Dies ist ein Archiv-Eintrag aus dem Jahre 2019!

Rockstar Eric Fish aus Zernsdorf: Weltweite Auftritte

Rockstar
Eric Fish
Telefon:0 33 75/29 10 92
Website:ericfish.de

Leuchtende Schnapsidee

Stand: November 2019

Ein Rockstar schaltet in KW das Licht an: Trotz viel Stress mit weltweiten Auftritten mit gleich mehreren Bands nimmt sich der momentan bekannteste Frontmann aus der Stadt des Soldatenkönigs die Zeit, seine Heimat in besonderes Licht zu tauchen.

„Die Mühleninsel mit ihrer vielfältigen Vegetation ist es wert, mehr ins Rampenlicht zu kommen“, begründet Eric Fish, warum er das „Licht und Klang Festival“ jetzt zu einer alljährlichen sommer­lichen Tradition machen möchte.
Das Lob für das von Nottekanal und Mühlenfließ umarmte Areal ist umso bedeutungsvoller weil Eric Fish als Sänger, Gitarrist und Frontmann der Band „Subway to Sally“ viel in der Welt herumgekommen ist: „Wir sind in ganz Europa aufgetreten, waren in den USA, in Mexiko, Russland und China. Letzteres hat mich am meisten beeindruckt. Hier trifft eine Kultur, die weit älter als unsere ist, auf eine sonderbare Mischung aus Turbo-Kapitalismus und Feudalismus.“

Vom Inselleuchten zum Festival
Daheim im Eigenheim im idyllischen Zernsdorf kam dem Rocker, der sich nicht vorstellen kann, in einer Stadt zu wohnen, „als Schnapsidee“ der Einfall mit der Mühlen­insel. „2010 veranstalteten wir das ‚Inselleuchten‘. Es war ein voller Erfolg. Aus diversen Gründen kam es zu keiner Fortführung. Damals ging es darum, ein musikalisches Gesamtkonzept aus Klassik und elektronischer Musik mit einer Lichtchoreografie zu verbinden“, erklärt der Rockstar den Hintergrund.
„Nachdem Swen Ennullat im Oktober 2017 neuer Bürgermeister geworden war, kam er auf uns mit der Anregung zu, weiterzumachen. Björn-Constantin Klenke und ich haben 2018 unter neuem Namen ‚Licht und Klang Festival‘ die Veranstaltung mit zusätz­lichen Bühnen für Bandauftritte erweitert und dieses Konzept mit viel Erfolg 2019 weitergeführt. Damit könnte in der Stadt eine neue Festivaltradition etabliert werden.“

Liebe im Bergwerk
Übrigens war es die große Liebe, die ihn in Jugendjahren nach Zernsdorf brachte. Er stammt aus Treuenbrietzen. „Ich habe damals Geologe im sächsischen Johanngeorgenstadt gelernt und mich dort verliebt.“ Mittlerweile sind Anett Hecht und der Sänger, der als Erik-Uwe Hecht geboren wurde, seit 27 Jahren verheiratet. Sohn Max Hecht, 28, hat vor allem die naturwissenschaftliche Ader seines Vaters geerbt: „Er hat Chemie studiert und ist gerade in London, um seinen Doktor zu machen. Ich habe ihn in der Kindheit und Jugend wohl zu sehr mit Instrumentenlernen und Musik traktiert, so dass er eine Abneigung entwickelt hat“, sinniert Eric Fish.

Frei sein!
Obwohl ihn Geologie immer noch fasziniert und er seltene Steine sammelt, hielt es ihn nicht in diesem Beruf.
Das Paar zog nach Wildau, wo Erik-Uwe Hecht an der damaligen Ingenieurschule vom SMB Heinrich Rau Maschinenbau studierte. Die Einblicke ins Leben der Werktätigen hatten eine tiefe Wirkung: „Ich wusste, als ich 1990 fertig wurde, dass ich auf keinen Fall als Angestellter enden wollte, wo man nach der Pfeife anderer tanzen muss.“

