Wenn irgendwo auf der Welt die Weichen für den Umweltschutz gestellt werden, ist Königs
Wusterhausen sehr oft ganz entscheidend mit dabei.  
Die Spur führt in den östlichsten Ortsteil, nach Wernsdorf. Hier ist Steffi Richter zu Hause, „schon immer“
wie sie sagt. Die Frau, die es privat nie über ihre kleine Gemeinde hinaus geschafft hat, ist dienstlich auf
der ganzen Welt unterwegs. Städte wie Bonn, Genf, New York oder Nairobi gehören zu ihren
Arbeitsgebieten. Denn die zierliche Wernsdorferin ist für Deutschland mit am Verhandlungstisch, wenn im
Rahmen der „Vereinten Nationen“ weltweite Standards für den Umweltschutz geschaffen werden.    
Harte Verhandlungen
Selbstverständlich ist sie bei den internationalen Umwelt-Klimakonferenzen ebenfalls mit am Tisch. Die
gelernte Chemikerin, die ursprünglich Tierärztin werden wollte, ist für das Umweltbundesamt international
im Einsatz, um die „Welt besser zu machen“. Zu ihren Erfolgen zählt sie beispielsweise Abkommen, in
denen Pestizide und schwer abbaubare chemische Verbindungen weltweit geächtet werden. „Die
Verhandlungen sind oft sehr hart, weil es einfach unterschiedliche Interessen gibt. Momentan sind die
aufstrebenden Schwellenländer sehr schwierig zu überzeugen. Nationen wie Indien oder Brasilien haben
eine große Bevölkerung und sind dabei, sich zu Industrieländern zu entwickeln. Dabei fällt es ihnen schwer,
einzusehen, dass sie dabei nicht mehr so frei sind, die Umwelt zu schädigen wie es seit dem Zeitalter der
Industrialisierung vor über 100 Jahren bis vor Kurzem bei uns in den Industrieländern ganz normal war. Es
gilt sie zu überzeugen, dass die Umwelt und die Gesundheit der Bevölkerung ein hohes Gut ist, das ihnen
auf Dauer Nutzen bringen wird“, fasst die Wernsdorferin zusammen, was sie in zähen Verhandlungen
vertritt.  
Sanft zum Erfolg  
Wer die sanfte Chemikerin erst mal sieht, wird ihr diese Zähigkeit kaum zutrauen. Doch die 51-Jährige kann
noch ganz anders: So schaffte sie es auf Anhieb, in New York zum legendären Halbmarathon zugelassen
zu werden. Sie liebt diese Stadt, schließlich konnte sie da sogar am Rande der UN-Vollversammlung für
Verbesserungen im Umweltschutz werben: „Als US-Präsident
Barack Obama kam, war das sehr packend.
Die Sicherheitsvorkehrungen waren enorm, halb Manhattan war deshalb abgesperrt.“ Wie spannend es ist,
für eine weniger verschmutzte Welt in mühevoller Kleinarbeit zu kämpfen, möchte sie schwarz auf weiß
präsentieren. Denn ganz nebenbei betätigt sich Steffi Richter unter dem Pseudonym „Leonie R. Lucas“ als
Autorin. So hat sie in „Wo die Rohrdommel ruft...“ die Erlebnisse ihrer Mutter verarbeitet, die als Flüchtling
aus der „Neumark“ nach Wernsdorf kam. Aktuell arbeitet sie an „Zirkus der Weltenretter“.  Darin gibt sie den
Blick frei hinter die Kulissen „der internationalen Arbeit der Bundesregierung“.  
Dompteure und Spielfiguren
Das verspricht Spannung, denn wer kann sich schon vorstellen, wie internationale Beschlüsse, von denen
man bestenfalls in der Zeitung liest oder im Fernsehen hört, zustanden kommen. „Da geht es oft zu wie auf
einem Schachbrett, wo Spielfiguren hin und her geschoben werden“, macht sie auf die Einzelheiten
neugierig.Wer jetzt vermutet, dass Steffi Richter bei soviel „Großem“ den Blick für die Heimat verliert, der
täuscht sich gewaltig.
Geheimnisse von Wernsdorf
Denn als weiteres Werk hat sie einen „Wernsdorf-Krimi“ in der Schublade, der ebenfalls 2016 erscheinen
soll. „Darin geht es um eine alte Frau, die stirbt. Daran findet erst mal keiner etwas ungewöhnliches, bis
sich heraus stellt, dass sie ermordet wurde. Plötzlich tut sich der Blick für alte Geheimnisse auf, die auf das
Kriegsende zurückgehen, die mit Vertreibung und Flucht zu tun haben. Alles spielt hier im Ort oder in der
Umgebung“, macht Steffi Richter Lust auf ihr weiteres Buch. „Das Thema Flüchtlinge ist heute so aktuell,
wie ich es nicht geahnt hätte, als ich mit dem Buch begann!“
Infos:
Tel. 0 33 62/82 07 49
www.leonie-lucas.de
Stand Dezember 2015
Geheimnisse im Schreibtisch
dii.gif
autorin0310.tif
richer203,200_.tif