Geschichte in Bewegung

Mit Max Schmeling im Boxring!

Gerade wurde Deutschlands Boxlegende 99 Jahre – und freute sich mächtig über Glückwünsche aus Königs Wusterhausen!
Denn ausgerechnet unser Orts-Chronist Heinz Borchert stand mit dem Weltmeister von 1930 und 1931 im Boxring! Max Schmeling war der erste Europäer, der den WM-Titel im Schwergewicht erringen konnte und wurde dadurch zum Kultstar. „Er wohnte mit seiner Frau, der tschechischen Schauspielerin Anny Ondra, in einem Landhaus bei Bad Saarow. Um mit dem Auto nach Berlin zu kommen, fuhr er oft durch Senzig“, erinnert sich Heinz Borchert.
1932 endete eine dieser Fahrten ungewollt in dem kleinen Dorf. Denn Schmelings Luxuskarosse, ein komfortabler Maybach, wollte nicht mehr. Natürlich war der Star schnell von der Dorfjugend umringt, die, wie viele in Deutschland, nach Schmelings Triumph dem Boxfieber verfallen war. „Wir hatten in der Dorfgaststätte einen improvisierten Ring aufgebaut. Max Schmeling bot uns gleich das Du an, ließ sich nicht lange bitten und stieg mit uns in den ‘Ring‘. Los ging’s“, erinnert sich Borchert, der den Boxsport noch bis in die Nachkriegszeit pflegte. Heinz Borchert verewigte diese Episode mit 24 anderen Geschichten aus seiner Jugendzeit in einem Buch, das nun unter dem Titel „Als ich noch der Zickenheini war“ erscheint und in ganz Deutschland in den Buchhandlungen ausliegt. „Ich war sogar zur Frankfurter Buchmesse eingeladen“, schmunzelt Borchert, der mit seinem Episodenband nun also Königs Wusterhausen und die Region im ganzen Land bekannt machen wird. Max Schmeling hat Borchert und seine Kumpels offenbar in guter Erinnerung behalten. Trotz des ganzen Medienrummels um seinen Geburtstag nahm er sich die Zeit, sich persönlich für die Glückwünsche aus KW zu bedanken: „Haben Sie vielen Dank für Ihre freundliche Zuschrift und die schöne Erinnerung an meine Panne mit dem Maibach“, schrieb er Heinz Borchert zurück.

Der König für jedes Fest

Der 85-jährige Orts-Chronist kann auf eines seiner produktivsten Jahre zurückblicken. Denn 2004 hat er gleich drei Bücher zusammengestellt. Neben dem erwähnten „Zickenheini” erscheint „Vom Soldatenkönig zur Wiege des Rundfunks”. Borchert und sein Co-Autor Gerard Damm zeigen darin auf, warum Königs Wusterhausen den Preußenkönigen zu verdanken hat, dass von hier aus der Startschuss für den öffentlichen Rundfunk gelang. „Kaiser Wilhelm I. kannte die Gegend von den Hofjagden. Er kam mit seinem Gefolge über den Berliner Berg nach KW. Als ihn die Techniker von der Möglichkeit der drahtlosen Übertragung überzeugten und einen Standort suchten, schlug der Kaiser den heutigen Funkerberg vor.” Während dieses Buch von der Stadt Königs Wusterhausen herausgegeben wird, will Borchert sein drittes Werk, das die Geschichte des örtlichen Laientheaters aufzeigt, selbst auflegen. Schließlich ist der vielseitige Rentner langjähriger Autor der Possen um den Soldatenkönig. Nun kann man die Truppe mit Borchert als König übrigens für Feiern anmieten, etwa, wenn man ein Geburtstagkind königlich überraschen möchte. Tel. 03375/293947

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Max Schmeling freute sich über die Glückwünsche.