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Ganz Brandenburg redet sich die Köpfe
darüber heiß, dass viele Schulstunden
ausfallen. Ein kleiner Ort im idyllischen
Schenkenländchen ist davon weit
entfernt!

In Halbe gibt es eine Schule, die gerade
noch vor der Wende in Betrieb ging.
Mittlerweile wurde aus der Gesamtschule
die Elisabeth-von-Schlieben-Grundschule.
Sie ist seit 2005 „verlässliche
Halbtagsgrundschule“. Trotz Erweiterung
auf Nachmittagsbetrieb gibt es sensationell
wenig Unterrichtsausfall. „Von den
insgesamt etwa 8 000 Stunden sind im
vergangenen Schuljahr gerade mal sieben
ausgefallen“, verblüfft Iris Meier. Sie
erklärt das so: „Ich kann auf ein
hochmotiviertes Team von zehn Kollegen
und engagierte Kooperationspartner bauen.  
Zu unserem Schulkonzept gehört es, dass
alle sich wohl fühlen, denn nur dann kann
man gut lernen. Das gilt für die Schüler
ebenso wie für die Lehrer.“ Das
Erfolgsrezept: „Ist mal jemand krank, hilft
man sich im Kollegium gegenseitig aus
oder man hängt die eine oder andere
Stunde dran.“  Eine weitere Besonderheit
ist, dass behinderte Kinder ganz
selbstverständlich am Schulalltag
teilnehmen. „Wir sind zwar keine
Inklusions-Pilotschule. Dennoch nehmen
wir alle Kinder bei uns auf. Von den
insgesamt 142 Schüler sind 21 dabei, die
Handicaps haben. Diese bekommen
verstärkten Unterricht in kleinen Gruppen,
wofür uns zusätzliche Stunden sowie eine
Sonderpädagogin zur Verfügung stehen.
Das ergibt weitere Möglichkeiten für
flexible Lösungen bei Vertretungs
problemen“, gibt Iris Meier Einblick. Zu
Gute kommt allen Kindern, dass aufgrund
des ursprünglichen Betriebs als
Gesamtschule nun ein Gebäude zur
Verfügung steht, wie es in dieser
Dimension kaum eine Grundschule für sich
in Anspruch nehmen kann. „Dadurch
haben wir die Möglichkeit, in Lerngruppen
zu arbeiten, die durch die räumliche
Trennung dann konzentrierter arbeiten
können“, erläutert die Schulleiterin. Zudem
half die Gebäudegröße, eine sehr attraktive
Nachmittagsgestaltung zu entwickeln. Das
gesamte Obergeschoss steht allein dafür
zur Verfügung. Dort gibt es einen großen
Tischtennisraum, ein Zimmer zum Nähen,
eine Bibliothek und einen Raum, wo man
es sich mit einem Buch gemütlich macht.
Die Schule in Halbe war eine der letzten
der ausgehenden DDR. Sie könnte dieses
Jahr das runde 25. Bestehen feiern.
Allerdings erinnern nur noch ein paar
Schränke und Stühle an die Anfangszeit.

„In vielen Räumen wurden Möbel aus
getauscht, die Böden erneuert, die Räume
neu gestaltet. Das Gebäude erhielt neue
Fenster, eine schöne Fassade und
einen sparsamen Heizkessel“, zählt Iris
Meier auf. Sie weiß, dass für die Gemeinde
Halbe als Schulträger dieses Haus nicht
einfach zu tragen ist. „Sogar das Dach
musste erneuert werden, weil es immer
wieder hereinregnete. Die Gemeinde
unterstützt uns, wo immer möglich, aber
die Finanzmittel sind natürlich begrenzt.“
Irgendwie hat Bürgermeister Ralf Kunze
mit der Schule so etwas wie ein „Fass ohne
Boden“. Denn immer wieder tauchen neue
Probleme auf: „So ist es aufgrund der
Brandschutzverordnung zu gefährlich,
wenn die Kinder ihre Kleidung im Flur
aufhängen. Die Idee, alles ins
Klassenzimmer zu verlegen, hielten wir
aber nicht für realistisch. Nun hat die
Gemeinde für jedes Kind einen eigenen
Garderobenschrank angeschafft, um das
Problem zu lösen“, schildert die
Schulleiterin. Sehr wichtig ist Iris Meier
das Zusammenwirken mit den Eltern. „Ich
habe unter anderem lange für einen
Schulförderverein gekämpft. Erst durch
den Zuzug einer Familie aus
Westdeutschland, die sich hierbei stark
engagierte, konnten wir diesen Traum
realisieren. Die erste Vorsitzende Carola
Kawalek wurde für ihren engagierten
Einsatz beim weiteren Aufbau des Vereins
auf Vorschlag von uns für ihr
ehrenamtliches Engagement vom Land
Brandenburg ausgezeichnet. Sie hat nach
zwei Jahren den Vorsitz an Susanne
Lindner weitergegeben. Diese hat selbst ein
Kind bei uns in der Schule und arbeitet im
Hort. Eine bessere Verbindung zur Schule
könnte es kaum geben“, schwärmt Iris
Meier. In der Grundschule von
Halbe wird viel geboten, dennoch dürften
Kinder wie Iris Meier eines war, eher der
Seltenheit angehören: „Ich ging so gern in
die Schule, dass Ferien für mich immer
eine Strafe waren und ich mich krank
fühlte.“ Das geht der Lübbenerin heute
wohl kaum mehr so. Sie bekennt sich
nämlich als Fußball-Fan, und zwar
heimatfern, von Borussia Dortmund. „Mein
Mann und ich fahren regelmäßig zu den
Heimspielen in den Ruhrpott“, erzählt sie.  
Damit dürfte sie zumindest in dieser Zeit
kein so großes Heimweh nach der
Schulbank haben wie es während ihrer
Kindheit der Fall war.

Infos:
Tel. 03 37 65/8 06 04

Glückliche Kinder, engagierte Lehrer

Stand November 2014

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So macht Schule Spaß!

Iris Meier trommelt gerne für ihre Schule in Halbe.

Die Grundschule in Halbe entstand in einem der
letzten Schulneubauten der DDR