. 01 76/70 35 95 25
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