Radio-Macher haben viel vor

Die Wiege des Rundfunks sendet wieder!

Die Geburtsstätte des öffentlichen Rundfunks soll wieder senden. „Radio Königs Wusterhausen“ will pünktlich zum Jahrestag der ersten Rundfunksendung am 22. Dezember 1920 die Region mit einem ambitionierten 24-Stunden-Programm erfreuen.
Gründungs-Geschäftsführer Lars Wilken Straatmann: „Wir planen ein Lokalradio, das vom Funkerberg aus rund um die Uhr senden wird. Als Moderator konnten wir Thomas Koch verpflichten. Unsere Zielgruppe sind Hörer zwischen 33 und 70 Jahren. Wir werden außerdem spezielle Sendungen für Jugendliche mit im Programm aufnehmen!”
Was sehr erstaunlich ist: „Wir haben keine großen Geldgeber, keine Verlage oder Medienhäuser im Rücken, sondern wollen alles selbst finanzieren. Wir haben bereits jetzt Zusagen für Werbezeit im Wert von 100000 Euro. Wenn wir noch einmal soviel zusammenbekommen, wäre das erste Jahr schon ge–sichert.“ Der 47-jährige Straatmann ist ein aus Hamburg stammender Wahlberliner. Im kühlen Norden war er Bänker, bevor er sich in Berlin mit seinem eigenen Unternehmen „Kulturfaktor GmbH“ am Tempelhofer Ufer im repräsentativen Palais Eger niederließ.
Er hat sich darauf spezialisiert, Kultur und Wirtschaft zusammenzubringen und „als kultureller Unternehmensberater“ Konzepte für Kultureinrichtungen zu erarbeiten. „Dazu gehörte eine Standort-Analyse für den Funkerberg. Wie könnte diese Wiege des Rundfunks entwickelt werden? Straatmanns Rat: „Am besten wäre es, wenn von hier aus wieder gesendet werden würde!“ Das Konzept gefiel der zum Jahresende 2003 gegründeten Stiftung Funkerberg so gut, dass daraus im Sommer 2004 eine Bewerbung bei der Medienanstalt Berlin-Brandenburg wurde. Die schrieb gerade ihre Frequenzen neu aus. Bewerben konnte sich jeder, der 1500 Euro Bearbeitungsgebühr auf den Tisch legte und versprach, auch tatsächlich zu senden. Für die insgesamt 15 Plätze gab es 25 Bewerbungen – Radio Königs Wusterhausen hatte Glück.
Veranstalter des neuen Senders wird die Radio Königs Wusterhausen GmbH sein. Hauptgesellschafter ist neben Straatmann die Stiftung Funkerberg, in der die Stadt Königs Wusterhausen mit vertreten ist. In der Stiftung hat sich viel lokale Prominenz zusammengefunden. So steht Straatmann als Mit-Geschäftsführerin eine frühere SPD-Landtagsabgeordnete zur Seite. Cornelia Gödecke führt nun ein Wellness-Studio in der Schloßstraße von KW, schräg gegenüber vom neuen Rathaus.
Sie ist Stifterin und Mitglied des Kuratoriums der Stiftung. Dessen Vorsitzender ist ein Parteifreund, der Patentanwalt und SPD-Kreistagsabgeordnete Udo Effert.
Keiner der Radio-Gründer hat von Radio eine Ahnung. Nun hoffen sie auf den Medienprofi und erfahrenen Radio-Moderator Thomas Koch und den Sachverstand der weiteren etwa sechs Mitarbeiter, die eingestellt werden sollen. Ob die es schaffen, den hohen Anspruch von Elton-John-Fan Lars Wilken Straatmann zu erfüllen, muss sich erst zeigen. Schließlich ist sein Lieblingssender „Radio Eins“ und dort gibt es schon allein mehr Moderatoren, als Radio KW insgesamt an Mitarbeitern vorgesehen hat. Dabei soll für gleich drei Regionen Lokalradio gemacht werden. Denn neben der Frequenz 105,1 MHz für die Region KW bekamen die Radio-Neulinge die Frequenzen 99,1 MHz für Lübben und 93,9 MHZ für die „Rauener Berge“, also die Region Fürstenwalde, zugesprochen.
Mit diesen drei Wellen wollen es die Neueinsteiger ins schwierige Mediengeschäft schaffen, bis 2007 die Gewinnzone zu erreichen.
Infos Tel. 030/84109050

Lars Wilken Straatmann verzückt die Region mit neuen Tönen.

Mit der frisch-gewonnenen Frequenz haben Cornelia Gödecke und Lars Wilken Straatmann den Funkerberg erst mal voll im Griff.

Es handelt sich hier um einen Archiv-Eintrag.
Die Informationen, Daten und Bilder sind möglicherweise veraltet und nicht mehr aktuell.


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