Hansestadt ist vom Wasser abgeschnitten

Die Stadt liegt idyllisch an der Peene und es sind nur wenige Kilometer bis zum Stettiner Haff oder zur Urlaubsinsel Usedom. Da bekommt man doch gleich Lust auf eine nette Dampferfahrt.
Also ruft man am besten in der Touristinformation an und erkundigt sich nach den Tarifen und wo denn der Anleger ist. Die Enttäuschung könnte kaum größer sein: Nein, so die Auskunft, ein Dampfer fährt nicht von Anklam. Aber immer mittwochs fährt eine Barkasse nach Stolpe, von dort aus könnte man bis nach Malchin und in den Kummerower See schippern. Und Richtung Haff? Fehlanzeige, da fährt keiner hin. Aber man kann ja die Barkasse auch chartern, die fährt dann wohin man will. Aber ein Familienausflug? Nee, das lohnt wohl nicht!
Bei näherem Nachfragen, stellt sich heraus, dass die Barkasse dem Seesportverein gehört und die Fahrten in Eigeninitiative gemacht werden, „damit überhaupt hier was passiert”, wie Skipper Ronny Neukirch, 32 erklärt. „Wir fahren mit unserem Vereinsboot, der „Weiseritz” sogenannte Naturerkundungsfahrten, denn einen offiziellen und gewerblichen Dampferbetrieb wollen wir nicht durchführen, deshalb sind unsere Preise sehr günstig. Das Boot wurde übrigens 1979 für die GST auf der Yachtwerft Berlin gebaut. Mit der Vercharterung bessern wir unsere Vereinskasse auf.”
Bei der Reederei die bis Stolpe fährt nachgefragt, erzählt deren Geschäftsführerin Anette Klann, dass es unrentabel wäre bis zur Kreisstadt oder gar noch weiter zu fahren. „Die drei Touristen bringen nicht mal die Hafengebühren wieder rein!”
Einen Geheimtipp für die Peene gibt es aber doch: In Neukalen am Kummerower See bietet ein Touristikunternehmen Hausboote zur Miete an. Mit denen kann man dann auch bis Anklam schippern.