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Der neue König von Königs
Wusterhausen will nicht herrschen, doch
ein paar Veränderungsvorschläge hätte
er schon!

Horst Walter König ist ganz wie weiland
die preußischen Könige sehr der Kunst
zugetan. Allerdings ist er weniger
militärisch eingestellt als der
Soldatenkönig, dem die Stadt ihren
wichtigen Rang verdankt. Doch als
Kunstschaffender ist es ihm ein Anliegen,
der Kultur mehr Platz zu verschaffen.
„Königs Wusterhausen und die Region
vermitteln eine Leichtigkeit des Seins, die
ich bisher nur aus der Toskana kannte“,
beschreibt er, was ihn gerade hier
fasziniert. Diese Liebe zu Italien erinnert
mehr an Sachsen-Herrscher August der
Starke als an die Preußen-Könige. Doch
gerade zeigte die vielgelobte Ausstellung
in Doberlug-Kirchhain, dass die beiden
Länder ja eine Menge verbindet. Mit dem
neuen „König“ aus Senzig wurde das ein
bisschen mehr.

Aufrührerischer Geist

Horst W. König, wie er sich selbst am
liebsten nennt,  stammt aus der Leine-Stadt
Hannover. Er arbeitete nach einer Lehre als
Tiefdruckretuscheur bei Gruner & Jahr zu
einer Zeit, als dessen Flaggschiffe „Stern“
und „Schöner Wohnen“ noch Synonyme
für Qualitätsjournalismus waren. Als
aufmüpfiger Geist war er in der
westdeutschen Drucker-Gewerkschaft
aktiv, die als eine der kämpferischsten und
linksorientierten im DGB-Verbund galt.
Dort war er so engagiert, dass diese ihm
das Abitur ermöglichte, damit er sich den
Traum vom Grafikstudium wahrmachen
konnte.

Lieber Lehrer und Maler

Doch als er sah, dass er in Firmen und
Agenturen nur „der Büttel des Kapitals“
sein würde, schwenkte er um und wurde
Lehrer für Kunst, Geschichte und
Philosophie. Zuletzt unterrichtete er am
Gymnasium von Goslar bei Braunschweig.
In der Freizeit malte er. „Ich kam auf
immer neue Stilrichtungen, die mir Spaß
machten, ganz so wie der berühmte Maler
Gerhard Richter aus Dresden“, berichtet er.

Wasser und Rock ‘n’ Roll

Neben dem Malen galt seine Leidenschaft
dem Wasser: „Ich bin vom Sternzeichen
her Krebs und habe mein ganzes Leben
jeden Urlaub am Wasser verbracht.“ Nach
KW kam er aber erst mal durch Tochter
Sonja König. Die war begeisterte Rock ‘n‘
Roll-Tänzerin und kurz nach der Wende zu
einem Turnier nach Potsdam geladen.
„Dort gab es aber keine Übernachtungs-
möglichkeiten, so dass wir nach Königs
Wusterhausen ausweichen mussten.“

Schönheit zum Ausschneiden

Zehn Jahre später waren Horst W. König
und Ehefrau im Wohnmobil unterwegs, um
Deutschland zu erkunden. Schließlich
bekam Königs Wusterhausen den Zuschlag
als neuer Wunsch-Wohnort. Nun lässt sich
der Grafiker und Maler mit den
unterschiedlichen Stilen am liebsten vom
Seeblick, den er auf der Terrasse seines
Hauses in Senzig hat, inspirieren. Er ist zu
seiner früheren Leidenschaft, der
Buchillustration zurückgekehrt, malt
Landschaften und engagiert sich in der
Region. So ist er Mitglied im Kulturbund,
hat sich für die Wiedereröffnung der
Galerie im Bürgerhaus Hanns Eisler
eingesetzt und hat KW für Kinder entdeckt:
„Ich habe einen Ausschneidebogen
entworfen, mit dem man das Schloss bauen
kann!“

Infos:
Tel. 01 70/4 13 74 85

Das Schloss zum Ausschneiden

Stand Dezember 2014

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Horst Walter König hat sich in die wasserreiche
Region verliebt. Seine Besonderheit ist, dass er
ständig neue Malstile erprobt.

Der neue König von KW „erfand“ das Schloss
als Ausschneidebogen.

Horst Walter König ist Maler und Illustrator, der
in KW und Umgebung die „Leichtigkeit des
Seins wie in der Toskana“ liebt.