Mit 60 noch ein Jugendlicher?

Petra Zimmermann gibt den Ton an.

Älter werden, wer will das? Aber was dagegen tun? In KW hatte man die Lösung: Dort geht man bislang mit 60 Lenzen locker als Jugendlicher durch!Einzige Voraussetzung: Es galt der Welt was zu blasen! Nein, nicht im übertragenen Sinne, sondern ganz wörtlich: Als Mitglied im „Jugendblasorchester“. Dort sorgten Uwe Petersen und seine Dixieland-Kollegen der Tower Jazz Band ganz nett für Furore. Bis es der Chefin Petra Zimmermann zu bunt wurde. Und so wurde aus dem bekannten „Jugendblasorchester Königs Wusterhausen“ jetzt die Blasmusik Königs Wusterhausen. Ob sie mit diesem Titel bayrische Bierzelte erobern wollen? Schließlich gehört dort die „Blasmusi“ auf der Bühne ebenso unabdingbar zur „Gaudi“ wie Lederhose und Schuhplattler!Das weist die hauptberufliche Musiklehrerin und Freizeit-Bandleaderin weit von sich. „Wir dachten nur, wenn unsere Mitglieder dann auf die siebzig zugehen und immer noch im Jugendorchester spielen...“Schuld an den Namensproblemen ist der überraschende Erfolg einer engagierten Idee. Schon bald nach Gründung des Orchesters vor acht Jahren mit damals sieben jugendlichen Mitgliedern waren die Musiker vielgefragt. Die regelmäßigen Konzerte an der Kreismusikschule waren gut besucht, der Beifall für die Bläser auch bei anderen Auftritten zusätzlicher Ansporn. Was sicher an der Vielfältigkeit des Repertoires liegt: Die insgesamt 17 Musiker entlocken ihren Instrumenten barocke Blechbläsermusik, Volkslieder und traditionelle Blasmusik. Haben aber auch schon so manchen Blasmusik-Muffel zum Staunen gebracht. Wenn die nämlich beim Volksfest ihre Lieblingssongs von Abba oder Glenn Miller vorgeblasen bekamen. Dann stießen auftrittserfahrene Dixieland-Musiker zum Orchester, ein Schlagzeuger ist auch dabei – jetzt ist das Repertoire so vielfältig, dass der Namen „Blasmusik“ fast Etikettenschwindel ist. Carmen Krickau