Durch die NVA zur Musik
Dies hat ihn nämlich schon zuvor bei der NVA genervt, wo er 1983 bis 1986 seinen Wehrdienst ableistete. Dabei kann er dieser Zeit rückblickend sogar Gutes abgewinnen. „Dort erfolgte die Initialzündung, die aus mir einen Musiker machte!“ Dafür sorgte eine „Singegruppe“, die sich nach dem Dienst traf: „Das war eine Insel im Meer des täglichen Wahnsinns“, bringt er seine damaligen Gefühle auf den Punkt.
„Ich war ein Jahr lang bei den Treffen, ohne einen Ton zu singen. Als der Hauptprotagonist vor der Entlassung stand, drückte er mir seine Gitarre als Geschenk in die Hand und forderte mich auf, weiter zu machen. Ich muss wohl Talent gehabt haben, denn nach sechs Wochen Crashkurs war ich soweit.“
Die Band trat bei Bataillonstreffen, bei einer Partnerschaftsschule und anderen Anlässen auf. Ihre Spezialität war Irische und Schottische Folkmusik.

Band mit Opernsänger
Diese Leidenschaft ließ ihn nicht mehr los. Nach erfolgreicher Teilnahme am DDR-Endausscheid der Nachwuchs­liedermacher 1988 gründete er gleich nach dem Ende des Studiums seine Band „Catriona“, benannt nach dem gleich­namigen Roman des schottischen Schriftstellers Robert Louis Stevenson, der 1892 veröffentlicht wurde. Mit dabei war Marek Kalbus, der aus Königs Wusterhausen stammt und später Opernsänger wurde. „Zu dieser Art von Folkmusik gehört unbedingt ein Dudelsack“, war sich Eric Fish sicher. Mit großer Beharrlichkeit gelang es ihm schließlich, dafür Konstruktions­pläne ausfindig zu machen und einen Tischler in Thüringen aufzutreiben, der das seltene Instrument gebaut hat.

Ein Jahr Straßenmusiker
„Mit den Wirren der Wende war eine derartige Band nicht mehr gefragt“, resümiert der Zernsdorfer. Er packte ohne lange zu überlegen sein ungewöhnliches Instrument in den Trabi und tingelte durch „das neue Land“. Dort schlug er sich ein Jahr als Straßenmusiker mit seinem aufsehen­­­er­regenden Dudelsack durch.
„Die Fußgängerzonen in Ost und West unterschieden sich nicht großartig, nur dass man im Westen mehr Münzen in die Mütze gelegt bekam.“

Subway to Sally
1992 wurde er von „Subway to Sally“ entdeckt. Die junge Band setzte sich aus Musikern aus Potsdam zusammen. „Irish Folk mit E-Gitarre und Schlagzeug war einzigartig und machte die Band bekannt. Nach einem Jahr wurde ich dort Frontmann und Sänger. Das heißt, man hat die Auf­gabe, das Gesicht der Band zu sein und die Inhalte nach außen zu vermitteln. Wir gingen bald dazu über, eigene Songs mit deutschen Texten zu machen. Es war uns von Anfang an wichtig, uns mit jeder Platte weiterzuent­wickeln. Im März 2019 ist dann unser 14. Studioalbum erschienen, das einfach ‚Hey’ heißt. Wir wollen uns mit jeder Platte neu erfinden. Bereits 2003 haben wir mit ‚Engelskrieger‘ brisante Themen wie Kindesmissbrauch, Depressionen und Suizidgefährdung von Jugendlichen sowie andere gesellschaftskritische Themen aufgegriffen. Das erforderte viel Mut, aber war richtig“, erklärt Eric Fish. Neben „Subway to Sally“ ist er außerdem durch seine eigene Band „Eric Fish & Friends“ bekannt. Als wäre das nicht genug, hat er noch ein neues Hobby: Er hat sich zuhause ein kleines Atelier eingerichtet, wo er „naive Liedermalerei“ schafft.

Fish angelt Hechte
Eric Fish macht seinem Namen übrigens alle Ehre, als begeisterter „Aktiv-Angler“.
Im Frühjahr 2019 gelang ihm sein persönlicher Rekord in Norwegen: „Ich hatte einen Heilbutt von 30 Kilogramm gefangen. Mein Tagebuch über die zehntägige Reise in den rauen Norden wird im März 2020 im Fachmagazin ‚Fisch und Fang‘ veröffentlicht“, strahlt er. In heimischen Gewässern ist er eher selten zu erleben. Denn entsprechend seines Nach­namens als Erik-Uwe Hecht hat er es auf Hechte abgesehen. Ein Tipp für Fans: Wer ihn angeln sehen möchte, erlebt dies am ehesten auf der Havel bei Havelberg. Doch um sich zu regenerieren bevorzugt er das idyllische Zernsdorf.