Einblicke in das tierische Leben von
Märkisch Buchholz

„Die Taube muss
in den Papierkorb!“

„Nehmen Sie die Taube. Und ab damit in einen Papierkorb!“ Das klingt ja sehr nach Tierquälerei! Und dabei kommt dieser Tipp ausgerechnet vom Tierheim!
„Mit derartigen Problemen sind wir ständig befasst“, meint Margot Wendland, die resolute Chefin des Tierasyls bei Märkisch Buchholz kopfschüttelnd. Das Problem: Eine Geschäftsfrau bei Waltersdorf meldet eine flugunfähige Taube und bittet die Tierschützer um Abholung. „Machen wir gerne, aber einfangen müssen Sie den Vogel schon. Denn sonst kommen wir, und das Tier ist längst weg. Dann sind wir 60 Kilometer umsonst gefahren, das muss ja nicht sein!“ Doch die Anruferin wehrt sich mit Händen und Füßen dagegen, die kleine Taube anzufassen. „Das ist unhygienisch, ich habe schließlich ein Kosmetikstudio!“ Das kann Margot Wendland nicht beeindrucken: „Dann haben Sie sicher ein Handtuch, mit dem Sie die Taube nehmen können! Setzen Sie das Tier einfach in eine Kiste, einen Karton oder etwas ähnliches!“ Gegenargument: „So was haben wir nicht!“ Selbst da hat Tiermama Wendland eine Alternative: „Einen Papierkorb werden Sie wohl haben!“ Antwort: „Der hat aber einen Deckel, das kann ich der Taube doch nicht antun!“ Die Lösung: „Nehmen Sie das Innenleben raus und setzen Sie die Taube in den Eimer!“ Nun ja, so kann Tierschutz eben auch aussehen. Man kann verstehen, dass sich Margot Wendland und ihre Mitarbeiterinnen, darunter zwei Lehrlinge und zwei Mädchen im Freiwilligen Ökologischen Jahr, viel lieber ihren Schützlingen im Tierheim widmen. 325 Hunde und 375 Katzen waren es, die allein im letzten Jahr hier zeitweise zu Gast waren. „71 Hunde und 13 Katzen waren ausgebüchst und konnten bereits kurze Zeit später von ihren Besitzern wieder abgeholt werden. Dieses Problem könnte man sich ersparen, wenn die Besitzer den Tieren am Halsband einen Hinweis mit ihrer Telefonnummer anbringen würden. Dann könnten die Finder nämlich direkt die Tiere zurückgeben. Dadurch könnte man sich den Umweg übers Tierheim ersparen!“ Sauer ist sie außerdem auf Katzenbesitzer, die ihre Miezen nicht an der richtigen Stelle operieren lassen: „Es gibt immer mehr streunende Katzen. Da kann man doch nicht einfach tatenlos zusehen, wie die sich uferlos vermehren!“ Harte Worte, weiches Herz. Das merkt man sofort beim Rundgang. Denn hier wird um jedes kleine Katzenleben gerungen. Star ist Mischlingshündin Murgel: Sie spielt Ersatzmama für zwei mutterlose Katzenbabys. Dabei ist Murgel gar kein Tierheim-Hund: „Die gehört meinem Sohn Christoph und musste eben einspringen“, schmunzelt Margot Wendland. Über die Brandenburger Hundehalterverordnung könnte sie ausflippen: „Das dümmste, was man machen konnte. Die Rasse allein sagt doch nichts über den Charakter eines Tieres aus!“ Fürs Hundefoto suche ich mir Rickie aus. Der macht so einen netten Eindruck und ist mit seinem hellen Fell einfach fotogen. Ziemlich schüchtern ist er allerdings, lässt sich kaum auf das Spielgerüst bringen. Aber schmusen möchte er so gerne. Nach dem Foto meint Monika Wendland: „Den werden wir bis an sein Lebensende haben. Dabei ist er gerade zwei Jahre alt. Denn das ist ein Staffordshire-Mischling. Und diese Tiere darf man in Brandenburg nicht besitzen und deshalb nicht weitergeben!“ Irgendwie scheint Monika Wendland mit ihrer Kritik an der Hundehalterverordnung doch recht zu haben!

Tierschutzverein Koenigs Wusterhausen e.V.
Tierheim Maerkisch Buchholz, An der B 179, 15748 Märkisch Buchholz

Mischlingshündin Murgel kümmert sich liebevoll um die kleinen Katzenbabys.