Stand Dezember 2012
Süßer Konditior fast nackt im Ring
Beruflich liebt er Süßes, in der Freizeit gibt er anderen gerne „Saures“. Mit diesem „Rezept“ brachte es ein junger Bäcker und Konditor sogar europaweit zum Erfolg! 
Florian Ebert schaffte es als Sumo-Kämpfer auf Anhieb, bei der Europameisterschaft in Budapest als Bronzegewinner zu zeigen, dass er zu den „Stärksten“ auf dem Kontinent gehört. Am meisten freut ihn, dass er sich gegen den Vorjahresgegner George Thikisvilli durchsetzen konnte. „Der hatte mir 2011 das Nasenbein gebrochen“, erinnert sich der 21-Jährige aus Königs Wusterhausen zurück.  
Kein Geld für die Weltmeisterschaft
Nach diesem Erfolg wäre der weitere Weg zur Teilnahme an der Weltmeisterschaft geebnet gewesen. Doch die muss leider ohne den starken Konditor aus der Funker-Stadt auskommen: „Veranstaltungsort ist Hongkong. Da kann ich mir die Anreise leider nicht leisten!“
Seinen Erfolg in dem harten und schnellen Sport mit der etwa 1000 Jahre alten Tradition verdankt Florian Ebert seinen Eltern. „Die hatten mich zum Judo geschickt, weil ich etwas dicklich war“, erinnert er sich schmunzelnd. Dort kam der 16-jährige Realschüler aus der Herder-Schule überraschend schnell zu Erfolgen: „Ich brachte es bis zum Nordostdeutschen Meister und wurde in Deutschland immerhin Fünfter!“ Trotz Sumo übt er immer noch parallel Judo und ist hier in der 2. Bundesliga aktiv.
Fast nackt im Ring  
So war es auch ein Judo-Auftritt, bei dem er für Sumo entdeckt wurde. Zu seinen Trainern gehören die fünffache Sumo-Weltmeisterin Sandra Köppen, Weltmeister Thorsten Scheibler und Karsten Grap. Florian Ebert gehört offenbar zu den Naturtalenten dieses Sports, wo fast alles erlaubt ist und es darum geht, den Gegner blitzschnell aus dem Kreis mit etwa vier Metern Durchmesser zu drängen oder dort flach zu legen. „Ein Kampf dauert meist nur einige Sekunden“, beschreibt Ebert, warum es hier besonders auf Reaktionsgeschwindigkeit ankommt.
Die Gegner zeigen sich so „sexy“ wie es die Körperfülle erlaubt. Einziges Kleidungsstück ist ein „Slip“, der kunstvoll gewickelt wird. „Der Mawaski besteht aus einem Tuch, das ausgewickelt fünf Meter lang ist“, erläutert Sumo-Kämpfer Ebert.
„Am Anfang war es für mich sehr komisch, mit so wenig an in der Öffentlichkeit aufzutreten.“ Probleme mit seiner Freundin hat er nicht deswegen, sondern eher aus anderen Gründen: „Die ist Kosmetikerin und wenig Sport begeistert. Ich hingegen gehe am Wochenende gerne zu Hertha, wo ich eine Dauerkarte habe oder zum Eishockey zum ECC Preußen.
Die spielen in der 3. Liga, da sind die Karten günstiger als bei den Eisbären!“
Als Außenseiter erfolgreich  
Seine Trainer hielten von Anfang an viel von seinen Eigenschaften als Sumo-Kämpfer. So kam es, dass sie ihn schon nach wenigen Wochen zu den Internationalen Russischen Meisterschaften nach Moskau sandten. „Dort durfte ich als einziger Deutscher in der Stadtmannschaft von Moskau mitmachen!“
Der große Erfolg kam 2012. Der Bäcker aus Königs Wusterhausen wurde in Lübeck Deutscher Meister der U21 und hatte damit das Ticket für die EM in Ungarn fest in der Tasche. Dort war Bronze eine aufsehenerregende Leistung: „In Europa sind Bulgarien, Polen, Russland und Georgien traditionelle Sumo-Länder. Deutschland ist krasser Außenseiter!“
Sumo assoziieren viele mit dick. Florian Ebert bringt bei einer Körpergröße von 1,82 Meter 130 Kilogramm auf die Waage. „Unterm Fett sind ausgeprägte Muskeln“, schmunzelt er. Für den Erfolg hat er sogar die Ernährung umgestellt: „Ich nehme nun weniger Süßigkeiten, Fastfood und Cola zu mir. Dafür esse ich viel Gemüse und trinke Mineralwasser.“ Der heute 21-Jährige will noch bis er 30 Jahre alt ist, intensiv an seiner sportlichen Karriere feilen. „Bis dahin möchte ich mindestens einmal Sumo-Weltmeister werden“, nennt er als Ziel. „Privat“ liebt er es übrigens eher kuschelig und outet sich als eingefleischter Fan der Soft-Rocker von Abba!  
Infos: Tel. 01 63/4 57 16 15
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