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Von den „Golden Fifties“ bis zur
„Flotten Spätlese“ war es ein weiter
Schritt. Über 500 Kilometer weit musste
die Idee zurücklegen, bevor sie den Weg
von der nordrhein-westfälischen
Metropole Dortmund in Brandenburgs
kleinste Stadt schaffte.

Als es Renate Pacholke vor zwölf Jahren
„in die alte Heimat“ zog, hatte sie neben
Hausrat viel Rhythmus im Gepäck. Die
Friseurin war 1955 nach einem Besuch bei
ihren beiden Schwestern in der Ruhrpott-
Stadt geblieben und hatte dort ihre
Leidenschaft fürs Tanzen entdeckt. Als sie
nach dem Tod der Eltern deren Haus in
Märkisch Buchholz erbte, wollte sie das
Anwesen mit Leben erfüllen und zog samt
Ehemann Gerhard Pacholke ins idyllische
Schenkenländchen. Damals war sie 66
Jahre jung und hatte große Lust, weiterhin
das Tanzbein zu schwingen. „Seniorentanz
war in der Region aber völlig unbekannt.
Dabei geht es nicht um ein bisschen
schunkeln, sondern um Tanzformationen
zu den unterschiedlichsten Musikstilen.
Traditionelle Weisen sind hier ebenso zu
finden wie Walzer oder Samba“, erläutert
die mit nunmehr 78 Jahren immer noch
beschwingt wirkende Seniorin. Um dieses
Manko zu beheben, funktionierte sie die
bestehende Gymnastikgruppe einfach zur
Tanzgruppe „Flotte Spätlese“ um. Im Jahr
2014 können die Tänzerinnen bereits auf
runde zehn Jahre zurück blicken.

Die insgesamt 22 Frauen beherrschen rund
120 Choreografien, die von unterschied
lichen Ländern beeinflusst sind. Die
Tänzerinnen kommen aus Märkisch
Buchholz, Halbe, Freidorf, Teupitz, Groß
Köris und Tornow. „Damit stellt unsere
Gruppe einen Querschnitt des
Schenkenländchens dar“, freut sich
Renate Pacholke. Einstudiert wird nach den
Vorgaben vom „Bundesverband
Seniorentanz“. „Wir treffen uns jeden
Donnerstag in der Turnhalle Märkisch
Buchholz zum Üben.“ Wer die Ex-
Dortmunderin mit ihrem beeindruckenden
Ghetto-Blaster trifft, darf sich nicht auf
falsche Gedanken bringen lassen: „Rapper
haben wir bisher keine in unseren Reihen“,
schmunzelt die Tanzfee von Märkisch
Buchholz. Ihr gelang es mit den Senioren-
Tänzerinnen mittlerweile hohen
Bekanntheitsgrad zu erlangen: „Wir
werden vielfach für Auftritte angefragt. So
sind wir beim jährlichen Bürgerfest in
Halbe zu sehen. Wir waren in Storkow bei
einer großen Seniorenveranstaltung. Wir
treten auf Bühnen, in Hallen und Zelten
auf. Wenn es sein muss, reicht uns aber
ebenso eine grüne Wiese“, verweist Renate
Pacholke auf die große Flexibilität der
Truppe. Dass Rhythmus gute Laune macht,
zeigt die Stabilität der „Flotten
Spätlese“. So verweist Renate
Pacholke darauf, dass  bisher nur zwei
Aktive aufgrund von Gesundheits
problemen aufgehört haben. Allerdings
scheinen die tanzfreudigen Seniorinnen den
Spaß, den sie dabei  haben, als kleines
Geheimnis zu bewahren. Wie sonst wäre es
möglich, dass es der „Flotten Spätlese“
bisher nicht gelang, die Freude am Tanzen
an die Männerwelt weiterzureichen? Was
dazu führt, dass die „Flotte Spätlese“ zum
zehnten Jubiläum auf intensiver
Herrensuche ist!

Infos:
Tel. 03 37 65/2 02 58

Spätlese auf Männersuche

Stand November 2014

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 Renate Pacholke ist jeden Donnerstag mit ihrem
Ghetto-Blaster in den Straßen von Märkisch
Buchholz zu sehen. Allerdings will sie nicht
rappen, sondern gibt damit den Ton für die „Flotte
Spätlese“ an.

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Die tanzenden Seniorinnen können mit ihrer
Gruppe „Flotte Spätlese“ das zehnte Jubiläum
feiern.

Die Tänzerinnen haben sich für die Auftritte
spezielle Kostüme schneidern lassen.